Von null auf eins - Google hat in der europäischen Rangliste der attraktiven Arbeitgeber aus dem Stand Platz eins erobert.
Voriges Jahr tauchte der Suchmaschinenanbieter noch gar nicht in der Umfrage des Berliner Trendence-Instituts der beliebtesten Arbeitgeber unter europäischen Informatikstudenten auf. Nachdem im vergangenen Sommer Deutschlands IT-Nachwuchs die Kult-Firma auf Nummer eins setzte, taten dies jetzt auch die europäischen Computerstudenten.
Google verwies den Vorjahressieger IBM auf Platz zwei und Microsoft auf Platz drei (2). Es folgen Intel (4), Apple (5) und AMD (6). Wie auch im Vorjahr belegen US-amerikanische Unternehmen die vorderen Plätze. Nur ein Europäer, nämlich Nokia, schaffte es, sich unter den besten Zehn zu platzieren. Mit Platz sieben verschlechterten sich die Finnen um eine Position. Auch Sony, der einzige Arbeitgeber aus Asien, verlor einen Platz und bildet als Zehnter das Schlusslicht in den Top Ten.
Nur ein Europäer vorn
“Auffällig ist nicht, dass es angehende Computerfachleute zu Hightech- beziehungsweise IT-Firmen zieht. Wir können klar erkennen, dass es sich bei den beliebtesten Arbeitgebern durch die Bank um Unternehmen handelt, die sowohl auf nationalem als auch auf internationalem Niveau viel Arbeit und Mühe in die Entwicklung und Aufrechterhaltung ihrer Arbeitgebermarke stecken”, kommentiert Oliver Viel, Director Customer Relations von Trendence die Ergebnisse, die der COMPUTERWOCHE exklusiv vorliegen.
Selbstbewusste Informatikstudenten
Der Trendence-Berater kann Googles gutes Ergebnis begründen: “Obwohl die Kalifornier unmissverständlich deutlich machen, dass sie nur die Besten suchen, wird das Unternehmen nach wie vor mit wichtigen eher soften Imagetreibern wie Kollegialität, Lifestyle und Work-Life-Balance verbunden. Kein anderes Unternehmen schafft es, bei Absolventen ein derart positives Bild von Arbeitsklima und Unternehmenskultur zu erzeugen.” Auch IBM strahle eine ungebrochene Anziehungskraft auf angehende ITler aus. “Die kontinuierlich und konsequent entwickelte Arbeitgebermarke ist in Kombination mit der starken Produktmarke für das exzellente Abschneiden des Konzerns verantwortlich”, so Viel. IBM habe verstanden, dass sich mit dem Image eines hervorragenden Arbeitgebers Wertschöpfung erzielen lasse.
Allerdings überwiegen auch bei den Topplatzierten in letzter Zeit die schlechten Nachrichten. In einem Forum beispielsweise haben sich ehemalige Google-Mitarbeiter beschwert, dass sich das Bewerbungsverfahren über Monate hinziehe, die Bezahlung schlecht sei und die Freiräume nicht so groß, wie immer angepriesen. Es lohne sich nicht, nur wegen des kostenlosen Essens zum Suchmaschinenanbieter zu wechseln. Die zweit- und drittplazierten IBM und Microsoft machten durch Entlassungsankündigungen auf sich aufmerksam.
Trotzdem bleibt die Nachfrage nach Informatikern groß und die Klientel ist sich des Marktwertes wohl bewusst. “Dies schlägt sich in den Gehaltserwartungen genauso nieder wie in der erwarteten Wochenarbeitszeit”, beobachtet Viel. Auf die Frage, welches Gehalt sie vom künftigen Arbeitgeber erwarten, nannten die deutschen Nachwuchsspezialisten im Durchschnitt 42.500, die Schweizer rund 43.000 und die Dänen als Spitzenreiter gar 54.000 Euro. Deutlich niedriger sind die Erwartungen in Osteuropa, wo die jungen Informatiker mit 12.000 bis 15.000 Euro rechnen. Kaum Unterschiede sind dagegen in der Einschätzung der Arbeitszeit zu verzeichnen. Junginformatiker kalkulieren ein, dass sie mehr arbeiten müssen als das, was die Gewerkschaften aushandeln. Im Durchschnitt erwarten die Befragten 42,2 Stunden Arbeit pro Woche.
Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie sich die Unternehmen im Einzelnen platziert haben.
Die europäischen Top-Arbeitgeber
An der europäischen Umfrage beteiligten sich vergangenen Herbst 31.000 Studenten ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge. Sie kommen aus 20 europäischen Ländern und aus 550 Hochschulen. Die Befragung fand online statt, die Studenten wurden dazu per Mail eingeladen.
|
Rang (Vorjahr) |
Unternehmen |
Prozent |
|
1 (-) |
|
41,9 |
|
2 (1) |
IBM |
38,7 |
|
3 (2) |
Microsoft |
36,5 |
|
4 (4) |
Intel |
28,6 |
|
5 (3) |
Apple |
28,3 |
|
6 (5) |
AMD |
19,2 |
|
7 (6) |
Nokia |
18,5 |
|
8 (7) |
Sun |
18,5 |
|
9 (8) |
Cisco |
16,9 |
|
10 (9) |
Sony |
16,7 |
|
11 (10) |
Hewlett- Packard |
14,5 |
|
12 (11) |
Siemens |
12,6 |
|
13 (15) |
Accenture |
10,4 |
|
14 (14) |
Oracle |
10,1 |
|
15 (13) |
BMW |
9,7 |
|
16 (12) |
SAP |
8,4 |
|
19 (16) |
Porsche |
6,1 |
|
28 (18) |
Fraunhofer |
3,9 |
|
29 (24) |
VW |
3,4 |
|
35 (38) |
Bosch |
2,9 |
|
38 (27) |
Telekom |
2,5 |
|
43 (25) |
Daimler |
2,2 |
|
50 (39) |
Infineon |
1,8 |
|
56 (48) |
Bayer |
1,75 |
|
59 (31) |
Lufthansa Technik |
1,6 |
|
71 (49) |
BASF |
1,1 |
|
84 (59) |
MAN |
0,7 |
|
95 (104) |
Conti |
0,4 |
Quelle: Trendence, European Student Barometer Lesen Sie auf der nächsten Seite, welches die beliebtesten deutschen Arbeitgeber unter den IT-Studenten sind.
Die deutschen Top-Arbeitgeber
Die Umfrageergebnisse für den deutschen Markt finden Sie in der folgenden Bildergalerie:
Arbeiten bei Google

Foto: Google
Eines der vielen Google Firmenlogos im Google Office in Zürich. In diesem Fall im dezenten Neon Style.

Foto: Google
Die Außenansicht eines der beliebtesten Arbeitsplätze. Weltweit kann sich Google jedes Jahr über mehr als zwei Millionen Bewerbungen freuen …

Foto: Google
… und das nicht ohne Grund. So ist schon für die Kleinsten gesorgt, wenn Mamma arbeiten muss.

Foto: Google
Egal, ob es ein kleiner Snack für zwischendurch sein soll, oder …

Foto: Google
… ein vollwertiges Mittagessen. Bei Google muss die Kreativität der Mitarbeiter nicht unter mangelnder Ernährung leiden.

Foto: Google
Steht dann mal eine Besprechung im kleinen Kreis an, stehen Räumlichkeiten der etwas anderen Art zur Verfügung, wie das Meeting-Iglu oder …

Foto: Google
… eine Meeting-Gondel im Taxi-Style.

Foto: Google
Falls es eher etwas rustikaleres sein soll, kann man die Meeting-Gondel im Alpen-Style wärmstens empfehlen.

Foto: Google
Freunde des Union Jack greifen lieber auf die Fish N`Chips Gondel als Besprechungsraum zurück.

Foto: Google
Wer genug von Gondeln hat, kann es sich in einem der Meeting-Eggs gemütlich machen oder …

Foto: Google
… seinen kreativen Gedanken in der Waterlounge freien Lauf lassen. Schließlich gibt Google seinen Mitarbeitern die Möglichkeit 20 Prozent der Arbeitszeit zu nutzen, um eigene Ideen zu verwirklichen.

Foto: Google
Die restliche Zeit muss aber doch gearbeitet werden, wie zum Beispiel hier in einem der Büros.

Foto: Google
Wenn die Kreativität nachlässt oder der Feierabend ruft, ist das Leben außerhalb der Google-Welt nur einen kurzen Rutsch entfernt.





