Alphabet, Meta, Microsoft

Anleger bewerten KI-Pläne der Tech-Riesen unterschiedlich

29.04.2024
Künstliche Intelligenz steht auf der Agenda der Top-Tech-Unternehmen ganz oben - aber nicht allen trauen die Anleger die Umsetzung gleichermaßen zu.
Vergangene Woche präsentierte Facebook-Mutter Meta ihre Investitionspläne für KI und legten die Google-Mutter Alphabet sowie Microsoft ihre Quartalsberichte und Zahlen zum KI-Geschäft vor. Zeit für eine Analyse, wie Anleger die jeweiligen Bemühungen sehen.
Vergangene Woche präsentierte Facebook-Mutter Meta ihre Investitionspläne für KI und legten die Google-Mutter Alphabet sowie Microsoft ihre Quartalsberichte und Zahlen zum KI-Geschäft vor. Zeit für eine Analyse, wie Anleger die jeweiligen Bemühungen sehen.
Foto: Vectorium - shutterstock.com

Die Enttäuschung über Metas Investitionspläne ist unter Tech-Anlegern wieder der Euphorie gewichen. Dafür sorgten auch die Google-Mutter Alphabet und Microsoft mit ihren Quartalsberichten. Denn neben den starken Zahlen kamen auch die Aussagen der beiden Konzerne zum Thema Künstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz (KI) gut an. Von Anlegern wurden vor allem die beiden Alphabet-Aktiengattungen mit Anstiegen um fast zehn Prozent gefeiert. Aber auch Microsoft überzeugte, wie das Kursplus von knapp drei Prozent zeigte. Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Die Bewertung von Alphabet kehrte zurück über die 2-Billionen-Dollar-Marke. Die Aktie schloss damit fast wieder zum drittplatzierten Kontrahenten Nvidia auf, dessen Kurs zuletzt ebenfalls stark vom KI-Hype profitiere, in den vergangenen Wochen aber vom Rekordhoch zurückgekommen war. Microsoft baute seine Führung mit einem Sprung zurück über die 3-Billionen-Dollar-Marke aus.

Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft

Alphabet und Microsoft überzeugten im ersten Quartal mit deutlich mehr Umsatz und Gewinn. Googles Werbeerlöse trotzten im abgelaufenen Quartal problemlos den KI-Herausforderern. Die Google-Mutter habe durchweg starke Quartalszahlen vorgelegt, schrieb JPMorgan-Analyst Douglas Anmuth in einem ersten Kommentar.

Im Bereich KI gehe Alphabet nun in die Offensive und dürfte seine Investitionen in diesem Jahr deutlich ausbauen, betonte Anmuth. Ähnliches gab es am Vortag von Meta zu hören. Allerdings hatten die Anleger sehr verschnupft auf die Pläne des Facebook-Mutterkonzerns reagiert. Bei Alphabet sah die Welt nun anders aus, wie der Kurssprung zeigt.

"Cashcow", "Top Pick" und "Overweight"

CMC-Markets-Analyst Konstantin Oldenburger bezeichnete Alphabet als "ideale Kombination aus Cashcow und Zukunftsmusik". Als Cashcow, also Barmittelbringer fungiere die Suchmaschine Google, die mit ihrem Werbegeschäft das Geld für die KI-Fantasie verdiene. In Kombination mit den Chancen, die Künstliche Intelligenz biete, liefen bei dem Unternehmen "viele Wetten auf die Zukunft".

Auch Microsoft gab ein klares Signal, dass sich die Investitionen des Software-Riesen in KI-Lösungen und das Cloud-Geschäft Azure auszahlen. Microsoft bleibe sein "Top Pick" in puncto KI, zog Jefferies-Analyst Brent Thill daher ein ungebrochen positives Fazit für die Aktie.

Bei Meta waren die Anleger allerdings auch am Freitag noch nicht überzeugt davon, dass Firmenchef Mark Zuckerberg den Social-Media-Konzern mit den alleine für 2024 angekündigten Investitionen in Höhe von bis zu 45 Milliarden Dollar zur Nummer eins bei Künstlicher Intelligenz machen kann. Die US-Bank JPMorgan hatte das Kursziel für Meta von 535 auf 480 US-Dollar gesenkt, aber die Einstufung auf "Overweight" belassen. Ein Kursabschlag von zwei Prozent zeugte davon, dass die Anleger die Milliarden, die in Rechenpower und KI-Modelle fließen sollen, weiterhin nicht akzeptieren wollten. Am Donnerstag war der Meta-Kurs deshalb schon um mehr als zehn Prozent in die Tiefe gerauscht. (dpa/rs/pma)

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