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Windows 2000 wird bereits illegal im Internet vertrieben

11.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die offizielle Markteinführung von Windows 2000 steht noch aus. Trotzdem muß sich Microsoft bereits mit dem Problem der Softwarepiraterie auch für sein neues Betriebssystem auseinandersetzen. Allein in diesem Januar hat die Gates-Company über 100 Websites ausfindig gemacht, die das Programm illegal zum Herunterladen anbieten. Für die Entwicklung des neuen Microsoft-Dukatenesels hat das Unternehmen in drei Jahren rund eine Milliarde Dollar investiert.

Eine nicht näher bestimmte, sicherlich aber auch nicht geringfügige Summe muß das Softwarehaus nun dafür ausgeben, die Verbreitung illegaler Kopien von Windows 2000 zu verhindern. So schnüffelt etwa ein Softwareprogramm, sozusagen ein digitaler Bluthund, im Internet nach Websites, die unrechtmäßig das Betriebssystem anbieten. Auf ähnliche Weise sollen auch gefälschte Authentifizierungs-Zertifikate aufgespürt werden, die für den vorgeblich legalen Betrieb des Betriebssystems nötig sind.

Die von Microsoft betriebene technische Aufrüstung, um die illegale Verbreitung von Windows 2000 zu verhindern, ist enorm, sagte Rechtsanwältin Anne Murphy. Sie soll dem Softwaregiganten im Kampf gegen die Produktpiraten helfen. Allein in den USA werden auf jedem vierten PC Applikationen benutzt, die nicht legal erworben wurden.

Offiziell wird Windows 2000 erst am 17. Februar 2000 in San Francisco von Bill Gates vorgestellt. Seit Monaten aber kursieren bereits Tausende von Versionen bei sogenannten Beta-Testern, Microsoft-Kunden also, die das Betriebssystem auf seine Tauglichkeit und Fehler untersuchen. Microsoft bediente zudem Computerhersteller mit Vorab-Versionen des neuesten Windows-Produkts. Diese werden auf Rechnern bereits inoffiziell seit Wochen an Endkunden ausgeliefert.