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Accenture legt kräftig zu

13.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Accenture konnte Umsatz und Gewinn im ersten Geschäftsquartal 2003/2004 deutlich steigern: Wie das auf den Bermudas ansässige IT-Service- und Beratungsunternehmen bekannt gab, erhöhte sich der Nettoprofit im Ende November abgelaufenen Dreimonatszeitraum gegenüber dem Vorjahresquartal von 126,9 Millionen auf 174,3 Millionen Dollar oder 33 (27) Cent pro Aktie. Die Einnahmen wuchsen um elf Prozent von 2,93 Milliarden auf 3,26 Milliarden Dollar. Accenture profitierte dabei vom schwachen Dollar-Kurs, bei stabilen Wechselkursen wäre der Umsatz aber immerhin noch um fünf Prozent gestiegen. Besonders hoch fiel der Zuwachs in der EMEA-Zone (Europa, Naher Osten, Afrika) aus. Die Company verzeichnete dort gegenüber dem Vergleichsquartal 2003 einen Umsatzsprung um 16 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar, vor Währungseinflüssen hätte das Plus immerhin noch vier Prozent betragen. Accentures

Einnahmen auf dem amerikanischen Kontinent stiegen immerhin um sieben Prozent auf 1,49 Milliarden Dollar.

Der Beratungskonzern übertraf mit den Ergebnissen die Erwartungen der meisten Analysten- Diese hatten laut Umfrage von First Call Thomson im Schnitt einen Gewinn pro Anteilschein von 28 Cent bei 3,12 Milliarden Dollar Umsätzen vorausgesagt.

Accentures Umsatzwachstum beruhte im Berichtszeitraum erneut ausschließlich auf dem deutlichen Ausbau der Outsourcing-Aktivitäten: Hier kletterten die Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 45 Prozent (37 Prozent ohne Währungseffekte) auf 1,17 Milliarden Dollar. Im Kerngeschäft Beratung und Systemintegration erwirtschaftete die Company mit 64 Prozent oder 2,1 Milliarden Dollar zwar immer noch den Großteil der Einnahmen. Im Jahresvergleich entspricht dies jedoch einem Rückgang um ein Prozent, bei stabilem Dollar-Kurs sogar um neun Prozent.

Der zunehmende Fokus auf die insbesondere zu Beginn der Vertragslaufzeit weniger lukrativen Outsourcing-Dienstleistungen hatte allerdings zur Folge, dass die Bruttogewinnmarge weiter zurückgeht: Gegenüber dem ersten Geschäftsquartal 2003 sank sie von 39,4 auf 34,1 Prozent, das sind gleichzeitig 0,3 Prozentpunkte weniger als im vorangegangenen vierten Fiskalquartal. Als Konsequenz daraus versucht Accenture, die Rentabilität zu steigern, indem es Schulden abbaut und die Betriebskosten senkt. Diese belaufen sich inzwischen nur noch auf 21,2 Prozent des Nettoumsatzes, verglichen mit noch 24,8 Prozent im Vorjahresquartal.

Accenture-CEO Joe Forehand ist für den weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr zuversichtlich, nachdem sich in vielen Teilen der Erde die Zeichen für ein erneutes Anziehen der Konjunktur mehrten. Laut Forehand zog das Unternehmen im Berichtsquartal Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 5,05 Milliarden Dollar an Land, davon knapp drei Milliarden Dollar im Outsourcing-Bereich. Für das laufende zweite Geschäftsquartal stellt Accenture einen Gewinn zwischen 21 und 27 Cent je Aktie in Aussicht. Die Einnahmen sollen sich auf 3,1 bis 3,25 Milliarden Dollar belaufen. (mb)