Gartner

2010 werden 6,6 Millionen E-Book-Reader verkauft

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Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner erwartet, dass in diesem Jahr 6,6 Millionen dedizierte E-Book-Lesegeräte verkauft werden - Tendenz weiter steigend.
Amazons Kindle kann man auch in Deutschland kaufen - deutsche E-Books hat Amazon aber (noch) nicht im Angebot.
Amazons Kindle kann man auch in Deutschland kaufen - deutsche E-Books hat Amazon aber (noch) nicht im Angebot.
Foto: Amazon.com

Das wäre ein Wachstum von 79,8 Prozent gegenüber 2009. Im Vorjahr wurden erst 3,6 Millionen "Connected E-Reader" abgesetzt. 2011 soll der Markt dann erneut auf mehr als elf Millionen Geräte anwachsen, was ein Plus von 68, Prozent gegenüber 2010 bedeuten würde. Der Markt für die Lesegeräte mit E Ink, E-Paper oder vergleichbarer Bildschirmtechnik sei allerdings überfüllt und durch Commoditisierung in angrenzenden Segmenten wie dem der Media Tablets bedroht, schreibt Gartner.

Bislang sind die E-Reader, angeführt von Amazons Kindle, primär in den USA ein Renner (in den anderen Regionen fehlen zumeist aufgrund der komplexen Lizenzierung noch entsprechende Inhalte) - von den 2010 verkauften Geräten gehen allein vier Millionen wohl über die US-Ladentheken. Mittelfristig sollen aber Westeuropa und Asia-Pacific die wichtigsten Wachstumsmärkte werden. In Nordamerika und auch anderswo werde das Wachstum bei Media Tablets eine noch stärkere E-Reader-Ausbreitung verhindern.

Derzeit dominieren laut Gartner vor allem drei Anbieter den Markt - neben Amazon mit seinem Kindle sind das Barnes & Noble ("Nook") und Sony. Künftig würden aber neue Wettbewerber erscheinen mit günstigen, von den Inhalteanbietern subventionierten Geräte. Daneben bemühten sich große Anbieter von Komsumelektronik wie HP oder Dell um eine starke Position im Markt für vernetzte Consumer-Geräte.

Die E-Reader haben sich mit ihren Hauptmerkmalen Tragbarkeit, lange Akkulaufzeit, solide Display-Technik (wenn auch fast durch die Bank ohne Farben) und günstiger Preis aus Sicht von Gartner eine "solide Nische" im CE-Markt erobert. Kannibalisierung drohe am ehesten durch Tablets à la iPad, die sich mit Farbbildschirmen und der Möglichkeiten zur Videowiedergabe besonders gut für elektronische Ausgaben von Zeitschriften und Zeitungen eigneten.

Im Wettbewerb mit den Media Tablets müssten sich E-Reader unter anderem durch niedrigere Preise differenzieren, meint Gartner. "Wir gehen davon aus, dass die wenigsten Endkunden sowohl einen E-Reader als auch ein Media Tablet kaufen werden", sagt Analyst Allen Weiner. "Daher ist es wichtig, dass E-Reader einen Preisvorteil behalten."