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Wössner: Beim Internet wird es kein Hollywood-Monopol geben

17.09.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mark Wössner, Aufsichtsratsvorsitzender beim Gütersloher Medienriesen Bertelsmann, nahm in einem Interview mit der "Business Week" zur unterschiedlichen Rolle des Internet in den USA und in Europa Stellung. Derzeit, so Wössner, seien die Vereinigten Staaten eindeutig das offenere, liberalere und technikfreundlichere Land. Deswegen hätten auch 80 Prozent der US-Bürger in irgendeiner Form Zugang zum Web, während hierzulande gerade ein Fünftel der Bevölkerung online sei. Auch die Politik behandle das neue Medium vollkommen unterschiedlich - während beispielsweise Vizepräsident Al Gore bei jeder Gelegenheit für das Internet werbe, hätten viele deutsche Politiker kaum Erfahrung mit dem Web.

Die deutsche IT-Industrie hole aber mächtig auf, meint der Bertelsmann-Manager. Ein zweites "Hollywood-Monopol" werde es deswegen nicht geben. "In zehn Jahren werden wir in Deutschland auf dem gleichen Stand sein wie die USA. Ich wünschte, das ginge auch schneller, aber das ist vermutlich unrealistisch. Letztendlich werden wir aber im Internet gut dastehen, auch wenn Amerika anfangs die treibende Kraft war", hofft Wössner.