Jürgen Hill
Chefreporter Future Technologies

Beitritt zum IPAI: Mercedes-Benz beschleunigt KI-Offensive

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1. Dez. 20253 Minuten

Um in Sachen AI-Anwendungen schneller voranzukommen, tritt Mercedes-Benz dem Heilbronner KI-Think-Tank IPAI bei.

KI

Die Ergebnisse aus der Zusammenarbeit im IPAI sollen unter anderem im Mercedes-Benz Digital Factory Campus in Berlin angewandt werden.

Mercedes-Benz

Die Mercedes-Benz Group AG beschleunigt ihre KI-Offensive. Dazu ist das Unternehmen der Innovationsplattform IPAI (Innovationspark KI) in Heilbronn beigetreten. IPAI versteht sich als eine Innovationsplattform für angewandte KI. Unter anderem unterstützt durch die Schwarz Stiftung und Unternehmen der Schwarz Gruppe, entsteht in Heilbronn derzeit der 30 Hektar große IPAI CAMPUS als KI-Hub für Forschung, Anwendungen und industriellen Transfer.

Durch die Partnerschaft mit IPAI erhofft sich Mercedes-Benz wichtige Impulse von außen. Gleichzeitig will man so einen Beitrag für ein leistungsfähiges KI-Netzwerk für den Technologiestandort Europa leisten. Auf diese Weise hofft man, den Einsatz von KI in der Industrie voranzutreiben sowie Innovationen zu beschleunigen.

KI als Hebel zur Wertschöpfung

Der Autobauer selbst sieht KI längst als strategischen Hebel für nachhaltige Wertschöpfung. So erklärte Katrin Lehmann, Chief Information Officer der Mercedes-Benz Group AG, in Interviews mit unserem Schwestermedium CIO, dass Künstliche Intelligenz alle Bereiche durchdringe und die Art und Weise, wie bei Mercedes-Benz gedacht, entwickelt und gewirtschaftet wird, grundlegend verändere.

KI

KI-gesteuerte Prozesstechnologie in den Decklackierkabinen im Werk Rastatt sorgt für schnellere und präzisere Entscheidungen. So konnte der Energieverbrauch um 20 Prozent gesenkt werden.

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Intern fungiert die KI bei Mercedes-Benz als Copilot. Sie übernimmt Routinetätigkeiten, und soll Freiraum für Kreativität schaffen sowie Effizienz und Qualität steigern. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, offeriert Mercedes-Benz seiner Belegschaft 360-Grad-Lernangebote und eine aktive KI-Community zur sicheren und selbstbestimmten Nutzung von KI. Die tägliche KI-Nutzungsrate in der Belegschaft konnte bereits verdoppelt werden, mit dem Ziel, bis Ende 2025 fast 50 Prozent der Mitarbeitenden zu erreichen.

KI-Use-Cases

Die KI-Use-Cases reichen von Einkauf, Entwicklung und Produktion über Vertrieb und Aftersales bis hin zur IT und dem Büroalltag der Mitarbeiter. So sorgt etwa KI-gesteuerte Prozesstechnologie in den Decklackierkabinen im Werk Rastatt für schnellere, präzisere Entscheidungen und senkt den Energieverbrauch um 20 Prozent. Ferner unterstützen KI-basierte Copiloten bei Beschaffungsprozessen und erstellen Testfälle in der Entwicklung. Zudem helfen sie der Schadenserkennung in den Werkstätten, was laut Mercedes-Benz Inspektionen beschleunigt und die Wartungsentscheidungen verbessert.

KI

Eine interne, KI-gestützte Web-Applikation unterstützt die Mitarbeiter im Arbeitsalltag. Sie dient gleichzeitig als zentrale Plattform für abteilungsübergreifende Informationen und Chatbots.

Mercedes-Benz

Um die rasante Entwicklung der Technologie zu bewältigen, agiert ein KI-Kompetenzzentrum als konzernweite Steuerzentrale. Es unterstützt alle Bereiche mit standardisierten Technologien und Plattformen. Ein wichtiger Baustein ist der “Agent Garden”, eine Multi-Cloud-Plattform, die den Zugriff auf und das Teilen von KI-Agenten vereinfacht. Dank eines optimierten Model-Intake-Prozesses wurde die Implementierungszeit für neue KI-Modelle auf nur fünf Wochen (inklusive fünf Tagen Testing) verkürzt.

Erhoffte Synergieeffekte

Von seinem Engagement bei IPAI erhofft sich der Autobauer mehrere Synergieeffekte, die man für die eigene KI-Adaption nutzen will. So ist etwa angedacht, Zukunftsszenarien zu erforschen – etwa das Verhalten von Fahrzeugen in einer vernetzten Smart City. Mercedes-Benz möchte dadurch das Fahrerlebnis weiter verbessern, die Sicherheit erhöhen und die Mobilität der Zukunft mitgestalten.

Konkrete Ergebnisse aus der IPAI-Zusammenarbeit könnten unter anderem im Mercedes-Benz Digital Factory Campus in Berlin Anwendung finden, wo smarte Technologien für das globale Produktionsnetzwerk entwickelt werden. Ferner sind auch Anwendungen im Qualitätsmanagement der AMG-Motorenproduktion denkbar.

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Jürgen Hill
Chefreporter Future Technologies

Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Weitere thematische Steckenpferde sind die Digitale Souveränität Europas und Deutschlands sowie die Digitale Transformation - mit einem besonderen Augenmerk auf die Automobilindustrie. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN).

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