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870: Intel plant Chipsatz für 256-Wege-Server

23.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Intel hat in dieser Woche im Rahmen der Konferenz "Hot Chips" an der kalifornische Stanford University seinen künftigen Chipsatz "870" vorgestellt. Dieser soll es einem Bericht von "Computerwire" zufolge OEMs ermöglichen, Server mit bis zu 256 CPUs zu bauen. Einige Verwirrung herrscht allerdings darüber, ob das Produkt neben den Highend-"Itanium"-Chips auch für 32-Bit-Prozessoren angeboten wird.

Faye Briggs von der Enterprise Products Group erklärte, der 870 bestehe im Prinzip aus drei Subsystemen, die je nach Servergröße kombiniert würden. In Zwei- bis Vier-Wege-Servern wird nur das Prozessor- und Speichersubsystem benötigt. Dieses besteht aus Scalable Node Controller (SNC), einem DDR-Speicher-Hub (für 2 Kanäle mit je 4 DIMMs) sowie einem I/O-Hub. Fügt man das zweite Modul, einen so genannten Scalability Port, hinzu, lässt sich die Systemgröße auf 16 CPUs erweitern. Um darüber hinaus auf 256 Prozessoren zu auszubauen (andere Quellen bei Intel sprechen gar von bis zu 512 CPUs), wird der Scalability Port durch ein (OEM-)Switch ersetzt.

Jeder SNC würde (mit 1-GB-DIMMs) bis zu 128 GB Hauptspeicher adressieren können, so Briggs. Die Datenübertragungsrate des IOH betrage in jeder Richtung 3,2 GB/s, die Schnittstelle zu PCI-X oder Infiniband schaffe 1 GB/s. In einem 16-Wege-System steckten vier SNCs, jeder verbunden mit zwei Scalability Ports, die wiederum mit zwei der IOHs verbunden seien. Jede der Verbindungen zum Scalability Port sein 3,2 GB/s schnell, was eine gesamte Bandbreite von 38,4 GB/s ergebe.

Laut Briggs unterstützt der 870 die kommende Itanium-Generation "McKinley" ebenso wie die nächste Generation des IA-32-"Xeon" (aktueller Codename: "Prestonia"). Der aktuelle Foster auf Basis des Pentium 4 soll in diesem Jahr Dual-Processing unterstützen, Vier-Wege-Unterstützung folgt mit dem Prestonia. Das deutet darauf hin, dass der 870 nicht vor 2002 erhältlich sein wird (Prestonia ist für die erste Hälfte nächsten Jahres angekündigt).

Ob Intel den Highend-Chipsatz überhaupt für 32-Bit-CPUs anbietet, ist jedoch ungewiss. Ein Konzernsprecher erklärte gestern, der 870 stehe nicht auf der IA-32-Roadmap. Ebenfalls offen ist die Frage, ob neben dem von Briggs erwähnten DDR-Speicher auch Rambus-Module unterstützt werden. Der Intel-Mann erklärte dazu, Intel werde das Thema unterschiedliche Speicherarchitekturen auf dem Intel Developer Forum in der kommenden Woche ansprechen.