Ratgeber Mobility

Wie Sie mobile Projekte strategisch planen

23.07.2008
Von   IDG ExpertenNetzwerk

Frank Heuer ist bei der Information Services Group als Manager Advisor tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf den Themen Kommunikations- / Collaboration-Lösungen und -Dienste sowie Cloud Computing und Cyber Security. Er ist seit 1999 in der Analyse von IT- und Telekommunikationsmärkten und der entsprechenden Beratung aktiv. Zu seinen Aufgabengebieten gehört insbesondere die Beratung von IT-Anbietern und Telekommunikationsunternehmen zu Marketing und Vertrieb.

Mobilfunkzugriff auf das Firmennetzwerk unterstützt die immer mobiler werdenden Mitarbeiter bei Management und Durchführung ihrer Aktivitäten. Der Trend geht dabei zu schnellen Übertragungstechnologien und zu Anwendungen, die sich kurzfristig im Unternehmenserfolg niederschlagen. Der Mittelstand hat das Thema aufgenommen, weist aber auch noch Potenzial auf.

Führte der mobile Web-Zugriff bis vor kurzem in der öffentlichen Wahrnehmung noch ein Schattendasein, hat der Hype um das iPhone dieses Thema und die Diskussion über den "richtigen" Übertragungsstandard endgültig angeheizt und in die breite Masse getragen. Dieser neue Trend hinsichtlich des mobilen Internet-Zugangs ist jedoch allein ein Phänomen im Bereich des Consumer-Marktes und gilt nicht für das Unternehmensumfeld. Dort ist der Netzzugriff über Mobilfunk bereits seit einigen Jahren Usus, insbesondere seit Anfang 2004 in Deutschland die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) eingeführt wurde. Vorreiter sind dabei die großen Unternehmen, die den mobilen Web-Zugang speziell für den Zugriff auf das Firmennetzwerk und den E-Mail-Account nutzen. Dennoch stellt sich die Frage, inwieweit dieses Thema in dem Firmensegment angekommen, das die deutsche Wirtschaft besonders prägt - nämlich dem Mittelstand?

Handlungsbedarf in Sachen Mobility

Die Antwort auf diese Frage muss differenziert ausfallen. Zum einen gibt es die Nutzergruppe, die weitgehend auf aktuelle Technologie setzt, zum anderen aber auch zahlreiche Firmen im Mittelstand, die das Potenzial für mobile Lösungen bei Weitem nicht ausschöpfen. So sind beispielsweise nur in jedem fünften deutschen mittelständischen Unternehmen Mitarbeiter beschäftigt, die per Mobilfunk auf das Unternehmensnetzwerk oder ihre E-Mails zugreifen. Dabei spielt auch noch das "Wie" eine gewichtige Rolle, denn zwischen 10 Kbit/s und DSL-Geschwindigkeit (HSDPA-Download mit bis zu 7,2 Mbit/s, HSUPA mit bis zu 1,4 Mbit/s im Upload) tut sich inzwischen ein breites Spektrum der mobilen Übertragungsverfahren auf. Es lässt sich feststellen, dass mobiles Breitband durchaus schon Akzeptanz gefunden hat. Von den Firmen, die einen Netzzugang über Mobilfunk zur Verfügung haben, nutzen über drei Viertel (78%) UMTS. Schon mehr als jedes fünfte Unternehmen (22%) aus dieser Gruppe geht mit dem Datenturbo HSPA (HSDPA oder HSUPA) online.

Trotz dieser respektablen Zahlen besteht aber weiterhin Wachstumspotenzial. Denn über die Hälfte der Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern beschäftigt Angestellte, die im mobilen Einsatz sind. Und dieser Anteil steigt weiter an, denn Präsenz beim Kunden ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im stärker werdenden Wettbewerb.

Die Kluft zwischen Nutzern mobiler Internet-Zugange auf der einen Seite und Nichtnutzern beziehungsweise potenziellen Anwendern auf der anderen Seite liegt unter anderem in der Branchenzugehörigkeit und deren entsprechenden Anforderungen begründet. Mit der Einführung von mobilem Datenfunk haben es die Wirtschaftszweige demnach unterschiedlich eilig. Nach Branchen differenziert, ist die Marktdurchdringung in der Industrie sowie im Dienstleistungssektor am höchsten. Dagegen verhält sich der Öffentliche Sektor und Non-Profit-Bereich noch besonders zurückhaltend. Die Finanzbranche (Kredit- und Versicherungsgewerbe) rangiert überraschend nur im Mittelfeld, obwohl hier eigentlich aufgrund der verstärkten Kundenbetreuung vor Ort ein höherer Nutzungsgrad zu erwarten wäre.