Drohnen, KI und Cloud-Technologie bringen die Wettkämpfe in Mailand-Cortina den Zuschauern noch näher.

Dabeisein ist bei Olympia angeblich alles. Die Veranstalter helfen mit den neuesten technologischen Mitteln nach.
Philipp Salveter – shutterstock.com
Millionen sehen den Athletinnen und Athleten dabei zu, wie sie bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina miteinander wetteifern. Damit Zuschauende möglichst viel von allem mitbekommen, setzen die diesjährigen Wettkämpfe auf eine Vielzahl technischer Hilfsmittel. Dabei kommen unter anderem Drohnen, die die Athleten bei den Wettkämpfen begleiten, und KI-gestützte Wiederholungen, die Bilder in der Luft einfrieren, zum Einsatz.
Dabei sein ist alles
Drohnen bei den Winterspielen sind an sich nichts Neues – zum ersten Mal kamen sie bereits 2014 in Sochi zum Einsatz –, dafür aber, wie sie eingesetzt werden: Den Zuschauenden soll diesmal mittels Ich-Perspektive (First Person View – FPV) das Gefühl vermittelt werden, sie würden gemeinsam mit den Athleten auf der Strecke stehen.
Wer nicht live zuschauen kann, für den stehen Replays zur Verfügung, in denen KI des Olympic Broadcasting Services (OBS) zum Einsatz kommt. Wie Yiannis Exarchos, CEO von OBS, darstellt, kann die KI-gestützte Technologie des Senders 360-Grad-Videos von Sportlern „in Sekundenschnelle“ generieren. Hierfür werden Aufnahmen aus mehreren Kamerawinkeln miteinander kombiniert.
3D-Ansichten von Wettkämpfern
Unterstützt wird OBS dabei von Alibaba Cloud, der Cloud- und KI-Sparte der Alibaba Group. Das Unternehmen steuert für die Übertragung der Spiele Real-Time-360-Grad-Replay-Systeme bei, die Wiederholungen mit fließenden Kamerabewegungen und stroboskopischen visuellen Effekten ermöglichen sollen.
Mit Hilfe von KI-Algorithmen werden die Athletinnen und Athleten auch freigestellt, um so Schlüsselmomente in nur 15 bis 20 Sekunden dreidimensional zu rekonstruieren – eine Geschwindigkeit, die für Live-Übertragungen reichen soll.
Gemeinsam mit den erstmals in Peking 2022 eingeführten BulletTime-Effekten, die Standbilder und Zeitlupenansichten ermöglichen, kommt das System in 17 Sportarten und Disziplinen zum Einsatz. Hierzu gehören Eishockey, Freestyle-Skiing, Eiskunstlauf und Skispringen.
Neu sind zudem die „Spacetime Slices“, welche mehrere Bewegungsphasen eines Athleten in einem einzigen kombinierten Bild visualisieren sollen. Ebenfalls erstmal dabei ist das Automatic Media Description (AMD) System auf Basis von Alibabas Large Language Model (LLM) Qwen. Ziel dieses Systems ist, Interessenten die Möglichkeit zu geben, per natürlicher Sprachabfragen wie „Finde die Goldmedaillen-Performance im Eiskunstlauf“ relevante Inhalte zu finden und abzurufen.
Hierfür identifiziert AMD automatisch Athletinnen und Athleten sowie Schlüsselmomente, beschreibt Veranstaltungen und versieht das Videomaterial innerhalb von Sekunden mit Metadaten.
Eigener KI-Assistent für die IOC-Website
Doch nicht nur die Spiele und ihre Übertragung wurden mit KI ausgestattet, auch die globale IOC-Website olympics.com hat ein Upgrade erhalten. Für sie wurde der Olympic AI Assistant – das Ergebnis der Initiative „Olympic AI Assistants“ – entwickelt und eingeführt.
Er bietet mehrsprachige, dialogbasierte Unterstützung sowie Echtzeitinformationen zu Wettkämpfen. Zusätzlich können Fans über ihn offizielle Olympia-Inhalte mithilfe einer Chat-Oberfläche abrufen.





