Zwei Frauen wollen nach oben

Das Ziel ist C-Level

29.04.2020 von Karen Funk
Angelica Timofte von Merck gewann 2016 den Young Talent Award, Julia Marhan von B.Braun Melsungen 2018 den CIO Executive Award. Beide Managerinnen setzen Kurs auf oberste Führung.
Julia Marhan, B. Braun Melsungen, gewann 2018 den CIO Executive Award der CIO-Stiftung.
Foto: Foto Vogt

"Da oben möchte ich auch einmal stehen," kommentierte Julia Marhan spontan, als 2018 zwei Top-CIOs auf die Bühne kamen und ihre Pokale entgegennahmen. Es war der Gala-Abend vom IT-Wettbewerb "CIO des Jahres", der die besten IT-Chefs im deutschsprachigen Raum auszeichnet. Jutta von Mikusch-Buchberg gewann damals für Premium AEROTEC in der Kategorie Großunternehmen, Brigitte Falk für CRONIMET im Mittelstand. Aber auch Marhan gehörte an jenem Abend zu den Gewinnern, denn im Rahmen der Gala wurde ihr der "CIO Executive Award" verliehen. Dieser Preis wird von der CIO-Stiftung ausgelobt und beinhaltet ein berufsbegleitendes MBA-Studium an der WHU Otto Beisheim School of Management und der Kellogg School of Management.

Frauenpower: Julia Marhan, B. Braun Melsungen (2. v. li.), gewann 2018 den CIO Executive Award. Hier im Bild mit TV-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (li.) sowie Jutta von Mikusch-Buchberg (2. v. re.) und Brigitte Falk (re.), die beim "CIO des Jahres 2018" mit Top-Platzierungen nach Hause gingen.
Foto: Foto Vogt

Seitdem sind fast zwei Jahre vergangen, inzwischen ist Marhan im letzten Semester des Executive-Education-Programms und schreibt an ihrer Masterarbeit. Darin soll es um die kulturellen Veränderungen in Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung gehen.

In die IT gerutscht

Ursprünglich hatte Marhan (40) Betriebswirtschaft studiert, rutschte dann in einer früheren Position bei Nestlé über ein SAP-Implementierungsprojekt in die IT und ist dabei geblieben. Gut dreieinhalb Jahre war sie anschließend als Consultant bei IBM tätig, bevor sie 2010 zu B. Braun Melsungen kam. Bei dem hessischen Pharma- und Medizintechnik-Konzern ist sie inzwischen als Director Business Consulting & Enterprise Architecture zuständig für die globale Standardisierung und Harmonisierung der Unternehmensprozesse mit Hilfe von SAP S/4 im Rahmen der Digitalisierungs-Offensive des Unternehmens.

Die Managerin vergleicht ihren Job mit dem eines Stadtplaners, der beispielsweise entscheiden muss, wo und wie ein Fußballfeld oder ein Hochhaus entstehen soll. "Als Enterprise Architect muss man entscheiden, welche Software wo eingesetzt werden soll und dafür sorgen, dass kein Wildwuchs an Technologie im Unternehmen entsteht." Also lieber eine oder zwei Lösungen betreiben, statt zehn unterschiedliche, sonst leidet die Kosteneffizienz.

Zwischen IT und Business vermitteln

Ihre Ausbildung als Betriebswirtin kommt Marhan im Job zu Gute, denn sie versteht beide Seiten: die IT und das Business. "Ich war nie ein richtiger Techie, aber ich verstehe die Prozesse und sehe mich als Vermittlerin zwischen den Welten." Und sie ist stolz darauf, dass sie mit ihrer Arbeit bei B.Braun Melsungen dazu beiträgt, die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern.

Marhan möchte ganz klar Verantwortung im Unternehmen übernehmen: "Dazu gehört mehr, als nur die Technologie zu verstehen. Es geht darum, wie nehme ich die Menschen mit in Zeiten von Digitalisierung und Robotics." Dazu müsse man den Mensch in den Mittelpunkt stellen, das merke sie vor allem jetzt im weiterführenden Studium.

Die weiblichen Top-CIOs
Hauke Stars
Seit Februar 2022 ist Hauke Stars IT-Vorständin und Chief Information Officer bei Volkswagen.
Christiane Vorspel
Christiane Vorspel wird ab Oktober COO im Vorstand der Commerzbank und verantwortet damit auch die IT. Sie kommt von der LBBW.
Katrin Lehmann
Als CIO der Mercedes-Benz Group AG und der Mercedes-Benz AG verantwortet Katrin Lehmann die globale IT für alle Geschäftsbereiche, Marken und Märkte und berichtet direkt an den CEO.
Melanie Fichtner
Zum 1. Februar 2024 hat Melanie Fichtner den CIO-Posten bei der Baywa übernommen. Zuvor leitete sie die operative IT des Konzerns.
Aude Vik
Seit Anfang 2024 ist Aude Vik Geschäftsbereichsleiterin Informationstechnologie bei der Techniker Krankenkasse.
Petra Clemens
Seit Februar 2022 ist Petra Clemens für die IT-Transformation beim Eisenbahn-Logistiker VTG zuständig. Sie bringt fundierte Expertise auch in Sachen Change Management mit.
Ulrike Hetzel
Ulrike Hetzel hat Anfang 2023 den Vorsitz des Bereichsvorstands von Bosch Digital übernommen. Die neue Konzerneinheit ist entstanden aus der Zusammenlegung der ehemaligen Corporate IT sowie der IoT-Tochter Bosch.IO.
Nicole Göbel
Nicole Göbel ist seit dem 1. Februar 2022 Vorsitzende der Geschäftsführung bei DB Systel.
Kenza Ait Si Abbou
Vom Anbieter zum Anwender: Seit 1. September 2023 verantwortet Kenza Ait Si Abbou als CTO die IT im Vorstand von Fiege. Die KI-Expertin war zuvor bei IBM.
Stefanie Kemp
Seit dem 1. September 2022 ist Stefanie Kemp Chief Transformation Officer im Vorstand der Sana Kliniken. Die Stelle wurde neu geschaffen. Die Managerin verantworten alle digitalen Bereiche und Projekte, die IT sowie Prozessoptimierung und -management.
Elke Reichart
Seit dem 1. November 2023 ist Elke Reichart Chief Digital Transformation Officer (CDTO) bei Infineon.
Christine Serrette
Christine Serrette ist seit November 2021 Vize Direktorin - technische Leitung bei Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund).
Martina Ritzer
Seit April 2021 leitet Martina Ritzer den IT-Bereich von CWS International. Sie soll die IT am Business ausrichten und die Cybersecurity ausbauen.
Birgit Bacher
Zum 1. Februar 2022 übernahm Birgit Bacher als Chief Operating Officer (COO) den Vorstandsbereich Operations und IT bei der Allianz Direct Versicherungs-AG.
Petra Finke
Mit Petra Finke beruft die Dekra SE erstmals einen Chief Digitalization Officer (CDO). Finke zog zum 1. Juli 2023 in den Vorstand ein.
Jutta von Mikusch-Buchberg
Seit 1. Juni 2022 ist Jutta von Mikusch-Buchberg Head of Digital Transformation beim Chemie-Unternehmen Covestro.
Hong Huang-Bolz
CIO von Evident für den Großraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) ist seit März 2022 Hong Huang-Bolz. Sie verantwortet zudem die Enterprise Architecture der globalen Organisation.
Dorothée Appel
Nach CIO-Engagements bei ABN Amro und Zurich machte Dorothée Appel im April 2023 den nächsten Karriereschritt und stieg bei der Deutschen Bahn ein.
Gülnaz Önes
Seit Juni 2022 ist Gülnaz Önes Global CIO bei der Mercedes-Benz Mobility AG. Die Managerin blickt auf eine über 20-jährige Karriere bei Daimler zurück und war zuletzt Director Engineering IT & CTO bei der Daimler Truck AG.
Kathrin Braunwarth
Kathrin Braunwarth verantwortet ab Ende September 2023 als CIO die IT-Geschicke der Axa Schweiz als Mitglied der Geschäftsleitung. Zuvor war sie IT-Bereichsleiterin beim Konzern Versicherungskammer.
Sandra Rauch
Sandra Rauch, bislang CIO und CDO bei beim Pharma- und Gesundheitsunternehmen Omnicare, tritt im Dezember 2023 als CDO in die Geschäftsführung bei Eon Energie ein.
Sabina Kusmin-Tyburski
Zum 1. Februar 2024 übernimmt Sabina Kusmin-Tyburski den CIO-Posten bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG).
Andrea Sturmfels
Seit August 2020 ist Andrea Sturmfels CIO von Helvetia Deutschland.
Isabelle Droll
Isabelle Droll ist CIO der TUI Airline. Seit Oktober 2021 ist sie zudem Group IT Director TUI Musement, Corporate und Sustainability.
Verena Siemes
Verena Siemes ist seit Ende 2021 CIO der Bundeswehr Bekleidungsmanagement GmbH. Ihre Hauptaufgaben liegen im Bereich Restrukturierun, Neuaufbau der gesamten IT Landschaft und Einführung von SAP S/4 HANA.
Hanna Huber
Hanna Huber hat die Branche gewechselt. Die Ex-CIDO des Modehändlers Calida stieg im April 2024 beim Reiseunternehmen Flix ein.
Donya-Florence Amer
Donya-Florence Amer ist CIO und CHRO und die erste Frau im Vorstand von Hapag-Lloyd. Sie übernahm den Posten zum 1. Februar 2022. Amer folgte auf Martin Gnass.
Mercedes Eisert
Seit dem 1. Februar 2024 verantwortet Mercedes Eisert die Digitalgeschicke der Max-Planck-Gesellschaft.
Uta Knöchel
Uta Knöchel, noch CIO des Berliner Flughafens BER, übernimmt im Juni 2023 die Geschäftsführung beim IT-Dienstleister des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Annette Hamann
Annette Hamann ist seit 2020 CIO bei der Hamburger Beiersdorf AG. Ihre Vorgängerin Barbara Saunier ist im Ruhestand.
Jasmin Kaiser
Seit Anfang Mai 2023 leitet Jasmin Kaiser die IT der Lufthansa Cargo. Sie kommt von der Lufthansa Group. mehr erfahren
Laura Müller
Die Debeka hat eine neue IT-Vorständin. Laura Müller steigt intern auf und folgt auf Roland Weber, der das Unternehmen verlässt.
Ursula Soritsch-Renier
Nach zwei Jahren bei Nokia wechselte Ursula Soritsch-Renier Mitte März 2021 als CDIO zum französischen Industriekonzern Saint-Gobain.
Antje Kiss
Im September 2018 hat die Juristin Antje Kiss die Leitung der Abteilung 2 im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg übernommen. Die Abteilung ist zuständig für Informationstechnik, Controlling, Statistik und Risikomanagement.
Meg Greenhouse
Meg Greenhouse ist SVP Zalando Technology Foundation und verantwortet die IT-Infrastruktur des Unternehmens. Dazu gehören unter anderem die Digital Workplace-Lösungen zur Verbesserung des Arbeitsalltages, Finanzlösungen, zentrale Datenplattformen und die Informationssicherheit aller virtuellen Vermögenswerte von Zalando. Meg Greenhouse startete im September 2017 als VP Corporate Technology bei Zalando.
Hanna Hennig
Hanna Hennig ist seit Januar 2020 CIO der Siemens AG. Davor war sie ab Juli 2018 CIO beim Lichthersteller Osram. Sie kam vom Stromkonzern E.ON, wo sie seit Dezember 2013 als Geschäftsführerin der E.ON Business Services GmbH in München für die weltweite Versorgung von IT-Dienstleistungen der E.ON und Uniper Gruppe verantwortlich zeichnete.
Simone Bock
Der Finanzdienstleister State Street Bank International GmbH hat Simone Bock zum Head of IT ernannt. Seit dem 1. Dezember 2022 leitet Bock von München aus die IT der State Street Bank International GmbH (SSBI). Die erfahrene IT-Managerin kommt von der BNP Paribas Group.
Katharina Knötel
Katharina Knötel hat im August 2021 den CIO-Posten bei Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) von Christian Rasche übernommen, der Mitte Juni zu The Coca-Cola Company gewechselt ist. Sie berichtet sowohl an Peter Brickley, CIO von CCEP, als auch die Geschäftsführung der deutschen Dependance. Knötel ist Teil der hiesigen Geschäftsführung und hat zudem einen Sitz im internationalen BPT-Führungsteam. Sie leitet den Bereich Business, Process and Technology (BPT) in Deutschland und ist unter anderem verantwortlich für Vertriebs- und Lieferkettenlösungen.
Dorothea Brons
Seit 1. Januar 2022 zeichnet Dorothea Brons für den Zentralbereich Information und Technologie Management am Airport Hamburg verantwortlich. Die Managerin übernimmt in Personalunion zudem die Geschäftsführung der 100-prozentigen IT-Tochter AIRSYS, die die IT-Systeme am Flughafen entwickelt, optimiert und integriert. Brons wird vor allem den digitalen Wandel beim Hamburger Flughafen vorantreiben sowie sich dem Thema Second Generation Outsourcing widmen.
Alena Kretzberg
Zum 1. März 2023 wechselt Alena Kretzberg von der Commerzbank zu Volkswagen Financial Services. Die neue IT-Vorständin folgt auf Mario Daberkow.
Arlene Bühler
DB Cargo hat mit Arlene Bühler eine neue Digitalisierungschefin. Anfang November 2021 übernahm Bühler die Funktion mit dem Titel IT and Digitalization, CIO/CDO. Der Logistik-Konzern hat diese Position neu geschaffen, um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.
Saskia Kohlhaas
Saskia Kohlhaas ist seit November 2021 Senior Vice President Information Technology beim Engineering-Dienstleister der Automobilindustrie IAV.
Manuela Moog
Am 1. Januar 2022 hat Manuela Moog das Vorstandsressort IT/Operations der Basler Versicherungen übernommen.
Katja Burkert
Zum 1. Juli 2021 steigt Katja Burkert als CIO bei Intersport ein. Sie folgt auf Lars-Eric Pusch, der zur Drogeriekette Müller wechselte.
Christa Koenen
Seit 1. September 2021 ist Christa Koenen, ehemals Bahn-CIO, Digitalvorständin von DB Schenker.
Dilek Bocuk
Nach rund 17 Jahren bei Bayer stieg Dilek Bocuk im April 2022 als CIO bei Siemens Mobility ein.
Aysel Osmanoglu
Aysel Osmanoglu ist seit Oktober 2017 Mitglied des Vorstands und der Geschäftsleitung der GLS Bank in Bochum. Sie ist dort zuständig für Infrastruktur sowie IT und Mitglied der Zukunftswerkstatt. Osmanoglu stieg 2006 als Trainee ein und wurde 2013 zur Bereichsleiterin Basisgeschäft Marktfolge ernannt. Osmanoglu absolvierte ein Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre, zugleich ist sie diplomierte Bankbetriebswirtin Management der Akademie Deutscher Genossenschaften.
Claudia Nemat
Claudia Nemat leitet seit Juli 2016 den Vorstandsbereich Technologie und Innovation bei der Deutschen Telekom. Die Vorstandsfrau war bisher für Europa und Technik zuständig. Nemat studierte Physik an der Uni Köln, wo sie auch am Institut für Theoretische Physik und Mathematik unterrichtete. Sie kam im Oktober 2011 zur Deutschen Telekom. Vor ihrem Wechsel arbeitete sie 17 Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company, wo sie im Jahr 2000 zum Partner und 2006 zum Senior Partner gewählt wurde.
Gülay Stelzmüllner
Gülay Stelzmüllner, zuvor seit April 2022 CIO der Allianz Technology, stieg zum 1. Juli 2023 in das Executive Management Team des Unternehmens auf: Sie wird eine von vier CTOs in der Geschäftsführung mit dem Verantwortungsbereich Area 4.
Ina-Maria Ulbrich
Ina-Maria Ulbrich ist seit November 2016 Staatsekretärin im neu geschaffenen Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern und damit Landes-CIO. Aus "Landesentwicklung" wurde "Digitalisierung". Die Juristin wurde 2002 Regierungsrätin und Referentin im Umweltministerium, beim Landkreis Ostvorpommern und im Wirtschaftsministerium. Von 2006 bis 2008 leitete sie das Büros des Ministers für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, von 2008 bis 2011 war Ulbrich Leiterin des Büros des Ministerpräsidenten. Ulbrich vertritt das Land auch im IT-Planungsrat.
Kristina Sinemus
Seit dem 18. Januar 2019 ist Kristina Sinemus hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung. Das Ministerium wurde neu geschaffen. 1998 wurde die promovierte Biologin geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsfirma Genius. Seit 2014 war sie Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Darmstadt. 2011 wurde sie zur Professorin an der Privathochschule Quadriga in Berlin berufen.
Melanie Kehr
Melanie Kehr ist seit April 2018 IT-Verantwortliche bei der staatlichen Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Seit 2014 leitete sie als Bereichsleiterin Group IT den Bereich Informationstechnologie der BayernLB. Zunächst war Kehr Generalbevollmächtige der KfW, seit März 2019 ist sie auch Mitglied im Vorstand der Bank.
Oksana Näser
Oksana Näser, bis vor kurzem noch CIO bei Casio Europe, leitet als Vice President die IT bei der Hamburger Hotelgruppe Novum Hospitality.
Claudia Dill
Seit Frühjahr 2012 verantwortet Claudia Dill als COO (Chief Operation Officer) auch die IT der Sparte General Insurance beim Schweizer Versicherungskonzern Zurich. Sie berichtet an den obersten IT-Entscheider des Unternehmens, Kristof Terryn.
Anna Kopp
Anna Kopp ist seit Februar 2015 Director IT Germany - Area Capabilities Lead bei Microsoft Deutschland. Kopp ist seit 2004 im Unternehmen, zuletzt seit 2010 als Senior Program Manager Customer Satisfaction and Sales Excellence Relationship Management Global Operations A&O. Die in Skövde/Schweden geborene Kopp kam 2004 über Stationen im Vertrieb und Management bei Coremedia, Sun Microsystems, Silicon Graphics und Interwoven zu Microsoft. Dort war sie vor ihrer Tätigkeit als Global Senior Program Manager unter anderem als EMEA Inside Account Management Lead sowie als Head of Services and Operations für Microsoft Advertising C&O (Consumer und Online) tätig.
Anke Sax
Die Münchner Fondsgesellschaft KGAL erweitert ihre Geschäftsleitung: Im Februar 2021 übernahm Anke Sax als COO und CTO die Verantwortung für die IT.
Susanne Steffen
Seit Juli 2023 ist Susanne Steffen CIO beim Handels- und Logistikunternehmen ISG Intermed Service. Steffen kommt vom Getreideverarbeiter GoodMills Deutschland.

Der MBA ist ein weiterer Schritt auf ihrer Karriereleiter; ihr CIO Gerd Niehage hatte sie für das Stipendium und den Preis vorgeschlagen. Das Studium läuft über zwei Jahre: Alle sechs Wochen stehen sechs Tage Präsenzunterricht an der WHU in Vallendar auf dem Programm, die Zeiten dazwischen sind Eigenstudium. Mindestens ein frei wählbares Auslandsmodul, sowie ein Pflichtmodul an der Northwestern in Chicago komplettieren die Ausbildung – Marhan hatte Miami gewählt, wo sie zehn Tage auf dem Kellogg-Campus mit dem Schwerpunkt "Leading Organizational Transformation" studieren sollte. Durch Covid-19 und die weltweiten Vorsichtsmaßnahmen verschiebt sich das nun erst einmal.

Das WHU-MBA-Programm vermittelt aber nicht nur wertvolle Studieninhalte, sondern vor allem Kontakte auf Augenhöhe, denn alle Teilnehmer des Studiengangs sind auf Executive Level. Das wird streng kontrolliert, die Auswahl ist hart, nicht jeder kann mitmachen. Marhan gefällt, dass die Kommilitonen aus unterschiedlichen Branchen kommen und viele Entrepreneure dabei sind. Man tausche sich viel fachlich aus, knüpfe wertvolle Kontakte und schließe Freundschaften. Zudem schätzt sie die Alumni-Netzwerke, in die das Programm eingebettet sei, ob jetzt von der WHU selbst oder auch andere Ivy-League-Netzwerke, zu denen man schon jetzt vor Abschluss des Studiums eingeladen werde.

Spagat zwischen Karriere und Familie

Bald hat Marhan ihren MBA in der Tasche, bis Mai muss sie noch drei Prüfungen absolvieren und parallel die Masterarbeit schreiben - das alles neben Karriere und Familie. Die Managerin hat drei Kinder, ihr Mann ist ebenfalls Führungskraft in einem großen Unternehmen. Und jetzt in der Corona-Krise fallen auch noch Schule und Kindergarten weg. Wie funktioniert das? "Wenn man es will, geht es irgendwie", sagt sie. Und fügt hinzu: "Das wichtigste ist, dass man sich mit dem Partner einig ist." Sie habe von Anfang an gesagt, dass sie gleichberechtigt Karriere machen und nicht zurückstecken wolle. Der Rest sind Organisation, Disziplin und Improvisation.

Vereint Karriere mit Familie: Julia Marhan von B. Braun Melsungen und ihr Mann.
Foto: Foto Vogt

Organisatorisch geht es nicht ohne Unterstützung von Mutter, Schwiegermutter und Kinderfrau, da ist Marhan ehrlich. In die Finanzierung der Betreuung fließe viel Geld hinein. Auch Reisen sei für sie nur eingeschränkt möglich, denn die Managerin legt Wert darauf, zum Frühstück und Abendessen bei den Kindern zu sein und die Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen. Die Wochenenden gehören ebenfalls der Familie. "Zeit ist knapp und es geht auch teilweise mit Herzschmerz einher", gibt sie zu. "Man muss sich bewusst sein, was nicht geht: Hobbies, viele soziale Kontakte. Alle Freizeit ist für die Kinder."

Ich war keine Ausnahme

Kam früh mit IT in Berührung: Angelica Timofte, Lead to Order Process Owner bei Merck.
Foto: Merck

Angelica Timofte (32) war gerade beruflich zwei Wochen in Indien, jetzt ist sie zurück in Frankfurt. Die Managerin, seit sechs Jahren für das Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck tätig, betreut als Lead to Order Process Owner ein globales E-Commerce-Projekt mit einem über viele Länder verteiltes Team (China, Indien, USA und Deutschland). Ziel ist es, ein neues Business-Modell zu implementieren. "Gerade jetzt in Zeiten von Corona merken die Leute, wie wichtig es ist, Zugang zu mobilen Plattformen zu haben", sagt sie.

Die gebürtige Rumänin studierte wie Marhan Betriebswirtschaft und besitzt einen Master in International Management von der Wirtschaftsakademie in Bukarest mit einigen Auslandssemestern in Barcelona. Mit IT kam Timofte schon früh Kontakt und lernte coden, denn Computer Science ist in Rumänien ab der 5. Klasse Gymnasium Unterrichtsfach. Auch an der Uni belegte sie einige IT-Kurse. "Ich war dort keine Ausnahme", lacht sie, denn die Geschlechterverteilung in naturwissenschaftlichen Fächern sei in ihrem Heimatland 50 zu 50.

Gehalt: 5 Verhandlungstipps für Frauen
Strategie ist Trumpf
Zum einen sollten sich Frauen grundsätzlich darauf einstellen, dass überhaupt verhandelt wird. Zum Zweiten geht es um das Konkrete: wie viel „Puffer“ kalkuliert man ein? Mit welchen Argumenten belegt man die eigene Forderung? Solche Fragen muss man vorbereiten.
Sich selbst eine gute Spielpartnerin sein
Wer nicht wirklich von sich selbst überzeugt ist, könnte über den „innerlichen Kritiker“ stolpern. Eine typisch weibliche Schwäche. Frauen sollten sich bewusst machen, was sie schon geschafft haben. Sie können zum Beispiel Zeugnisse oder Auszeichnungen über ihrem Schreibtisch aufhängen oder sich die Mails mit den anerkennenden Worten ihrer Kunden durchlesen.
Cool und professionell bleiben
Es geht nicht um ein undurchsichtiges Pokerface. Wohl aber um sachliche Distanz. Will das Gegenüber Forderungen herunterhandeln, dann ist das bitte nicht als persönlicher Angriff zu verstehen. Der Verhandlungspartner versucht eben, für sich oder sein Unternehmen einen guten Preis herauszuholen.
Pulver nicht zu schnell verschießen
Frauen neigen zu der Haltung: Bevor wir hier noch ewig herum verhandeln, gebe ich eben nach – sonst geht ja nie was vorwärts. Sie müssen verstehen, dass die Verhandlung Teil ihrer Arbeit oder ihres Auftrags ist und kein lästiges Beiwerk.
Die Verhandlung spielerisch sehen
Eine spielerische Haltung kann nicht schaden. Frauen können sich die Argumente als Karten vorstellen. Wer wird welchen Spielzug ausführen? Hier gilt das Motto: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!"
Sandra Schubert
Sandra Schubert versteht sich als Expertin für Verkauf und positive Psychologie. Sie engagiert sich außerdem als Mentorin für ein MINT-Programm an der Fachhochschule Rosenheim (Hochschule für angewandte Wissenschaften). Ihre Beobachtung: "Die jungen Frauen brauchen keine Schutzzäune mehr!"
Tanja Peters
Tanja Peters ist Verhandlungsexpertin, systemische Beraterin und Trainerin. Weil Erfolg nicht nur Kopfsache ist, biete sie auch MUTMuskeltraining an.

"Aber heute bin ich oft die einzige Frau", gibt Timofte zu. Nicht nur, weil sie in der IT-Branche arbeitet und ihre Kollegen meist Softwareentwickler, Softwarearchitekten oder Data Analysts sind: Sie beobachtet hierzulande generell, dass es immer weniger Frauen gibt, je höher man die Karriereleiter hochklettert. "In Deutschland sind IT und Führung immer noch von Männern dominiert", beklagt die Managerin.

Netzwerke helfen

Mit ihren Freundinnen gründete Angelica Timofte, Merck (links), 2018 den BitterSweet-Club und veranstaltet einmal im Jahr den "Inspiring Women Summit": Ada Salas, Merck (2. von links) und Luana Alexe, Deutsche Telekom (rechts).
Foto: BitterSweet Club

Dieses Ungleichgewicht bewog sie, 2018 mit zwei Freundinnen (Ada Salas von Merck und Luana Alexe von Deutsche Telekom) ein Netzwerk für Frauen zu gründen (BitterSweet-Club), um Frauen in ihrer Karriere zu unterstützen. Neben anderen Aktivitäten organisiert der Club einmal im Jahr den "Inspiring Women Summit" mit Workshops und Vorträgen. "Wir brauchen Frauen. Die IT braucht Frauen", sagt Timofte, denn der Männer-Pool allein decke den Bedarf an IT-Fachkräften nicht ab. Es gehe doch letztendlich darum, gute Leute und kluge Köpfe aus beiden Geschlechtern zu finden, nicht nur unter dem Aspekt Diversity.

Umso mehr freut sich Timofte über die Unterstützung ihres damaligen Chefs James Stewart. Der CIO erkannte ihre Ambitionen und schlug sie 2016 für den "Young Talent Award" vor. Dieser Preis wird wie der CIO Executive Award von der CIO-Stiftung ausgelobt und umfasst ein berufsbegleitendes MBA-Studium an der WHU in Vallendar. Timofte setzte sich gegen alle Mitbewerber durch und ergatterte das hochdotierte Vollstipendium.

Tipps für ambitionierte Frauen in der IT
Tipps für ambitionierte Frauen in der IT
Frauen in der Position des CIO sind noch selten. Wer es als Frau in eine Führungsrolle beziehungsweise zur IT-Managerin schaffen will, sollte folgend Karrieretipps beachten, um in der IT-Branche durchstarten zu können. (Quelle: Cynthia Stoddard/Adobe)
"Stretch yourself"!
Verlassen Sie Ihre Komfortzone. Seien Sie immer offen und empfänglich, Neues zu lernen und neue Aufgaben zu übernehmen.
Bauen Sie ein Vertrauensnetzwerk auf!
Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Kollegen und Vorgesetzten kennenzulernen, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu schaffen. Dies ist ein Riesenvorteil und eine effektive Möglichkeit, Vorurteile abzubauen.
Vermarkten Sie sich selbst!
Erzählen Sie Menschen über Ihren Background, Ihre Erfahrungen und Interessen. Die Leute können Ihre Gedanken nicht lesen. Zeigen Sie, ob Sie an einem Projekt arbeiten möchten oder eine Idee beisteuern können, die das Projekt vorantreibt. Ist dies der Fall, ergreifen Sie die Initiative, um Ihren Ansatz bekannt zu machen.
Seien Sie ein Vorbild!
Nehmen Sie sich immer die Zeit, ein Mentor zu sein sowie Erfahrungen und Wissen mit anderen Teammitgliedern zu teilen. Nur so entsteht eine wechselseitige Beziehung, von der auch Sie am Ende profitieren werden.
Lernen Sie aus Misserfolgen und reagieren Sie!
Es braucht Führungskompetenz, wenn Sie sich eingestehen müssen, dass die Dinge gerade nicht so gut laufen oder nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Gute Leader lernen aus ihren Fehlern und reagieren schnell mit einer Kurskorrektur.

Nicht nur die Studieninhalte waren für ihren weiteren Karriereweg hilfreich, sondern vor allem die Kontakte, die sie im Rahmen der Weiterbildung knüpfen konnte. Denn wie Marhan war sie zu dem umfangreichen Alumni-Kreis der WHU und deren befreundeter internationaler Universitätsnetzwerke eingeladen, wie von Stanford, Harvard und andere. "Das bereichert das Leben in beruflicher aber auch privater Hinsicht", erklärt Timofte.

Gesundes Selbstbewusstsein

Karrieretechnisch hat Timofte eine ganz klare Vision: C-Level. "Ich bin ehrgeizig. Ich glaube, dass ich sehr gut in einer CIO-Position wäre", sagt sie selbstbewusst. Denn: Sie vereine die beiden Welten IT und Business – eine Qualifikation, die für die Position des IT-Chefs unerlässlich sei. Je höher man kommt, desto größer sei zwar der Wettbewerb, aber davor habe sie keine Angst.

Sei deine eigene Heldin

Was rät die Powerfrau anderen Frauen, die Karriere machen wollen? "Guckt tief in euch hinein und findet heraus, was euch antreibt, wo ihr eine Verbindung spürt", sagt sie. Das gebe einem die Kraft und die Motivation, alles erreichen zu können. Nur andere zu kopieren, reiche nicht aus, denn das seien externe Motivatoren. Sie selbst hat sich Oscar-Rede von Schauspieler Matthew McConaughey zu Herzen genommen, der dem Publikum zurief: "Be your own hero!" Timoftes Appell daher an alle: "Überwindet eure Ängste und probiert es einfach aus!"

CIOs, die vielversprechende Talente in Ihrer IT-Abteilung fördern wollen, können diese für den Young Talent Award und den CIO Executive Award vorschlagen. Diese berufsbegleitenden Stipendien vergibt die CIO-Stiftung auch dieses Jahr wieder. Details zur Bewerbung erhalten Sie bei Dr. Peter Kreutter, WHU, peter.kreutter@whu.edu, und lesen Sie hier: www.cio-stiftung.de. Bewerbungsschluss: 5. Juni 2020.

10 Kleidungstipps für Business-Frauen
Knitterfreier Stoff
Wählen Sie einen Stoff für Kostüm oder Anzug aus, der nicht schnell knittert. Prüfen Sie beim Kauf, ob sich der Stoff schnell wieder glättet.
Mantellänge
Mäntel sollten länger als der Rocksaum sein. Ist das nicht möglich, tragen Sie einen Mantel/Jacke, die deutlich (über zehn Zentimeter) kürzer ist als der Rock.
Schmuck
Kombinieren Sie nie Modeschmuck mit echtem Schmuck! Weniger ist mehr: Eine schlichte, dezente Goldkette ist perfekt für den Business-Look.
Accessoires
Denken Sie an Ihre Außenwirkung! Faustregel: Verzichten Sie auf verspielte und kindliche Accessoires im Business. Ein Seidentuch schützt nicht nur vor Klimaanlagen, sondern auch vor Blicken in den Ausschnitt. Aber bitte keine dicken Wollschals zum Büro-Outfit tragen, auch wenn Schals derzeit Trend sind.
Ihr Kleidungsstil muss zum Unternehmen passen
Überprüfen Sie Ihren Kleiderstil dahingehend, ob er mit der Kernaussage des Unternehmens, für das Sie arbeiten, übereinstimmt.
Gesamteindruck
Erfüllen Sie in Ihrer Kleiderwahl mehr als nur "die Pflicht"! Sorgsamkeit bei Frisur, Make-up und Accessoires zahlen sich aus.
Blusenkragen
Der Blusenkragen wird normalerweise unter dem Blazer getragen. Um einen zu harten Kontrast im Winter zwischen Anzug und (blassem) Gesicht zu vermeiden, kann der Kragen aber auch über dem Blazer getragen werden.
Ton in Ton
Arbeiten Sie bei der Wahl Ihrer Garderobe mit Ton-in-Ton-Kombinationen. Das heißt - zumindest im Business: ohne große Kontraste. So fallen kräftige Körperpartien weniger auf.
Dunkle Farbtöne
Je dunkler Sie die Farbe Ihres Outfits wählen, desto seriöser wirken Sie.
Ihren Typ unterstreichen
Die Farbe, die Ihren Typ unterstreicht, sollte möglichst in der Nähe Ihres Gesichts sein (z. B. Bluse oder Tuch).