Entgegen anderen düsteren Prognosen sorgt KI in deutschen Unternehmen für ein kräftiges Beschäftigungswachstum und beeindruckende Renditen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie von Snowflake.

Gorodenkoff | shutterstock.com
Roboter und Algorithmen machen die menschliche Arbeitskraft massenhaft überflüssig – diese Befürchtung ist in vielen KI-Diskussionen zu hören. Eine aktuelle Studie des AI-Data-Cloud-Unternehmens Snowflake und des Marktforschungshauses Omdia zeichnet dagegen ein völlig anderes Bild: In deutschen Büros und Fabrikhallen sorgt KI demnach nicht für den befürchteten Kahlschlag, sondern ein überraschendes Beschäftigungswachstum.
Für die Studie „The ROI of Gen AI and Agents“ wurden 2.050 Führungskräfte aus den Bereichen Wirtschaft und Technologie in zehn Ländern befragt, davon rund 150 aus Deutschland. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt differenzierter ausfallen, als es die öffentliche Debatte häufig nahelegt: Ganze 81 Prozent der befragten deutschen Unternehmen berichten von einem Beschäftigungswachstum im Zusammenhang mit KI.
Deutschland als internationaler Spitzenreiter
Während weltweit 42 Prozent der Firmen angeben, dass KI in den letzten zwölf Monaten neue Stellen geschaffen hat, liegt Deutschland mit 58 Prozent einsam an der Spitze. Demgegenüber steht ein Stellenabbau bei lediglich neun Prozent der Unternehmen. Bei 23 Prozent wurden sowohl neue Stellen geschaffen als auch andere reduziert.

58 Prozent berichten von neuen Stellen durch KI, neun Prozent von Stellenabbau. Bei 23 Prozent der Unternehmen wurden sowohl neue Stellen geschaffen als auch andere reduziert.
Snowflake
Dabei entstehen nicht nur hochspezialisierte Experten-Jobs für KI. Der Aufschwung erfasst der Studie zufolge breite Bereiche wie den IT-Betrieb, die Softwareentwicklung und die Cybersicherheit. Es scheint, als würde KI eher Rollen transformieren und erweitern, anstatt Menschen schlicht zu ersetzen.
Der nächste Schritt: Von der Antwort zur Tat
Dabei bleibt die Entwicklung jedoch nicht beim bloßen Generieren von Texten oder Bildern mittels GenAI stehen. Der Trend geht massiv in Richtung Agentic AI. Während herkömmliche generative KI lediglich Ergebnisse liefert, können diese autonomen Agenten komplexe Aufgaben eigenständig ausführen.
Sie werden zu digitalen Partnern, die beispielsweise bei der Softwareentwicklung helfen – bereits heute wird fast die Hälfte des weltweiten Codes per KI generiert. In Deutschland sind die Unternehmen laut Snowflake besonders agil: 69 Prozent haben KI-Agenten bereits eingeführt oder planen dies innerhalb des nächsten Jahres. Zum Vergleich: Der globale Durchschnitt liegt bei nur 57 Prozent.
Stolpersteine
Trotz der Euphorie gibt es weiterhin Stolpersteine. Ein großes Problem ist dabei die Schatten-KI: Rund 57 Prozent der Befragten geben zu, dass bei in ihrem Unternehmen nicht genehmigte KI-Tools genutzt werden. Insbesondere in Abteilungen wie HR und Sales stellt dies ein Sicherheitsrisiko dar. Zudem kämpfen viele Firmen noch mit der Datenqualität. Nur 20 Prozent der unstrukturierten Daten gelten wirklich als KI-ready.
„Der größte ROI entsteht heute nicht mehr durch einzelne Experimente“, betont Dayne Turbitt, Senior Vice President für EMEA bei Snowflake. Entscheidend sei vielmehr, KI tief in die zentralen Geschäftsprozesse zu integrieren und dabei eine vertrauenswürdige Infrastruktur aufzubauen. Denn am Ende gelte: Keine KI-Strategie ohne solide Datenstrategie.





