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Windows-XP-Rechner: Microsoft besteht auf MSN-Icon

30.07.2001
Die Verwirrung im Vorfeld der Windows-XP-Auslieferung wächst: Dürfen PC-Hersteller nun künftig bei der Konfiguration der Windows-XP-Rechner flexibler sein oder nicht?

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Verwirrung im Vorfeld der Windows-XP-Auslieferung wächst: Vor zwei Wochen noch hatte Microsoft erklärt, man wolle den PC-Herstellern mehr Flexibilität bei der Gestaltung der Windows-XP-Startseite zubilligen. Daraufhin verkündete der Computeranbieter Compaq Ende vergangener Woche, er werde statt des Microsoft-Online-Services MSN den AOL-Dienst als Icon im Startmenü anlegen (Computerwoche online berichtete). Nun heißt es jedoch von Seiten der Gates-Company, die vor zwei Wochen deklarierte Flexibilität für die PC-Hersteller beziehe sich lediglich auf den Web-Browser. Statt Microsofts "Internet Explorer" dürften die Computerproduzenten Konkurrenzprodukte auf der Betriebssystem-Startseite platzieren. Der MSN-Dienst müsse jedoch als Link auf dem Bildschirm erscheinen,

zumindest dann, wenn die Hersteller gleichzeitig rivalisierende Services anböten.

Microsoft erklärte, das habe man in der offiziellen Ankündigung vor zwei Wochen zwar nicht erwähnt, den Computerherstellern jedoch bereits zu jenem Zeitpunkt mitgeteilt. Durch die Verpflichtung der PC-Anbieter, MSN neben Konkurrenzprodukten abzubilden, ermögliche man "Wahlmöglichkeiten" für die Verbraucher. Der Medienkonzern AOL Time Warner hingegen, der den Computerfirmen eine spezielle Gebühr für die exklusive Positionierung seines Online-Dienstes zahlt, forderte Microsoft auf, das Gleiche zu tun.

Mit der "Flexibilitätserklärung" hatte Microsoft auf ein Urteil im laufenden Kartellverfahren reagiert. Ein US-Berufungsgericht hatte vor kurzem entschieden, dass einige von Microsofts Verträgen mit PC-Herstellern wettbewerbswidrig seien. Daraufhin verkündete der Softwareriese, man werde es den Computeranbietern gestatten, die Windows-Startseite mit Links zu den Angeboten anderer Hersteller zu versehen.