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Xbox Live spürt Hacker auf

06.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft beabsichtig offenbar, durch so genannte "Mod-Chips" aufgerüstete Xbox-Konsolen über den Online-Spieledienst "Xbox Live Service" aufzuspüren. Mit Mod-Chips lassen sich die Kopierschutzabfragen von Spiele-CDs umgehen und selbstgebrannte CDs abspielen. Aus den 14-seitigen Lizenzbedingungen für den Dienst, der seit Ende August im Betatest ist (Computerwoche online berichtete), geht hervor, dass sich Microsoft vorbehält, Informationen über die beim Live Service angemeldeten Geräte auszuwerten. Die Teilnahme sei nur mit unmodifizierten Konsolen gestattet, um die Sicherheit des Xbox Live Services zu gewährleisten.

Microsoft nehme sich das Recht, gegen jeden vorzugehen, der die Xbox modifiziere und damit Urheberrechte verletze, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Community der Xbox-Cracker zeigt sich allerdings wenig beeindruckt. Die neuesten Mod-Chips bieten Funktionen, mit denen sich Zugriffe zu Diagnosezwecken von außen verhindern lassen sollen. Wenn sich die Xbox mit dem Live Service verbindet, schalten sich die Chips automatisch ab und sind so nicht auffindbar, sagte der Betreiber der Internet-Seite Xboxhacker.net.

Microsoft will den Xbox Live Service am 15 November, ein Jahr nach der Einführung der Spielekonsole, offiziell starten. Dann soll ein Basispaket für knapp 50 Dollar erhältlich sein. Zu dem Preis bekommt der Nutzer ein Jahr Zugang zum Xbox-Netzwerk und ein Headset, über das er sich mit seinen Mitspielern unterhalten kann. Vorausgesetzt wird ein breitbandiger Internet-Anschluss. (lex)