Saugroboter mit top Preis-Leistung

Xiaomi Roborock S5 im Test

02.04.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Der Saugroboter Roborock S5 des chinesischen Herstellers Xiaomi saugt nicht nur schnell, leise und zuverlässig, sondern er wischt auch feucht raus. Die Bedienung per App ist intuitiv und macht Spaß. Ausführlicher Test!

Einsatzzweck: Saugen und etwas wischen

Der Xiaomi Roborock S5 saugt zunächst einmal den Fußboden Ihrer Wohnung. Der Saugroboter wischt zusätzlich aber auch feucht durch, falls das gewünscht ist. Dafür liefert Xiaomi einen flachen, ansteckbaren Wassertank (Wischmopp-Aufsatz) samt zweier Wischtücher mit. An der Akku-Ladestation bringen Sie in diesem Fall zudem eine flache Unterlage an, auf der der Roboter steht. Diese durchsichtige Unterlage verhindert, dass das eventuell noch feuchte Wischtuch den Boden beschädigt.

Sofern Sie den Roborock nur als Staubsauger verwenden wollen, lassen Sie Wischmopp-Aufsatz und Wischtuch einfach weg.

Funktionsumfang: Smarte Voll-Ausstattung

Der Xiaomi Roborock S5 bietet in Sachen smarte Funktionen so ziemlich alles Denkbare:

Inbetriebnahme: Einfacher geht es nicht

Die Einrichtung des Roborock ist vorbildlich einfach. Alle Tasten am Roboter reagieren zuverlässig auf jeden Druck, der Roboter ist schnell mit dem heimischen WLAN verbunden und die Mi-Home-App ruckzuck eingerichtet. Die Inbetriebnahme des Xiaomi Roborock ist das genaue Gegenteil von der des Miele Scout RX2 Home Vision – letzterer hatte mit seinem schwerfälligen und fehleranfälligen Touch-Display genervt, und die Einrichtung der Miele-App war ebenfalls eine nervenaufreibende Geduldsprobe. Nicht so beim Roborock: Alles klappt hier auf Anhieb, die Bedienung mit der App macht richtig Spaß. Ändern wir zum Beispiel den Saugmodus von „leise“ auf „maximal“, so wird das nahezu in Echtzeit umgesetzt.

Reinigungsleistung: Leise und gut

Die Kernkompetenz eines Saugroboters sind aber nicht Smart-Home-Extras ( auf die wir weiter unten genauer eingehen), sondern die Reinigungsleistung in Verbindung mit Geschwindigkeit und Geräuschkulisse. In diesen Disziplinen gibt sich der Roborock keine Blöße: Er reinigt sehr schnell und zuverlässig und, sofern gewünscht, auch ziemlich leise.

Einstellmöglichkeiten
Einstellmöglichkeiten

Der Nutzer kann unter vier Saugstufen zuzüglich einem Wischmodus wählen. Soll Roborock nachts saugen, so empfiehlt sich der Modus „leise“. Dann stört das Sauggeräusch nicht die Nachbarn.Allerdings bleiben dann durchaus einige Fussel auf dem Teppich hängen. Mit der mittleren Leistungsstufe reinigt Roborock die Wohnung schon sehr ansehnlich. Und mit Turbo ist er zwar ziemlich laut, aber eben auch am gründlichsten. Allerdings hat Roborock Probleme damit, Schmutz aufzusaugen, der sich genau am Rand eines hohen Teppichs befindet. Das löste unser alter Roomba 620 etwas besser.

Kleine Fusel bleiben auf dem dicken Teppich zurück, wenn der Roborock ihn gesaugt hat. Der Teppich war zuvor aber stark verschmutzt gewesen.
Kleine Fusel bleiben auf dem dicken Teppich zurück, wenn der Roborock ihn gesaugt hat. Der Teppich war zuvor aber stark verschmutzt gewesen.

Härtetest: Hoher Teppich

Eine besondere Herausforderung für jeden Saugroboter ist seit jeher unser rund 2 cm hoher roter Teppich. Der Miele Scout scheiterte etliche Male bereits daran, überhaupt auf den Teppich hochzukommen. Roomba 980oder Neato Botvac D7 Connectedund auch der dazu teilweise identische Vorwerk Kobold VR2200dagegen fuhren den Teppich problemlos hoch, konnten manchmal aber nicht alle Fussel entfernen. Unser alter Roomba 620 dagegen bekommt den Teppich immer nahezu vollständig sauber.

Am Rand des Teppichs ließ der Roborock einige Krümel liegen.
Am Rand des Teppichs ließ der Roborock einige Krümel liegen.

Der Roborock S5 besitzt anders als Kobold VR200/Neato Botvac zwar keine Steighilfe, er kann aber unseren roten Teppich trotzdem problemlos auf Anhieb erklimmen. In der mittleren Saugstärke reinigt er den Teppich ebenfalls weitgehend sauber. Will man aber alle Fusseln entfernen, so ist die höchste Reinigungsstufe mit hoher Lautstärke erforderlich. Doch selbst dann bleiben ab und zu ein, zwei Fussel zurück. Das ist nicht tragisch, doch der uralte Roomba 620 reinigt den hohen Teppich noch ein klein wenig besser. Wobei wir hier über Nuancen reden.

Der gleiche Teppich, nachdem ihn Roomba 620 noch einmal gesaugt hat.
Der gleiche Teppich, nachdem ihn Roomba 620 noch einmal gesaugt hat.

Roborock S5 kommt auch mit anderen Hindernissen im Raum zurecht. Der Roboter überwindet beispielsweise mühelos Metallrohre von 1,5 cm Höhe und 3,5 cm Breite.

Diese Metallschwelle war kein Problem für Roborock.
Diese Metallschwelle war kein Problem für Roborock.

Flotter Sauger

Roborock reinigt beeindruckend schnell. Bei dem allerersten Reinigungsvorgang in einem neuen Raum erfasst er den gesamten Reinigungsbereich in einer Karte. Dazu fährt er einmal am Rand entlang und reinigt anschließend in geordneten nebeneinanderliegenden Bahnen den Innenbereich. Er fährt also nicht kreuz und quer durch die Wohnung, sondern fährt ganz im Gegenteil die Wohnung sehr planvoll ab.

Wenn der Roboter die Ladestation nicht erreichen kann, zum Beispiel, weil man ihn zum Saugen in einen anderen Raum gesetzt hat, dann kehrt er zu seinem Ausgangspunkt zurück und schickt eine Nachricht an das gekoppelte Smartphone.

Hindernisse wie Stuhlbeine umrundet der Roboter in der Regel elegant mit leichtem Abstand. Es kann also vorkommen, dass Schmutz, der sich unmittelbar am Stuhlbein befindet, liegenbleibt. Fährt der Roboter einmal zwischen die Beine eines Stuhles, so braucht er mitunter einige Versuche, bis er wieder ausbrechen kann. Doch er kann sich jedes Mal freifahren.

Der Roboter kann auch mehrere Räume in einem Durchgang reinigen. Fährt er über einen Teppich, dann erkennt er das und erhöht automatisch die Saugleistung. Eine Reinigung können Sie jederzeit per App oder mit einem Druck auf die Taste an der Oberseite des Roboters unterbrechen und wieder fortsetzen.

Wartungsfreundlich

Sowohl Staubfangbehälter als auch die Rollen lassen sich leicht ausbauen und leeren beziehungsweise säubern. Den Staubbehälter können Sie auch unter dem Wasserhahn auswaschen. Er ist allerdings nicht sehr groß und muss oft geleert werden.

Feucht wischen: Gut für Allergiker

Am Roborock S5 lässt sich jederzeit ein Wischmodul anbringen. Dann wischt der Saugroboter Ihre Wohnung feucht raus. Und das geht so: Sie füllen zunächst den Wassertank des Wischmoduls mit Wasser und spannen dann eines der beiden mitgelieferten Wischtücher ein. Das geht ruckzuck und völlig unkompliziert von der Hand. Danach lassen Sie das Wischmodul an der Unterseite des Roborock einrasten. Auch das geht einfach.

Unterseite des Roborock S5 mit Wassertank und Wischtuch, sowie links die Kunststoffunterlage, die den Boden vor Feuchtigkeit schützen soll. Links oben die Ladestation.
Unterseite des Roborock S5 mit Wassertank und Wischtuch, sowie links die Kunststoffunterlage, die den Boden vor Feuchtigkeit schützen soll. Links oben die Ladestation.

Der Roboter fährt danach wie gehabt seine Runden, nur dass er eben eine feuchte Spur hinterlässt, die fast die gesamte Breite des Roboters ausmacht. Diese trocknet an einem warmen Tag binnen weniger Minuten. Flecken auf dem Boden kann der Roboter im Wischmodus allerdings nicht entfernen, weil der Roboter keinen Druck auf schmutzige Stellen ausüben und nicht schrubben kann. Das Feucht-Wisch des Roborock ist mehr wie ein feuchtes Staubwischen zu verstehen. Sicherlich gut für Hausstaub- oder Pollen-Allergiker, es ersetzt aber nicht das kräftige Rauswischen von Hand.

Der Roborock hinterlässt eine dünne feuchte Spur, die schnell trocknet.
Der Roborock hinterlässt eine dünne feuchte Spur, die schnell trocknet.

Tipp: Wenn Sie in der App unter „Einstellungen, Reinigungsmodus, Nur wischen“ auswählen, dann arbeitet der Roborock besonders leise.

Gut gelöst:Es gelangt kein Wasser in den Saugroboter, dieser bleibt völlig trocken. Damit ist ausgeschlossen, dass der Roboter aufgrund von Wasserresten anfängt, muffelig zu riechen. Das war seinerzeit beim Test des Scooba 390 von iRobot der Fall.