Vorbereitung und Ideenfindung

4 Tipps für modernes Brainstorming

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Mit traditionellen Brainstorming-Methoden kommt man auf keine guten Einfälle, sagt ein US-Professor. Für mehr Erfolg empfiehlt er vier Schritte.

Sucht man einen Namen für ein neues Produkt oder möchte Ideen für das nächste Projekt sammeln, lädt man meist eine Runde vertrauter Kollegen zum Brainstorming-Termin ein. Dann sitzt man zusammen in einem Raum und sammelt gemeinsam die besten Einfälle.

Professor Ralph Keeney von der US-amerikanischen Duke University sagt, dass sich beim Brainstorming deutlich bessere Ergebnisse erzielen lassen, wenn man sich stärker auf das vorliegende Problem konzentriert. "Mit dem traditionellen Brainstorming erzielt man nicht immer die effektivsten Ideen. Eigentlich erreicht man damit sogar eher das Gegenteil", sagt Keeney, der an der Fuqua School of Business der Universität lehrt.

Für erfolgreiche Ergebnisse beim Brainstorming schlägt er vier Schritte vor:

1. Das Problem deutlich benennen

Oft, so Keeney, scheitert erfolgreiches Brainstorming bereits daran, dass die Beteiligten die Probleme nicht klar genug benennen. Es würde zum Beispiel als Aufgabenstellung nicht ausreichen zu sagen "Wir möchten die Kommunikation unserer Abteilung mit der Zentrale verbessern". Man muss in so einem Fall klar benennen, welche Prozesse man aus welchem Grund verbessern möchte und zwischen welchen Personen. Wer das genau benennen kann, wird bessere Lösungen finden.

2. Voraussetzungen für die Ergebnisse festlegen

Für ein erfolgreiches Brainstorming müssen alle Beteiligten genau wissen, welche Voraussetzungen die Ergebnisse erfüllen sollen. Sucht man zum Beispiel eine geeignete Überschrift für einen Artikel, dann sollte diese kurz und verständlich sein und zum übrigen Text passen. In diesem Schritt kann man auch andere befragen, welche Kriterien die Ideen ihrer Meinung nach erfüllen sollten.

3. Allein Lösungen überlegen

Bevor sich die am Brainstorming Beteiligten in einer Gruppe zusammenfinden, sollten sie allein eine Liste von möglichen Lösungen zusammenstellen. Dabei sollten sie darauf achten, dass die Voraussetzungen aus dem zweiten Schritt zutreffen. Keeney hält das für einen sehr wichtigen Schritt, der häufig ausgelassen wird. Trifft man sich sofort in der Gruppe, kommt man oft nicht zu individuellen Ergebnissen sondern zu einem Gruppenergebnis.

4. In der Gruppe zusammenkommen

Zur Gruppendiskussion trifft man sich nach Keeneys Modell erst dann, wenn man die Anforderungen genau kennt und sich schon selbst Gedanken gemacht hat. Besonders ertragreich findet der Professor das, wenn zu diesem Termin Personen mit ganz unterschiedlicher Expertise zusammenkommen. Keeney selbst hat mit seiner Brainstorming-Methode zum Beispiel nach den Anschlägen vom 11. September dazu beigetragen, Lösungen zu finden, wie man Wolkenkratzer zukünftig besser evakuieren kann.

Der komplette Report von Ralph Keeney ist unter dem Titel Value-Focused Brainstorming in der Fachzeitschrift Decision Analysis erschienen.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation CIO.de. (mhr)