HP strebt nach einer "KI-getriebenen Transformation", der bis 2028 rund zehn Prozent der Belegschaft zum Opfer fallen sollen. Und auch für Unternehmenskunden gibt es schlechte Nachrichten. HP baut Personal ab – “im Namen der KI”.bluestork | shutterstock.com HP hat angekündigt, bis 2028 zwischen 4.000 und 6.000 Stellen im Rahmen einer “KI-getriebenen Transformation” streichen zu wollen. Das soll dem Konzern rund eine Milliarde Dollar einsparen. Parallel warnte das Unternehmen vor sinkenden Margen in der zweiten Jahreshälfte. Der Grund: steigende Kosten für Memory-Chips. Wie HP-CEO Enrique Lores im Rahmen der Pressekonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals 2025 erklärte, sind von den Stellenstreichungen Teams betroffen, die für Produktentwicklung, interne Prozesse und Kundensupport zuständig sind. HP rechnet demnach mit Restrukturierungskosten in Höhe von etwa 650 Millionen Dollar. Etwa 250 Millionen Dollar sollen davon im Geschäftsjahr 2026 anfallen. Lores rechtfertigte die Einsparungsmaßnahmen als erforderlich, um sicherzustellen, dass HP wettbewerbsfähig bleibe. Demnach sieht das Unternehmen die Notwendigkeit, Geschäftsprozesse mithilfe von (agentenbasierter) KI neu zu gestalten und verspricht sich davon erheblichen Impact. Die durch die Stellenstreichungen eingesparte Milliarde hat HP auch bereits verplant: 20 Prozent sollen genutzt werden, um Produktinnovationen zu beschleunigen, während jeweils 40 Prozent in Kundenzufriedenheits- und Produktivitätssteigerungen fließen sollen. Zweifel am AI-Narrativ Analysten beschleichen allerdings Zweifel, ob die von HP als KI-Transformation dargestellte Maßnahme tatsächlich vom Streben nach mehr Produktivität getrieben ist. “Der jüngste Personalabbau bei HP scheint eher davon motiviert zu sein, Kosten einzusparen”, meint etwa Sanchit Vir Gogia, Chefanalyst bei Greyhound Research. Er fügt hinzu: “Während das Unternehmen diesen Schritt als Teil seiner umfassenderen KI-Ausrichtung positioniert, deuten die finanziellen Signale auf eine eher konventionelle Geschichte hin: schwache PC-Nachfrage, steigende Komponentenpreise und Margendruck in allen Kerngeschäftsbereichen.” Die letzten Personalabbau-Maßnahmen bei HP sind noch nicht lange her: Erst im Februar 2025 entließ das Unternehmen zwischen 1.000 und 2.000 Mitarbeiter. Zuvor mussten im Rahmen des im November 2022 gestarteten “Future Ready Transformation”-Programms bereits 9.400 Mitarbeiter gehen. Dieser kumulative Personalabbau schürt Bedenken hinsichtlich der operativen Continuity. Allerdings ist HP auch nicht der einzige Tech-Riese mit Tendenz zum Personalabbau. Ihnen allen ist gemein, dass sie ähnlichem Druck ausgesetzt sind, wie Gogia erklärt: “Der jüngste Stellenabbau bei HP, Dell, Lenovo und HPE deutet auf eine längerfristige Veränderung in der Art und Weise hin, wie diese Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit gestalten.” Dem Analysten zufolge verabschiedeten sich viele Anbieter vom Streben danach, möglichst hohe Stückzahlen zu verkaufen, Produktportfolios auszubauen sowie von personalintensiven Support-Modellen. Stattdessen konzentrierten sie sich auf vereinfachte Angebote, zentralisierte Abläufe und Investitionen in Plattformen, die auf KI, Services und Cloud-basierten Bereitstellungen basieren. Die Übergangsphase könne für Unternehmenskunden zu operativen Herausforderungen führen, warnt Gogia: “Was jetzt zählt, ist nicht nur die langfristige Vision eines Anbieters, sondern auch, wie gut er sich während dieser Übergangsphase behauptet.” Was auf HP-Kunden zukommt Für CIOs, die eine Hardware-Erneuerung planen oder Lieferantenbeziehungen managen, wirft die Umstrukturierung bei HP mit Blick auf Service Levels und Delivery Fragen auf. Gogia zufolge traten bei HP und anderen Anbietern mit ähnlichen Umstrukturierungsbestrebungen bereits operative Probleme auf. “Einige HP-Kunden haben berichtet, dass die Bearbeitungszeiten für Garantiefälle seit der letzten Umstrukturierung der regionalen Support-Teams länger und die Bestandsaktualisierungen weniger vorhersehbar sind. CIOs sollten mit den Account-Teams sprechen, um zu verstehen, was sich ändert, zu klären, wer für die Delivery verantwortlich ist, und alle Support- oder Servicevereinbarungen, die vor Beginn der Umstrukturierung unterzeichnet wurden, zu überprüfen”, empfiehlt der Chefanalyst. Der Kostendruck im Bereich Memory-Chips, vor dem HP im Rahmen seines Earnings Call warnte, wird hingegen sehr wahrscheinlich auch an die Kunden weitergegeben. So möchte der Konzern dem Kostendruck nach eigener Aussage mit der Diversifizierung von Lieferanten, reduzierten Speicherkonfigurationen in einigen Produktlinien sowie Preiserhöhungen entgegenwirken. (fm) Sie wollen weitere interessante Beiträge zu diversen Themen aus der IT-Welt lesen? Unsere kostenlosen Newsletter liefern Ihnen alles, was IT-Profis wissen sollten – direkt in IT-JobsTechnologie-Industrie ABONNIERE UNSEREN NEWSLETTER Von unseren Redakteuren direkt in Ihren Posteingang Beginnen Sie, indem Sie unten Ihre E-Mail-Adresse eingeben. 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