Hybride Cloud-Strategien für den Mittelstand

Die Cloud als Innovationstreiber: Ganzheitliche Strategien, Konzepte und praktische Ratgeber für Ihr digitales Business.

Cloud als strategisches Werkzeug

Wie Sie eine Plattform für Innovation aufbauen

24.10.2020
Es gibt fünf Gründe, warum die Cloud die Basis schafft für digitale Transformation. Aber dieses Innovationspotenzial auszuschöpfen, erfordert die richtige Strategie.

Noch vor wenigen Jahren wurde die IT vornehmlich als Serviceorganisation wahrgenommen. Sie sollte die Fachbereiche mit Hard-, Software und Services versorgen und einen reibungslosen und sicheren IT-Betrieb gewährleisten. Zu möglichst niedrigen Kosten.

Dank Cloud Computing lassen sich Innovationen schneller umsetzen.
Dank Cloud Computing lassen sich Innovationen schneller umsetzen.
Foto: winui - shutterstock.com

Diese Aufgaben haben sich völlig gewandelt. "Die IT ist heute Dreh- und Angelpunkt für Innovationen", sagt Marc Lehmann, IT-Business-Architekt im Bechtle IT-Systemhaus Stuttgart, "über alle Branchen hinweg bildet sie das Rückgrat der Digitalisierung." IT-basierte Services ermöglichen Maschinenwartung aus der Ferne und unternehmerische Pioniere verkaufen keine Geräte mehr, sondern bauen darauf Services auf, die auf Abruf bezahlt werden. Solche neuen Services, Produkte und Geschäftsmodelle werden zentral für die Wettbewerbsfähigkeit.

Das haben auch die CIOs verstanden. Laut dem Cloud Monitor 2020 des Branchenverbandes Bitkom nutzen drei Viertel der befragten Unternehmen Cloud Computing, für 78 Prozent ist Cloud sogar der Motor der Digitalisierung.

Die Cloud als Basis für Innovationen

Laut Cloud Monitor beträgt der Anteil der Public-Cloud-Nutzer unter den befragten Unternehmen 38 Prozent, bei Private-Cloud-Umgebungen sind es 58 Prozent. Auch Multi-Cloud-Modelle stehen weit oben auf der Prioritätenliste. Bereits 32 Prozent der Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland setzen auf Multi-Cloud-Computing, bei Großunternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern sind es sogar schon 87 Prozent.

Für das Cloud-Bereitstellungsmodell sprechen laut Marc Lehmann vor allem folgende Gründe:

1. Wesentlich verkürzte Time-to-Market: Traditionell war die Beschaffung neuer IT-Ressourcen ein komplexer Prozess, der Monate in Anspruch nahm. "Heute lässt sich ein Server oder zusätzlicher Service viel schneller und einfacher über die Cloud zur Verfügung stellen", sagt Lehmann.

2. Erfahrungsschatz der Provider. Hyperscaler wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure oder Google haben weltweit Millionen von Nutzern. "Sicherheitsprobleme oder Störungen werden hier auf Basis dieser enormen Nutzerzahl schnell erkannt und behoben", erläutert Lehmann, "die Verbesserungen stehen allen Kunden übergreifend zur Verfügung."

3. Weniger Wartungs- und Managementaufwand. Cloud-Provider übernehmen Aufgaben wie Absicherung, Lastenverteilung, Patches und Updates. "Das gibt IT-Mitarbeitern den Freiraum, sich über wirklich wichtige und wertschöpfende Themen Gedanken zu machen", erklärt der Bechtle IT-Business-Architekt.

4. Niedrige Einstiegshürden für Innovationen. Cloud-Services sind schnell eingerichtet, werden nach Nutzung abgerechnet und lassen sich oft sogar kostenlos testen. "Das senkt die Barriere", sagt der Bechtle-Experte, "neue Business Cases lassen sich so mit geringerem Risiko entwickeln und testen."

5. Fortlaufend neue Services. Auch bei den Services entsteht ein Multiplikatoreffekt in der Cloud. "Ist beispielsweise in einem Referenzprojekt ein neuer Service entstanden, wird er ins Standardportfolio aufgenommen", so Lehmann weiter, "dadurch profitieren alle Kunden von der Innovationsfähigkeit der Cloud-Provider."

Innovation als strategische Aufgabe

Diese Vielfalt der bestehenden und neuen Services wirft jedoch eine wichtige Frage auf: Welche Cloud-Services passen zu meinem Unternehmen? Diese Frage lässt sich nur im Ringschluss von IT und Business beantworten.

Daher empfiehlt Lehmann den Chancen-Workshop von Bechtle für den Einstieg in die Entwicklung neuer Ideen und innovativer Konzepte: "Gemeinsam mit der Unternehmensleitung erarbeiten unsere IT-Business-Architekten eine Vision für die digitale Transformation und leiten daraus die wichtigsten Ziele ab. Auf Basis dieser Ergebnisse definieren wir dann in Zusammenarbeit mit dem Kunden, welche Services am besten in seine Strategie passen."

Als nächstes gilt es, einen Phasenplan zu definieren, wie man aus dem Ist-Zustand in den gewünschten Soll-Zustand kommt. Um einen Überblick über die verwendeten Systeme und Services zu bekommen, nutzen die IT-Business-Architekten sowohl das Gespräch mit den Fachabteilungen als auch technische Hilfsmittel. "Mit Tools lässt sich automatisiert eine IT-Landkarte generieren, die alle Services und die zugrundeliegende Infrastruktur abbildet", erläutert Lehmann.

"Im Rahmen der IT-Business-Architekten-Workshops durchleuchten wir diese Karte dann gemeinsam mit dem Kunden darauf hin, welche Services sich für eine Cloud-Migration anbieten und wie die dafür passende Cloud-Architektur aussehen muss."

Fazit

Innovationsfähigkeit wird in einer digitalisierten Welt zum Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit. Da sich Rahmenbedingungen ständig verändern, gilt es, Services, Produkte und Geschäftsmodelle schnell und flexibel anpassen zu können.

Für solch eine zukunftsfähige IT-Strategie ist Cloud Computing ein unverzichtbarer Baustein. "Nur wenn Cloud-Services intelligent und mit gesundem Menschenverstand ausgewählt werden, stiften sie echten Mehrwert", sagt Lehmann, "Mit unseren Consulting-Angeboten wie dem Chancen-Workshop befähigen wir Kunden, die richtige Auswahl zu treffen und diese zielorientiert umzusetzen."

So profitieren Sie am meisten von Multi Cloud

In der Corona-Krise ist das Interesse an der Multi Cloud deutlich gewachsen. Um den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen, sind jedoch neue Konzepte erforderlich.

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