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Womit Apple selbst rechnet

09.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Entgegen der für Cupertino typischen Geheimniskrämerei hat Dean Rally, Senior IT Director bei Apple, im Rahmen einer "Mac-IT"-Podiumsdiskussion auf der Macworld Expo einen recht intimen Einblick in die hauseigene Infrastruktur gewährt. Ein Großteil des Apple-Rechenzentrums ist demnach mittlerweile mit "Xserve"-Rackmount-Servern bestückt. Diese kommen Rally zufolge für Web-Serving, Dateien und Anwendungen sowie für Authentifizierung und Security zum Einsatz. Daneben verwendet Apple auch Server von Sun (unter anderem für seine E-Mail-Systeme) und IBM-Unix-Maschinen unter AIX.

Im Softwarebereich nutzt der Macintosh-Hersteller "Office:mac" von Microsoft, erledigt aber viele Desktop-Aufgaben - etwa E-Mail, Instant Messaging und Webbrowsing - mit seiner eigenen Software. Im Backend setzt Apple seit Jahren ERP-Software von SAP ein, ergänzt durch Peoplesoft 8 im Bereich CRM (Customer Relationship Management) und Prognose-Software von i2.

In puncto Storage verwendet Apple die eigenen "Xserve-RAID"-Arrays zusammen mit Systemen von EMC und IBM. Nachdem früher fast nur EMC-Speicher genutzt wurden, setzte das Unternehmen in den letzten verstärkt auf IBM und will nun massiv die hauseigenen Speicher pushen. Derzeit verteilen sich Apples Daten laut Rally zu rund einem Drittel auf EMC-Arrays, zu über 36 Prozent auf "Shark"-Speicher von IBM und zu weiteren 18 Prozent auf kleinere "FastT"-Boxen von Big Blue, auf Xserve-RAIDs lagern gegenwärtig erst rund zwölf Prozent der Apple-Daten. Zu Ende des Geschäftsjahres soll dieser Anteil auf über 50 Prozent steigen, der Rest wird sich dann zu 30 Prozent auf Shark und jeweils unter zehn Prozent auf FastT und EMC verteilen.

Seine Online-Aktivitäten inklusive Apple Store, iTunes Music Store und .Mac bestreitet Apple mehrheitlich mit Xserve und Xserve RAID. Diese machen in diesem Bereich rund 75 Prozent der Hardware aus. "Ein paar Sun-Boxen sind auch noch untergemischt", so Rally im Anschluss an seine Präsentation. Als große Vorteile beim Einsatz vieler Macs sieht der IT-Manager unter anderem die Sicherheit - es gebe keine größeren Viren und Würmer, die Mac OS X betreffen. Außerdem sei der Administrationsaufwand geringer als bei anderen Plattformen. Apple beschäftige im IT-Helpdesk nur 27 Supportler, je einen für 433 Mitarbeiter. Dies sei nur ein Viertel bis die Hälfte von dem, was Gartner für typische Unternehmen ansetze. (tc)