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Yahoo schreibt Verlust, senkt Prognosen und erwägt Entlassungen

11.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Internet-Portal Yahoo hat für sein drittes Fiskalquartal 2001 einen Nettoverlust von 24,1 Millionen Dollar oder vier Cent je Aktie ausgewiesen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erwirtschaftete die US-Company noch ein Plus von 47,7 Millionen Dollar oder acht Cent pro Anteilschein. Das operative Ergebnis belief sich auf 8,4 Millionen Dollar oder ein Cent je Aktie und entsprach damit den Prognosen der Analysten Der Umsatz ging im Vorjahresvergleich um 44 Prozent auf 166,1 Millionen Dollar zurück, lag jedoch innerhalb der Erwartungen des Unternehmens. Yahoo war von Einnahmen zwischen 160 und 180 Millionen Dollar ausgegangen. Das erfreute offenbar die Anleger: Die Yahoo-Aktie, die im regulären Handel bereits um 7,6 Prozent auf 10,93 Dollar zugelegt hatte, steigerte sich nachbörslich noch auf 11,30 Dollar.

Allerdings sehen die Aussichten für das vierte Geschäftsquartal nicht rosig aus. Yahoo-Chef Terry Semel erwartet erneut Einnahmen von lediglich 160 bis 180 Millionen Dollar. Analysten waren nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial von einem Umsatz von durchschnittlich 190,8 Millionen Dollar ausgegangen. Semel korrigierte zudem seine Prognose für das gesamte Fiskaljahr 2001 nach unten: Statt 700 bis 775 Millionen Dollar sollen nun nur noch 688 bis 708 Millionen Dollar erwirtschaftet werden.

Die jüngsten Zahlen sowie die gesenkten Erwartungen weisen darauf hin, dass die Flaute im Online-Werbemarkt anhält und sich in den kommenden drei Monaten weiter zuspitzt. Einige Analysten bemängeln, dass Yahoo-Chef Semel es in seiner bislang fünfmonatigen Amtszeit nicht geschafft hat, neue Einnahmequellen für das Unternehmen zu erschließen. Zwar hat die Company inzwischen neue zahlungspflichtige Dienste eingeführt, jedoch generiert Yahoo den Löwenanteil des Umsatzes (80 Prozent) noch immer durch Internet-Werbung.

Im Gespräch mit Analysten erklärte Semel, man werde das Unternehmen einer strategischen Revision unterziehen und die Geschäfte restrukturieren. Der Yahoo-Chef deutete zudem Entlassungen an, wollte jedoch keine Details nennen. Weitere Informationen sollen bei einem Treffen mit Analysten im November bekannt gegeben werden.