Versteckte Talente finden

Workday erweitert Skills Cloud

16.09.2022
Von 
Lucas Mearian schreibt für unsere US-Schwesterpublikation Computerworld.com.
Um die Skills der Mitarbeiter zu ermitteln, kann Workday künftig auf zusätzliche Quellen zugreifen. Arbeitgeber sollen ihre Belegschaft so optimal auf die kritischen Unternehmensbereiche ausrichten können.
Workday erweitert seinen Skills Cloud Service, um Unternehmen künftig mit mehr Datenquellen dabei zu unterstützen, versteckte Mitarbeitertalente zu Tage zu fördern.
Workday erweitert seinen Skills Cloud Service, um Unternehmen künftig mit mehr Datenquellen dabei zu unterstützen, versteckte Mitarbeitertalente zu Tage zu fördern.
Foto: lassedesignen - shutterstock.com

Workday hat angekündigt, seinen Skills-Cloud-Dienst zu erweitern. Dieser nutzt vorhandene Mitarbeiterinformationen aus Drittsystemen, um versteckte Talente zu entdecken, die Unternehmen für ihre Zwecke einsetzen können. Die 2018 eingeführte Skills Cloud wird nativ mit der HCM-Plattform von Workday ausgeliefert.

Die Software sammelt Informationen aus einer Vielzahl von Quellen und analysiert die Skills von Mitarbeitern (dabei werden etwa frühere Schulungen einbezogen) sowie die Beziehung zwischen den verschiedenen Mitarbeiter-Skills. Anschließend bereinigt die Plattform die Daten und erstellt eine Datenbank mit den Qualifikationen. Die kann von Unternehmen durchsucht werden, um Mitarbeiter aufzutun, die unter Umständen für dringend zu besetzende Stellen in Frage kommen.

Mitarbeiter-Skills per Cloud-Service ermitteln

Die Daten zu den Mitarbeiterfähigkeiten können dabei nun aus diversen, unterschiedlichen Quellen einfließen, darunter:

  • Personalverwaltungssysteme,

  • Online-Fähigkeitsbewertungen,

  • Stellenprofile,

  • HR-Transaktionen (Stellenwechsel, Lebensläufe, Arbeitsmarktdaten, Onboarding-Materialien, Leistungsbeurteilungen) sowie

  • Lern- und/oder Talentsysteme.

Bisher waren über den Skills Cloud Service lediglich Daten aus den Mitarbeiterinformationen eines einzelnen Unternehmens abrufbar. In Kooperation mit Kunden wie Accenture und Softwarepartnern wie SkyHive hat Workday nun umgesetzt, dass auch relevante Qualifikationsdaten aus Drittsystemen in die Skills-Cloud-Datenbank importiert werden.

"Unsere Kunden fordern seit mehreren Jahren die Möglichkeit, diese Informationen aus anderen Systemen in Workday zu importieren und sie in die Sprache der Skills Cloud zu übersetzen", konstatiert David Somers, General Manager für die CHRO-Produkte von Workday. "Jetzt ist es egal, woher die Informationen über die Fähigkeiten kommen, sie sind alle genormt."

"Ein Stück Arbeitsmarktdemokratisierung"

In Zeiten von "The Great Resignation" und einem Mangel an fähigen (IT-)Fachkräften kann es für den Unternehmenserfolg entscheidend sein, versteckte Talente in der vorhandenen Belegschaft zu entdecken. "Das Problem besteht darin, dass Unternehmen über eine Vielzahl von Qualifikationen verfügen, die sich jedoch ständig ändern. Die Firmen wissen nicht, wie diese miteinander in Beziehung stehen", meint Somers. "Zum Beispiel hat jemand, der sehr gut mit Excel umgehen kann, wahrscheinlich auch Kenntnisse in der Datenanalyse, im Berichtswesen und anderen Aufgaben."

In Sachen Datenschutzbedenken beruhigt HR-Analyst Josh Bersin: "Die Skills Cloud importiert keine geschützten Daten von anderen Unternehmen. Sie weiß vielleicht, für wen Sie gearbeitet haben, welche Jobs Sie hatten und mit wem Sie zusammengearbeitet haben, aber diese Daten sind bereits veröffentlicht."

Der Analyst schätzt den Workday-Cloud-Service als eine der wichtigsten Datenquellen ein, um der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt entgegenzuwirken: "Anstatt nach jemandem zu suchen, der diesen Job schon einmal gemacht hat, können Arbeitgeber nach Personen suchen, die über die für diesen Job erforderlichen Fähigkeiten verfügen. Dadurch wird der Arbeitsmarkt ein Stück weit demokratisiert."

Die Software kann auch Diversity-Bemühungen unterstützen, weil Mitarbeiter aufgrund ihrer Skills und nicht nur aufgrund ihrer Referenzen eingestellt werden. (fm)

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel unserer US-Schwesterpublikation Computerworld.