Matthew Finnegan
Senior Reporter

Microsoft verarbeitet M365-Copilot-Daten künftig national

News-Analyse
6. Nov. 20254 Minuten

Der Softwareriese gibt sich weiter Mühe, die wachsenden Forderungen nach digitaler Souveränität zu erfüllen.

Portland, OR, USA - Nov 4, 2024: Microsoft Copilot app's landing page is seen on an iPhone. Microsoft Copilot is a generative artificial intelligence chatbot developed by Microsoft.
Ab kommenden Jahr können M365-Copilot-Daten lokal in Deutschland verarbeitet werden.

Tada Images / Shutterstock

Microsoft wird es Kunden in Deutschland und weiteren 14 Ländern ermöglichen, die von Microsoft 365 Copilot generierten Daten im Land zu verarbeiten. Damit reagiert das Unternehmen auf die wachsenden Anforderungen an digitale Souveränität – insbesondere in Europa.

Die während der Interaktion mit dem generativen KI-Assistenten (GenAI) generierten Daten werden – einschließlich Prompts und KI-Antworten – in Rechenzentren innerhalb des jeweiligen Landes verarbeitet, gab Microsoft bekannt.

Die Einführung beginnt bis Ende des Jahres in Australien, Indien, Japan und Großbritannien. 2026 sollen Kanada, Deutschland, Italien, Malaysia, Polen, Südafrika, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Vereinigten Arabischen Emiraten und die USA folgen.

Bessere Kontrolle über die Daten

„Unser Ziel ist es, insbesondere Behörden und stark regulierten Branchen, die M365 Copilot nutzen, dabei zu helfen, Anforderungen in Bezug auf Governance, Sicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu erfüllen“, erklärt Paul Lorimer, Corporate Vice President von Microsoft, Office 365 Enterprise und Cloud Engineering, in einem Blogbeitrag.

„Bei der Verarbeitung im Land werden Copilot-Interaktionen unter normalen Betriebsbedingungen in Rechenzentren innerhalb der Landesgrenzen verarbeitet“, so Lorimer. „Dadurch haben Kunden eine bessere Kontrolle über ihre Daten.” Die lokale Verarbeitung könne zudem die Leistung des KI-Assistenten verbessern, indem sie die Latenz reduziere.

Microsoft Karte Datenresidenz und Datenverarbeitung
Microsoft will lokale Datenresidenz und -verarbeitung stärker ausweiten.

Microsoft

„Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen möchten Kunden in einigen Regionen, dass ihre Daten – und die Verarbeitung dieser Daten – auf bestimmte regionale, wenn nicht sogar lokale Rechenzentren beschränkt bleiben“, kommentiert Nader Henein, Research Vice President Analyst bei Gartner, die Ankündigung. „Das bietet eine zusätzliche Ebene des regulatorischen Schutzes, da lokal gespeicherte Daten den jeweiligen nationalen Gesetzen unterliegen und vor ausländischem Zugriff besser geschützt sind.“

Angesichts der gestiegenen Anforderungen an die Datenresidenz hatte Microsoft zuvor bereits sein Add-on „Advanced Data Residency“ für Microsoft-365-Anwendungen eingeführt. Das galt jedoch nicht für die Copilot-Verarbeitung – aufgrund von Einschränkungen bei der GPU-Kapazität, wie Henein erklärt. Dies habe sich nun durch die lokale Verarbeitung in 15 regionalen Rechenzentren geändert.

„Für Organisationen, die Speicher- und Datenverarbeitung vor Ort als zentrale Voraussetzung sehen, war die Einführung von Copilot-Funktionen bislang schwierig. Mit dieser Änderung eröffnet sich ihnen jetzt ein Weg zur Nutzung,“ so der Gartner-Analyst.

Stärkung der europäischen Datensouveränität

Die Ankündigung baut auf früheren Bemühungen von Microsoft auf, insbesondere den Bedenken hinsichtlich der Datenhoheit in Europa Rechnung zu tragen. Anfang 2025 veröffentlichte Microsoft seine „European Digital Commitments“ und versprach, die digitale Widerstandsfähigkeit Europas unabhängig von geopolitischen und handelspolitischen Schwankungen aufrechtzuerhalten.

Außerdem führte der Softwarerkonzern Dienste wie Data Guardian ein, die den Zugriff auf Kundendaten auf Microsoft-Mitarbeiter mit Wohnsitz in Europa beschränken. sowiMit Microsoft 365 Local können Kunden zudem Anwendungen wie SharePoint Server und Exchange Server auf ihren eigenen Systemen mit Azure Local ausführen.

Microsoft 365 Local ist laut Angaben des Unternehmens nun allgemein verfügbar, wobei eine Option zur vollständigen Isolierung ohne Internetverbindung für Anfang 2026 geplant ist.

Darüber hinaus kündigte Microsoft die Einrichtung eines europäischen Verwaltungsrats an, der ausschließlich aus europäischen Staatsbürgern besteht und die Einhaltung europäischer Gesetze bei Rechenzentrumsbetrieben überwachen soll. Außerdem wird die KI-Datenverarbeitung künftig in den EU Data Boundary Service integriert. Damit soll sichergestellt werden, dass sämtliche KI-Daten europäischer Kunden ausschließlich innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet werden – unabhängig davon, ob sie gespeichert oder übertragen werden. (mb)

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Matthew Finnegan

Matthew Finnegan is an award-winning tech journalist who lives with his family in Sweden; he writes about Microsoft, collaboration and productivity software, AR/VR, and other enterprise IT topics for Computerworld. He joined Foundry (formerly IDG) in January 2013 and was initially based in London, where he worked as both an editor and senior reporter. In addition to his reporting work, he has also appeared on Foundry’s Today In Tech podcast as a tech authority and has been honored with journalism awards from the American Association of Business Publication Editors and from FOLIO’s Eddies. In his spare time he enjoys long-distance running.

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