Web

 

WSJ: Ex-Worldcom-CFO will sich mit Staatsanwaltschaft einigen

12.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Scott Sullivan, der ehemalige Finanzchef des insolventen US-Carriers Worldcom und einer der Hauptverdächtigten in dem milliardenschweren Bilanzbetrugsskandal, steht offenbar kurz vor einem Geständnis. Der Ex-CFO habe entsprechende Gespräche mit den Ermittlern wieder aufgenommen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf vertraute Kreise. Insidern zufolge will Sullivan einen Handel mit der Staatsanwaltschaft eingehen, um seine Strafe zu senken. Im Zusammenhang mit den Bilanzfälschungen droht dem Topmanager eine Haftstrafe von bis zu 65 Jahren.

Sullivan hatte bereits vor seiner Anklage im August über eine Strafminderung verhandelt. Die Gespräche scheiterten aber offenbar wegen der Länge der Gefängnisstrafe. Statt dessen erklärte sich der Ex-CFO in allen sieben Anklagepunkten einschließlich Aktienbetrug für nicht schuldig und wurde gegen eine Kaution von zehn Millionen Dollar frei gelassen. Nachdem inzwischen bereits einige seiner Untergebenen ihre Mitschuld an den Bilanzmauscheleien eingestanden und Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlern signalisiert hatten, ist der Druck auf Sullivan drastisch angestiegen: Um ihre Strafe zu mildern, werden die vier Mitarbeiter, darunter der Ex-Controller David Myers vermutlich als Kronzeugen gegen ihn auftreten. Das Interesse der Staatsanwaltschaft an Sullivan ist groß: Die Behörde hofft, den ehemaligen Worldcom-Chef und -Gründer Bernard Ebbers durch eine Aussage des Ex-CFOs mit den Bilanzmanipulationen in Verbindung zu bringen.(mb)