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Wissens-Dienst "Google Answers" verstummt

30.11.2006
Das Angebot galt als ein Beispiel für das allenorts propagierte "Social Networking" im Web. Doch offenbar spielten die Surfer nicht mit und geben Konkurrenten Yahoo dem Vorzug.

Google Answers war eines der ersten Projekte gewesen, das nicht unmittelbar mit der alles dominierenden Suchmaschine zu tun hatte. Die Idee war, über den Dienst einer von Google zusammengestellten Expertengruppe auch detaillierte Wissensfragen stellen zu können. Neben einer Pauschale von 50 Cent konnte der Fragende dann einen freiwilligen Obolus zwischen zwei und 200 Dollar für die Antworten bezahlen. Doch offenbar kam diese Idee nicht gut an bei Surfern. Ohne Gründe zu nennen, kündigte Google nun an, keine Fragen mehr anzunehmen. Antworten soll es noch bis Jahresende geben, ebenso wie die bisherigen Ergebnisse sich auch weiterhin durchsuchen lassen. Manchmal müsse man halt seine Ziele überdenken, hieß es lapidar auf dem offiziellen Unternehmens-Blog.

Teilnehmer hatten bereits seit einiger Zeit einen Niedergang von Google Answers bemerkt und unter anderem beklagt, keine Antworten mehr erhalten zu haben. Zugleich sehen Marktbeobachter in der Entscheidung auch eine Schlappe gegenüber dem Konkurrenten Yahoo. Dieser betreibt mit "Yahoo Answers" einen weniger ambitionierten Ansatz, indem Nutzer sich kostenlos untereinander befragen und austauschen können. Laut Danny Sullivan, Chefredakteur des Informationsdienstes Searchenginewatch.com habe Yahoo es besser als Google verstanden, ein "Community"-Gefühl zu erzeugen. In Anbetracht des Erfolgs von Yahoo Answers habe Googles Rückzug Etwas von einer Niederlage, schreibt Sullivan in seinem Blog. Konkurrenz könnte Yahoo künftig vom Rivalen Microsoft erwachsen. Dieser startete im August mit "Live QnA" einen mit Yahoo Answers vergleichbaren Dienst. (as)