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XML hält weiteren Einzug in DB2

07.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM bringt im zweiten Quartal dieses Jahres die neue Version 8 seiner Datenbank DB2 Universal Database auf den Markt. Ebenfalls noch für 2002 ist ein weiteres Release geplant, das die relationale Datenbank um die Fähigkeit erweitert, unstrukturierte XML-Daten (Extensible Markup Language) zu verarbeiten. DB2 enthält bereits in der aktuellen Version so genannte XML Extender, mithilfe derer sich XML-Dokumente innerhalb des Datenbank-Management-Systems verwalten lassen. Unstrukturierte XML-Daten sollen aber künftig nativ unterstützt werden.

Die erste Ausbaustufe dazu erfolgt laut "Computerwire" mit Release 8. Dieses bringt gleichzeitig eine ganze Reihe weiterer Neuigkeiten, darunter Selbstheilungs- und -Tuning-Fähigkeiten, bessere Verarbeitung von so genanntem Rich Content, verbessertes Online-Data-Mining sowie größere Integration mit anderen RDBMS (Relational Database Management Systems). In der zweiten Stufe im Herbst dieses Jahres will IBM dann laut Marketing Manager Thomas Gregers Honore erstmals Ergebnisse seines "Project Xperanto" in DB2 übernehmen.

Hinter Xperanto verbirgt sich eine Reihe von Produkten zur XML-Integration. Unklar ist, ob diese Teil von DB2 selbst oder der "Websphere"-Middleware sein werden. Sie sollen aber unter anderem gängige Web-Services-Standards wie XQuery, UDDI (Universal Description, Discovery and Integration), SOAP (Simple Object Access Protocol), WSDL (Web Services Description Language), XML Schema und WSFL (Web Services Flow Language) unterstützen. DB2 soll damit aber nicht zu einer XML-Datenbank-Engine umgebaut werden, sondern "nur" die Fähigkeit erhalten, strukturierte SQL- und unstrukturierte XML-Daten gleichzeitig in einem System zu verarbeiten. Laut Honore ist dies vergleichbar mit der Einführung der Objektunterstützung in den 90er Jahren.

An Xperanto werkelt IBM seit Sommer 1999 in seinem Almaden Research Center. Schwerpunkt ist die Veröffentlichung von objekt-relationalen Daten als XML-Dokumente. Xperanto setzt als Middleware-Schicht auf DB2 auf und stellt Methoden bereit, um XML-Dokumente mittels der relationalen Datenbank zu speichern und abzufragen sowie bestehende relationale Daten in XML-Form auszugeben. Xperanto soll so virtuelle XML-Ansichten der Datenbank ermöglichen und Daten im Netz bereitstellen. SOAP dient dabei zur Kommunikation zwischen den XML-QL-Abfrage-Clients und der Middleware-Schicht, um XML-Ansichten zu erzeugen und abzufragen und die XML-Ergebnisse abzugreifen. (tc)