Teamwork IT & HR

Wie Unternehmen die Employee Experience stärken

18.07.2019
Von   IDG ExpertenNetzwerk


Oliver Ebel ist Area Vice President Central Europe bei Citrix. In seiner Rolle verantwortet er das Geschäft rund um die Citrix-Lösungen für den digitalen Arbeitsplatz und moderne Netzwerke in der DACH-Region. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Davor bekleidete der Autor unterschiedliche nationale und internationale Managementfunktionen bei Lenovo und IBM.
Unter dem Stichwort „Employee Experience“ wird das Wohl der Mitarbeiter in Betrieben zunehmend zum Faktor. Dabei spielt auch die IT eine wichtige Rolle.
  • Employee Experience hat das Ziel, für die Mitarbeiter die bestmögliche Arbeitsumgebung zu schaffen.
  • Die IT muss wissen, welche Ziele das Personalwesen hat.
  • Zufriedene Mitarbeiter sind treuer und erhöhen die Produktivität.

So wie die Customer Experience von den authentischen Bedürfnissen des Kunden ausgeht, orientiert sich die Employee Experience an den tatsächlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter. Das betrifft unter anderem Kultur sowie die "Employee Value Proposition" und ist mitentscheidend für den Unternehmenserfolg. Die IT leistet dabei einen entscheidenden Beitrag zu einer positiven Employer Experience.

Das Management sowie die IT haben laut einer Citrix-Studie den größten Einfluss auf die Employee Experience.
Das Management sowie die IT haben laut einer Citrix-Studie den größten Einfluss auf die Employee Experience.
Foto: Billion Photos - shutterstock.com

Bei dem Begriff Employee Experience geht es darum, sich in die Mitarbeiter hineinzuversetzen, um aus dieser Position die bestmögliche Arbeitsumgebung für sie und mit ihnen zu schaffen. Der Fokus auf Customer Experience hat in Unternehmen viel verändert, von der Produktgestaltung über das Marketing bis hin zur Vertriebs- und Nachkauferfahrung. Nun erreicht die "Experience Economy" auch die Mitarbeiter. Obwohl viele die Verantwortung dafür primär in der HR-Abteilung sehen, ist hier auch die IT besonders gefragt. Der Grund: Informationen, Daten und Technik spielen in der heutigen Arbeitswelt eine immens wichtige Rolle.

Moderner Arbeitsplatz und flexible Arbeitsabläufe

Einer aktuellen Citrix-Studie zufolge hat das Management selbst den größten Einfluss auf eine positive Employee Experience. Direkt darauf folgen allerdings bereits Faktoren, die alle im Wesentlichen von der IT-Abteilung mitbestimmt werden: So finden mehr als 40 Prozent der Befragten, dass eine hervorragende Gestaltung des Arbeitsplatzes, eine flexible Arbeitsgestaltung in Bezug auf Arbeitszeit und -ort sowie Verträge und Gehalt entscheidend sind. Zur Umsetzung eines solchen modernen Arbeitsplatzes und einer optimalen Gestaltung der Arbeitsabläufe muss die IT die erforderliche Technologie planen und vorhalten. Dieser Meinung ist ein Drittel der Umfrageteilnehmer.

Mitarbeiter wollen nutzerfreundliche Prozesse und Tools

Aus technischer Sicht sind es besonders drei Faktoren, die sich hinsichtlich einer positiven Employee Experience bezahlt machen: So muss die IT sicherstellen,

• dass Mitarbeiter einfachen Zugang zu Informationen haben (52 Prozent ist das wichtig),

• die Mitarbeiter von überall aus arbeiten können (48 Prozent)

• und dass sämtliche Prozesse und Tools möglichst nutzerfreundlich sind ("Ease of Use", 41 Prozent).

Gerade bei der Nutzerfreundlichkeit müssen sich Unternehmen an der Erfahrung messen lassen, die Mitarbeiter im Privatleben machen. So ist für ein Drittel der Befragten die Employee Experience dann gelungen, wenn sie der Nutzerfahrung als Verbraucher gleicht. Dazu gehört sowohl die Auswahl der Endgeräte (31Prozent) als auch der Anwendungen (25 Prozent).

IT und HR - das neue Tag-Team

Employee Experience ist eine große und wichtige Aufgabe. Wer es schafft, sie zu verbessern, der hat, so glauben 41 Prozent der Befragten, engagiertere Mitarbeiter. 29 Prozent der Studienteilnehmer sehen dann auch größere Chancen auf Mitarbeitertreue. Außerdem bewirkten Unternehmen dadurch eine steigende Produktivität (37 Prozent) und Kundenzufriedenheit (38 Prozent). Verantwortlich dafür sei laut den Interviewten in erste Linie die Personalabteilung (81 Prozent). Da aber Informationen, Daten und Technik generell in der heutigen Arbeitswelt eine so große Rolle spielten, sei auch die IT gefragt. Beide Abteilungen müssten hier bestmöglich zusammenarbeiten, um erfolgreich zu sein und die Mitarbeiter zufriedenzustellen.

Zum Teil geschieht das schon: So sorgen mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Unternehmen dafür, dass die IT-Abteilung weiß, welche Ziele die Human Resources (HR) hat. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Betriebe hat Experten eingestellt, die Erfahrung in beiden Welten haben und Brücken zwischen der IT und der HR bauen.