Jürgen Hill
Chefreporter Future Technologies

Mercedes-Benz baut mit Nvidia Robotaxi-Ökosystem

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2. Feb. 20264 Minuten

Mit Partnern wie Nvidia und Momenta arbeitet der Autobauer an einer Plattform für autonome Taxi- und Shuttle-Dienste. Anbieter wie Uber oder Lumo wollen diese nutzen.

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Gemeinsam mit Partner will Mercedes-Benz ein Robotaxi-Ökosystem aufbauen. Mobile Hardware ist dabei die S-Klasse.

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Kommt das Thema Robotaxis zu Sprache, denken viele automatisch an die USA oder China – etwa an Waymo oder Pony.AI in China. Gleichzeitig fällt einem eine lange Reihe von Pleiten, Pech und Pannen im Zusammenhang mit Robotaxis ein. Zum Beispiel erst jüngst im Dezember 2025 als die Robotaxis von Waymo während eines Stromausfalls versagten.

All dies will Mercedes-Benz nun mit seinem eigenen Robotaxi-Ökosystem besser machen. Das System soll nicht nur resilienter sein, sondern den Kunden auch mehr Komfort bieten. Schließlich ist die automobile Hardwarebasis der Plattform die neue S-Klasse. Und in Sachen KI, Computing-Power sowie Software setzt der Autobauer auf die Partner Nvidia und Momenta.

Fail-Safe-System

Um Ausfälle zu vermeiden, ist das technologische Rückgrat des S-Klasse-Robotaxis als Fail-Safe-System ausgelegt. In der Luftfahrt längst Standard, hält dieses Prinzip nun Einzug in die S-Klasse: Jedes sicherheitskritische System ist mehrfach ausgelegt. Sollte eine Komponente ausfallen, übernimmt sofort ein zweites, unabhängiges System die Kontrolle. Konkret umfasst diese Redundanz die Lenkung, die Bremsen, die Stromversorgung und die Rechenleistung. Auf diese Weise wollen die Schwaben sicherstellen, dass das Fahrzeug selbst bei einem technischen Defekt jederzeit in einen sicheren Zustand überführt werden kann. Ohne dass ein menschlicher Fahrer eingreifen muss.

Die Steuerung übernimmt das hauseigene Mercedes-Benz Betriebssystem MB.OS. Es dient als zentrale Plattform, die alle Fahrzeugfunktionen vernetzt und die Basis für den fahrerlosen Shuttle-Service bildet.

Nvidia baut das „Gehirn“

Doch das Fail-Safe-System und ein eigenes Betriebssystem sind nur die halbe Miete auf dem Weg zum autonomen Robotaxi gemäß SAE-Level 4. Was fehlt, ist noch die eigentliche Software zum autonomen Fahren. Und hier setzt Mercedes-Benz bei Hard- und Software stark auf Partner Nvidia.

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Die Partner im Ökosystem.

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Neben anderen Technologien wie Omniverse etc. kommen beim Robotaxi primär drei Nvidia-Lösungen zum Einsatz:

  • Nvidia Drive Hyperion:

Diese Architektur dient als sensorisches Nervensystem des Fahrzeugs. Sie soll eine nahtlose Integration der Sensordaten und deren Verarbeitung zu gewährleisten.

  • Full-Stack Nvidia Drive AV L4 Software:

Die Software-Lösung verarbeitet die gewaltigen Datenmengen der Sensoren in Echtzeit, um komplexe Verkehrssituationen zu interpretieren. Gleichzeitig ist sie in einem SAE-Level 4-System maßgeblich dafür verantwortlich, auf Hindernisse zu reagieren

  • Nvidia Alpamayo:

Mercedes-Benz nutzt diese Plattform, um auf offene KI-Modelle, Simulations-Tools und riesige Datensätze zuzugreifen. Bevor ein Robotaxi den ersten Meter auf echtem Asphalt fährt, hat es Millionen von Kilometern in hochpräzisen Simulationen absolviert.

Zur verbauten Nvidia-Hardware selbst macht Mercedes-Benz keine Angaben. Es ist jedoch zu vermuten, dass ein Drive Hyperion 10 zum Einsatz kommt. Denn diese Hardware-Plattform skaliert laut Nvidia beim autonomen Fahren bis Level 4. Sie besteht aus zwei Drive AGX Thor SoCs. Für diese gibt der Chipbauer eine Rechenleistung von 1.000 INT8 TOPS + 2.000 FP4 TFLOPS pro SoC an. Damit verfügt die Hardware über ein Leistungsniveau, das derzeit durchaus als Maßstab für High-End-Automobilcomputer gilt.

Partnerschaften

Mit Momenta haben die Stuttgarter einen Partner mit an Bord, der sich auf Fahrzeug-Software für selbstfahrende Autos spezialisiert hat. Das 2016 gegründete Startup war das erste chinesische Einhorn auf dem Gebiet der selbstfahrenden Fahrzeuge. Zu den Partnern und Investoren gehören neben Mercedes-Benz (seit 2017 Investor) General Motors, Toyota, Bosch, Tencent, BYD, BMW, Audi, Nvidia oder Qualcomm, um nur einige zu nennen.

Die von Momenta mitentwickelte Technologie dient als Basis für den Mobilitätsanbieter Lumo (eine Tochter von K2). Lumo plant, diese technologisch fortschrittlichen Lösungen zu nutzen, um luxuriöse Shuttle-Services anzubieten. Ein konkreter Schwerpunkt der Arbeit von Momenta liegt in der Vorbereitung des Betriebs in Abu Dhabi. Mit Uber plant laut Mercedes-Benz ein weiterer Mobilitätsanbieter das Robotaxi-System auf S-Klasse-Basis zu nutzten.

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Jürgen Hill
Chefreporter Future Technologies

Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Weitere thematische Steckenpferde sind die Digitale Souveränität Europas und Deutschlands sowie die Digitale Transformation - mit einem besonderen Augenmerk auf die Automobilindustrie. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN).

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