DXC-Chef Dirk Schürmann

"Wir wollen uns extrem fokussieren"

08.01.2020
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

SAP und ServiceNow sind Schwerpunktthemen

Sie haben noch gar nicht die derzeit heißen Schlagworte künstliche Intelligenz, Internet of Things und Blockchain bemüht. Wie ist DXC dazu aufgestellt?

Schürmann: Die Themen, die uns momentan besonders beschäftigen, habe ich schon genannt: Data/Analytics und Hybrid-/Multi-Cloud-Steuerung. Als drittes Schwerpunktthema kommt die Business-Software dazu, hier legen wir unseren Schwerpunkt auf SAP und ServiceNow. Von S/4HANA- und ServiceNow-Implementierungen erwarten wir in nächster Zeit eine Menge Wachstum.

KI und Machine Learning sind für uns unterstützende Technologien. Im Analytics-Thema spielen sie eine wichtige Rolle, unser CEO Mike Salvino hat sich damit ja auch in seinem Buch detailliert beschäftigt.

DXC Technology

DXC Technology gehört mit rund 138.000 Mitarbeitern zu den größten IT-Beratungshäusern und Dienstleistern. Das Unternehmen ist 2017 aus der Fusion von Computer Science Corp. (CSC) und der Dienstleistungssparte Enterprise Services von Hewlett Packard Enterprise (vormals Electronic Data Systems = EDS) hervorgegangen. Seit September 2019 führt Mike Salvino das Unternehmen als CEO. Dirk Schürmann ist Vorsitzender der Geschäftsführung von DXC in Deutschland.

Die Zeichen stehen bei DXC also eher auf Konzentration der Angebote?

Schürmann: Richtig, wir wollen uns extrem fokussieren. So haben wir auch Bereiche identifiziert, die für uns nicht mehr strategisch sind und für die wir Lösungen suchen. Das betrifft insbesondere die klassischen Business-Process-Outsourcing-Themen (BPS) und den sehr großen Bereich Workplace and Mobility.

Das muss nicht heißen, dass wir uns von diesem Geschäft trennen. Wir wissen aber, dass wir uns damit nicht mehr differenzieren können. Workplace and Mobility ist ein Standardthema, das ganz besondere Dynamiken hat. Hier werden wir eine Konsolidierung im Markt sehen, aus der hochspezialisierte Anbieter als Gewinner hervorgehen. Wenn wir uns in Richtung höherwertige Services bewegen wollen, hat dieses Geschäftsmodell eine geringere Priorität.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir hier entweder in eine Partnerschaft gehen, um zusammen mit einem Partner einen Spezialanbieter für Workplace-and-Mobility-Services zu schaffen oder in einen Joint Venture Ansatz um es als ein ONE DXC Unternehmen weiterzuführen. Wie wir uns am Ende aufstellen, dürfte nächstes Jahr entschieden werden.

Planen Sie auch eine Konsolidierung bezüglich der adressierten Branchen?

Fokus auf Banking, Automotive und Versicherungen

Schürmann: Wir werden auch in Zukunft weltweit mit allen Branchen arbeiten und Kunden dabei unterstützen, geschäftliche Herausforderungen mit dem "Technologie-Stack" zu addressieren. Weltweit haben wir die Kernbranchen, wo wir besondere Kompetenz und geistiges Eigentum besitzen. Das sind Banking, Automotive und Insurance. Hier werden wir auf den Layern IT-Betrieb, Cloud, Security, Applications, Data Analytics und Advisory zusätzliche Werte anbieten. In Deutschland werden zusätzliche Schwerpunkte auf dem Fertigungssektor (Manufacturing) und im öffentlichen Sektor liegen. In allen anderen Industrien setzen wir unser Geschäft "as is" fort.