CW-Ranking: Die meistgenannten Unternehmen im September 2006

13.10.2006
Gemeinsam mit dem Nachrichtendienstleister Factiva präsentiert COMPUTERWOCHE.de drei Rankings. Die meistgenannten IT-Unternehmen, die meistgenannten IT-Manager und die meistgenannten IT-Begriffe. Diese Rangreihen werden monatlich aktualisiert. Sie basieren auf der Auswertung von insgesamt 146 Tageszeitungen, Magazinen und Nachrichtenagenturen. Diese Woche präsentieren wir Ihnen das Ranking für die Top IT Unternehmen im September.

Microsoft - Zune, Vista, Yahoo und das EU-Kartellamt

Die Top 10 der meistgenannten IT-Unternehmen im September 2006.

Auch im September konnte sich der Industrie-Gigant Microsoft wieder den ersten Platz im COMPUTERWOCHE-Index der meistgenannten IT-Unternehmen sichern. Vier Meldungen des Unternehmens beschäftigten die Medien in diesem Monat. Als Konkurrenz zum Marktführer iPod von Apple stellte Microsoft Ende September seinen mit Spannung erwarteten MP3-Player "Zune" vor. Analysten zufolge ist Zune robuster als sein Apple-Konkurrent. Dies könnte im Markt ein Nachteil werden, da Kunden „eher sexy statt nützlich kaufen“, und Microsoft scheint eher „einen nützlichen Weg“ eingeschlagen zu haben. Analyst Michael Gartenberg von Jupiter Research denkt, dass Microsoft in der ersten Zeit ein Verlustgeschäft erwarten könne. Microsoft denke aber langfristig und rechne damit, dass Apple „in dem Wettbewerbsmarathon irgendwo und irgendwann stolpert.“

Ferner hat Microsoft im September in Mannheim die diesjährigen Partner-Awards in 14 Kategorien verliehen. Der Wettbewerb „Microsoft Partner 2006“ richtet sich an IT Unternehmen, die als "Microsoft Certified", "Gold Certified Partner" oder "Small Business Spezialist" aktiv am Microsoft Partnerprogramm teilnehmen. Die jetzt gekürten Unternehmen haben bei der Entwicklung, Implementierung und beim Vertrieb von individuellen Kundenlösungen besonders kreative Ansätze verfolgt.

Auch Yahoo und Microsoft sind bezüglich der geplanten Verknüpfung ihrer Messenger-Systeme im September einen bedeutenden Schritt weitergekommen. Sie gaben offiziell den Abschluss der Betaphase des Projekts bekannt. Somit haben Anwender des Yahoo-Messengers und des Live Messengers von Microsoft ab sofort die Möglichkeit, über ihre Applikation direkt miteinander zu kommunizieren.

Last but not least ist Microsofts Kampf gegen das Europa-Kartellamt auch im September noch nicht ausgestanden. In diesem Zusammenhang kündigte Microsoft an, den für Anfang 2007 geplanten Europastart von Windows Vista wegen Unklarheiten in der Wettbewerbsdiskussion mit der EU Kommission weiter aufzuschieben. Die Kommission betonte im Gegenzug, die europäischen Wettbewerbsrichtlinien seinen Microsoft bekannt und müssten eingehalten werden. Das Ergebnis der Untersuchung wird mit Spannung erwartet.

SAP Kursschwankungen

Kurzfristig ließ eine Oracle Meldung im September die SAP Aktionäre aufhorchen: Der amerikanische Erzrivale hatte überraschend gute Zahlen vorgelegt und damit ein starkes Wachstum seines Marktes signalisiert. Gleichzeitig ließ Oracle vermelden, die Walldorfer Softwareschmiede verliere Marktanteile. Analysten hoben anschließend jedoch den Daumen für SAP, denn zum einen legte der DAX-Wert an der Börse weiterhin zu, und zum anderen hielten sie die von SAP eingeschlagene Strategie eines „weitgehend organischen Wachstums“ für weitaus tragfähiger. Andere Analysten sahen den Kursanstieg der SAP Aktie allerdings skeptisch. „Es sei auch möglich, dass der Umsatzzuwachs bei Oracle zu Lasten seines deutschen Konkurrenten geht“, sagte Theo Kitz von Merck Finck & Co. Er stufte das Papier eher als neutral ein. SAP selbst sieht seine Lage hingegen positiv. In den Monaten April bis Juni sei es gelungen, 70 Kunden von Oracle abzuziehen, während man selbst keinen Kundenweggang zu verzeichnen hatte. Oracle habe zwar im Vergleich mehr Marktanteile gewinnen können, liege aber im Softwaregeschäft noch immer weit zurück.

Laut weiterer Meldungen plant SAP mit seinem neuen Produkt „SAP Enterprise Search“ ins Suchmaschinengeschäft einzusteigen – und zwar in direkter Konkurrenz zu Microsoft und Google. Mit der neuen Softwareanwendung können Mitarbeiter geschäftskritische Daten innerhalb und außerhalb ihres Unternehmens einfacher finden und nutzen.

Siemens Sparte SBS auf Sparkurs

Die Top 25 der meistgenannten IT-Unternehmen im September 2006.

Die defizitäre Siemens-Sparte Siemens-Business-Services (SBS) hält an ihrem Sparziel unverändert fest. Nach der Abspaltung großer Teile der Krisensparte Kommunikation in ein Joint Venture mit Nokia wird die Sanierung nun noch weiter verschärft. Um die Renditeziele des Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld zu erreichen, stehen dem Bereich nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ weitere Einschnitte bevor. So müsse das Geschäftsfeld seine Kosten bis zum Frühjahr 2007 um weitere 100 Millionen Euro senken. Ziel sei es, diese Lücke über die Personalkosten zu schließen. In dem Bereich sind 12.000 Menschen beschäftigt. Über alle Managementebenen hinweg sollen Arbeitszeiten verlängert und Gehälter gekürzt werden.

Einschnitte in diesem Maße wurden kurze Zeit später von Siemens-Sprecher Jörn Roggenbuck dementiert. Die von SBS bis 2007 anvisierten Kosteneinsparungen über ursprünglich 1,5 Milliarden Euro blieben weiterhin gültig, wobei das Volumen durch Bereichsverkäufe mittlerweile sogar reduziert sei, widersprach Roggenbuck dem SZ Bericht. Auf die bei SBS verbliebenen Bereiche entfielen noch 1,3 Milliarden Euro der ursprünglich geplanten Sparmaßnahmen. Der nun mit der IG Metall angestrebte Ergänzungstarifvertrag sei von vornherein Teil des geplanten Maßnahmepakets gewesen. SBS wolle über geänderte Arbeitsbedingungen Kosten einsparen, um einen weiteren Stellenabbau zu verhindern.

Telekom im Aufwind?

Nach Jahren des Stellenabbaus will die Deutsche Telekom erstmals seit der Privatisierung des früheren Staatskonzerns im Jahre 1995 wieder in größerem Maße neue Arbeitsplätze schaffen. 1500 neue Stellen sollen laut Vorstandschef Kai-Uwe Ricke in den neuen T-Punkten entstehen. Hinzu kämen weitere 1000 Mitarbeiter bei Drittfirmen. Als ersten Schritt will die Telekom 700 Auszubildende aus dem Konzern übernehmen. Ricke forderte die Arbeitnehmerseite und die Gewerkschaft Verdi auf, am geplanten Umbau des Konzerns aktiv mitzuwirken.

Zum weiteren Aufschwung der Telekom sollen die neuen Günstig-Tarife beitragen, die laut Ricke vom Publikum sehr gut angenommen werden. Nach der Bekanntgabe der Tarife hätten sich bereits 230.000 Interessenten gemeldet.

Die Telekom hatte im ersten Halbjahr 2006 rund eine Million Festnetzanschlüsse verloren. Dank einer groß angelegten Serviceoffensive soll diese Kündigung der Anschlüsse eingedämmt werden. Ein Teil der Offensive bestehe ebenfalls in der Einstellung weiterer Arbeitskräfte.

Von Kooperationen und Spionen

Eine Spionageaffäre in den USA verhalf Hewlett Packard im September auf Platz 5 im COMPUTERWOCHE-Index der meistgenannten IT-Unternehmen. So soll ein Mitglied des Verwaltungsrates interne Informationen weitergegeben haben. Um das herauszufinden, wurden andere Mitglieder des Gremiums ausspioniert. Laut Justizminister Bill Lockeyer dauert die Untersuchung bereits seit mehreren Monaten an. Genau ging es bei dem Vorfall um unerlaubte Weitergabe von Firmeninterna und Datenspionage. Bei einer internen Untersuchung kam heraus, dass Verwaltungsratsmitglied George Keyworth unerlaubt Einzelheiten über Beratungen des Führungsgremiums über den Rücktritt von Firmenchefin Carly Fiorina weitergegeben habe, so HP gegenüber der Presse. Ins Ziel genommen hatte ihre Kollegen die Verwaltungsrats-Vorsitzende Patricia Dunn, die dann auch im Laufe des Septembers ihren Platz bei HP räumen musste.

Aber auch Positives gab es im September von Hewlett Packard zu berichten, denn nicht nur Microsoft ist auf Kooperationskurs mit Yahoo, auch Hewlett Packard wagte im September diesen Schritt. Unternehmensangaben zufolge wird HP seine Desktops und Notebooks in Nordamerika so konfigurieren, dass die Yahoo-Suche im Rahmen der Toolbar des Web-Browsers Internet-Explorer 7 erscheint. In Europa hingegen wird Yahoo als Startseite vorinstalliert. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben.