Die erste eigene CPU der Briten ist speziell für KI-Rechenzentren konzipiert.

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Über 36 Jahre lang hat Arm Holdings CPU-Designs entwickelt und lizensiert. Nun hat sich das britische Unternehmen dazu entschlossen, auch selbst in den Halbleitermarkt einzusteigen. Das Premierenprodukt ist die Arm AGI CPU – ein Prozessor, der für den Einsatz in KI-Rechenzentren konzipiert ist.
„KI hat die Art und Weise, wie Computer aufgebaut und eingesetzt werden, grundlegend neu definiert. Agentic Computing beschleunigt diesen Wandel“, wird Rene Haas, CEO von Arm, im Rahmen einer Pressemitteilung zitiert. Mit dem neuen Ansatz, Chips selbst zu produzieren, stünden Arm-Partnern künftig mehr Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung, um Agentic-AI-Infrastrukturen auf globaler Ebene zu unterstützen.
Entworfen wurde die Arm AGI CPU von Ampere – einem Startup, das von der ehemaligen Intel-Managerin Renee James gegründet wurde. Arm-Eigner Softbank hatte dieses 2025 für 6,5 Milliarden Dollar übernommen. Gefertigt wird die KI-CPU von TSMC im 3-Nanometer-Verfahren.
Arms nebulöse Benchmarks
Arm argumentiert, dass das Volumen der in KI-Systemen generierten Token durch den zunehmenden Einsatz von KI-Agenten rapide ansteigt. Deshalb seien mehr CPUs erforderlich, um die resultierenden Reasoning-, Orchestrierungs- und Datenbedürfnisse bewältigen zu können. Arms AGI CPU soll dafür eine neue Grundlage liefern. Sie ist mit bis zu 136 Neoverse-V3-Kernen für den Einsatz in SoC-, Blade- und Rack-Designs ausgelegt. Die maximale Speicherbandbreite liegt bei 6 GB/s pro Kern – bei einer versprochenen Latenz von unter 100 ns. Laut Arm liefert die AGI-CPU im Vergleich zu x86-CPUs mehr als die doppelte Leistung pro Rack.
Zudem soll die Arm-CPU mit einer thermischen Verlustleistung von 300 Watt auch deutlich weniger Strom verbrauchen als die x86-basierten Pendants von Intel oder AMD. Support bietet der Arm-Chip außerdem für hochdichte 1U-Servergehäuse. Damit sind luftgekühlte Deployments mit bis zu 8.160 Kernen pro Rack, sowie flüssigkeitsgekühlte Systeme mit mehr als 45.000 Kernen pro Rack möglich.
Lead-Partner und Mitentwickler der AGI CPU ist Meta. Deshalb ist die CPU auch für dessen App-Familie optimiert und verspricht im Zusammenspiel mit dem hauseigenen MTIA-Prozessor eine effizientere Orchestrierung von KI-Systemen in großem Maßstab. Weitere Partner sind laut Arm unter anderem:
- Cerebras,
- Cloudflare,
- OpenAI, und
- SAP.
Diese Unternehmen wollen die AGI-CPU von Arm demnach für wichtige Agentic-CPU-Anwendungsfälle einsetzen. Darüber hinaus arbeitet Arm auch mit führenden OEMs und ODMs zusammen, um neue Systeme auf den Markt zu bringen – darunter ASRock Rack, Lenovo, Quanta Computer und Supermicro. Erste Systeme sind bereits verfügbar, weitere sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 folgen.
Jim McGregor, Chefanalyst bei Tirias Research, hält es für notwendig, dass Arm neue Wege einschlägt, schließlich sei das Unternehmen nicht Teil einer größeren Entität – wie es etwa unter dem Dach von Nvidia der Fall gewesen wäre. Mit Blick auf die AGI-CPU blieben jedoch einige Fragen offen, konstatiert der Analyst: „Arm zielt mit diesen Chips auf den x86-Markt ab und präsentiert überzeugende Benchmark-Ergebnisse. Allerdings ohne Details darüber zu verraten, mit welchen Systemen verglichen wurde.
Davon abgesehen bleibe auch unklar, ob die CPU für Unternehmen eine echte Alternative darstelle, meint McGregor: „Ich bin mir nicht sicher, ob das Produkt als Allzweckprozessor gedacht ist. Es ist wohl eher ein KI-Prozessor im Stil von Vera, der die Auslastung von KI-Beschleunigern maximieren soll.“ (fm)





