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Yahoo drängt ins Comparison Shopping

23.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Portalfirma Yahoo will ihre Einkaufsangebote deutlich ausbauen und vor allem in Richtung Comparison Shopping erweitern. Surfer sollen dabei gesuchte Waren einfacher nach Kategorien wie Marke, Preis, Features oder Verbraucherbewertung gegenüberstellen und direkt miteinander vergleichen können. Eine neue Idee ist das zwar nicht unbedingt, der Markt in diesem Bereich ist bislang aber stark fragmentiert. Ein verstärktes Engagement von Yahoo könnte sich daher sehr wohl auf kleinere Anbieter und auch auf die Strategien größerer Konkurrenten wie Ebay oder Amazon.com auswirken. Ähnliche Verbesserungen plant Yahoo laut "Wall Street Journal" später auch in anderen Content-Bereichen wie etwa Film, Musik, Reisen oder Autos.

Bei seinem neuen Shopping-Angebot versucht sich Yahoo trickreich neue Einnahmen zu sichern. Bislang profitierte das Unternehmen hier vor allem von Provisionen, die es von Händlern für vermittelte Transaktionen erhielt. Nun verkauft es Anbietern darüber hinaus die Garantie, in den Ergebnissen der Shopping-Suche aufgeführt zu werden - ohne erkennbare Kennzeichnung für den Verbraucher übrigens. Unbezahlte Produkte können laut Yahoo natürlich auch weiterhin in den Ergebnissen erscheinen, allerdings können nur zahlende Händler ihre Daten direkt an Yahoo übermitteln und damit sicher sein, dass diese stets auf dem aktuellen Stand sind.

Die dem neuen Shopping-System zugrunde liegende Technik kommt von Inktomi, das Yahoo Ende vergangenen Jahres übernommen hatte. Auf den Seiten sollen ferner jede Menge von Overture (das ebenfalls gerade von Yahoo geschluckt wird) eingespielte kontextsensitive Anzeigen eingeblendet werden. (tc)