Mit NoSQL zum Datenschatz

Wie Pharmaunternehmen abheben

22.05.2018
Anzeige  Die Analyse von Daten kann Unternehmen gewichtige Vorteile verschaffen - wenn die Voraussetzungen und Tools stimmen. Das gilt in besonderem Maße für die Pharmaindustrie.

Klinische Studien und Post-Market-Ergebnisse sind für Unternehmen in der Pharmabranche unabdingbar. Der Schlüssel zum Wettbewerbsvorteil liegt hingegen in der Fähigkeit, aus den gesammelten Daten Mehrwert zu generieren. Die Voraussetzung hierfür: Eine Datenbank-Technologie, die eine schnelle Rundumsicht ermöglicht.

Aus Daten entsteht nicht immer Mehrwert. Wir sagen Ihnen, wie Pharmaunternehmen mehr aus ihren Assets machen.
Aus Daten entsteht nicht immer Mehrwert. Wir sagen Ihnen, wie Pharmaunternehmen mehr aus ihren Assets machen.
Foto: rawf8 - shutterstock.com

Erfolgsfaktor Zufall

Innerhalb der Pharmaindustrie ist die systematische Suche nach einer möglichen Zweitverwendung von Wirkstoffen eine gängige Strategie: Das bekannteste Beispiel für eine - zufällig entdeckte - Zweitwirkung ist Azetylinsäure. Dieser Wirkstoff ist in vielen Schmerzmitteln enthalten, wird von der Pharmaindustrie aber auch als Arzneimittel zur Thromboseprophylaxe eingesetzt. Der wohl skurrilste Fall in diesem Zusammenhang ist hingegen der des Wirkstoffs Sildenafil - eine Entwicklung des Pharmariesen Pfizer. Ein geplantes Medikament gegen Angina Pectoris kam nie auf den Markt, weil die Nebenwirkungen bei der erforderlichen Dosis zu stark waren. Denn durch Zufall stellte sich heraus, dass Sildenafil auch eine potenzsteigernde Wirkung hatte - woraus das Medikament Viagra entstand und Pfizer eine enorme Menge Geld in die Kassen spülte. Die Liste der erfolgreichen Zweitverwendungen von Medikamenten ließe sich beliebig fortsetzen.

Die logische Konsequenz wäre also, die Daten, die im Laufe der Entwicklung eines Medikaments anfallen, systematisch zu nutzen, um neue Arzneien schneller und damit kosteneffizienter auf ihre Marktfähigkeit bewerten zu können. Zumal die Branche (durch abgelaufene und auslaufende Patente und die nachfolgenden Generica) ohnehin zunehmend von Wettbewerb geprägt ist. Darüber hinaus kann der Bewertungsprozess aber auch bei Neuentwicklungen beschleunigt werden - wenn die Chancen der Digitalisierung richtig genutzt werden.

Datengetriebene Früherkennung

Anders als in den USA, wo mit dem durchaus umstrittenen 21st Century Cures Act 2016 bereits entsprechende Weichenstellungen beschlossen wurden, verfügt die europäische Pharmaindustrie kaum über Möglichkeiten, klinische Studien zu beschleunigen oder Studienanforderungen zu reduzieren, um neue Medikamente schneller und kosteneffizienter auf den Markt zu bringen. Dennoch sind Bestrebungen dieser Art inzwischen auch in der alten Welt erkennbar. Dabei geht es vor allem darum, Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneien schneller nachzuweisen - das Wohl des Patienten steht im Vordergrund. Zudem benötigen Behörden und Zulassungsstellen Zeit, um verschiedenste Daten auszuwerten. In diesem Zeitraum verdient ein Pharmaunternehmen mit seiner Entwicklung noch kein Geld - dennoch verursacht jeder Tag nicht unerhebliche Kosten.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Unternehmen der Pharmabranche möglichst frühzeitig auf eine umfassende und fundierte Auswertung existierender Daten setzen, um die ökonomisch sinnvollste Entscheidung für (oder gegen) die Marktfähigkeit eines Produktes zu treffen. Das Medikament muss dabei nicht nur für die Patienten sicher zu verwenden und wirksam sein: Für Krankenkassen etwa spielen auch die späteren Kosten einer möglichen Behandlung eine zentrale Rolle. All diese Daten, die Auskunft über Nutzen und Rentabilität geben, müssen im Vorfeld zusammengeführt und aussagekräftig bewertet werden.

Intelligentes Datenmanagement

Pharmakonzerne sollten die fortschreitende Digitalisierung als Chance erkennen, um den Prozess der Neuzulassung für ein Medikament zu beschleunigen und damit wesentlich kostengünstiger zu gestalten. Das Sammeln von Daten alleine führt noch lange nicht zu aussagekräftige Bewertungen. Es gilt, das vorhandene Datenmaterial effizient zu nutzen und somit die Kosten zu senken.

Entwickler in Pharmaunternehmen sehen sich bei der Analyse häufig mit komplexen Problemstellungen konfrontiert: Benötigte Daten stammen meist aus verschiedenen Quellen, werden in unterschiedlichen Formaten und teilweise auch in isolierten, nicht miteinander vernetzten Datensilos gespeichert. Komplizierte Datenverwaltung und vielschichtige Sicherheitsanforderungen schränken die Arbeit zusätzlich stark ein, Abfragen sind in der Regel langsam, starr und liefern oft nur eingeschränkte Analyse-Ergebnisse.

Viele Unternehmen - darunter auch einige Schwergewichte der Pharmaindustrie - haben es in der Vergangenheit versäumt, effiziente Strukturen für die Nutzung und Analyse von Daten zu schaffen. Pharmaunternehmen benötigen zukünftig eine Technologie, die hilft, maximalen Nutzen aus der Fülle vorhandener Informationen zu ziehen. Gelingt es ihnen, zu einer schnellen, verlässlichen Aussage über Wirksamkeit, Sicherheit und Rentabilität eines Medikaments zu kommen, können bereits im Vorfeld einer Zulassungsbeantragung fundierte Aussagen zu den Marktchancen einer Entwicklung gemacht werden. Und genau das sichert den Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Schneller Datenzugriff im richtigen Kontext

Besagte Lösung ist ein intelligentes System, das Daten aus sämtlichen Informationsquellen harmonisiert, miteinander vernetzt und zueinander in Bezug setzt. Enterprise NOSQL-Datenbanken - wie etwa MarkLogic - ermöglichen eine schnelle und kosteneffiziente Integration heterogener Daten und die Erfüllung vieler verschiedener betrieblicher und analytischer Anforderungen. Egal ob es dabei um die Zusammenstellung von Forschungsergebnissen zum Wirksamkeitsvergleich, die Auswertung von Arztverhalten und Patienten-Compliance oder die Gewährung von Rückerstattungen geht, die für andere Geschäftsentscheidungen relevant sind.

Die Lösung von MarkLogic bringt strukturierte und unstrukturierte Datensätze aus der Verwaltung, klinische Daten, Qualitätsdaten und Daten aus Patientenbefragungen über eine zentrale Drehscheibe - den Data Hub - zusammen. Dank leistungsfähiger Funktionen werden die Daten so aufbereitet, dass sie intelligente Suchvorgänge ermöglichen. So lassen sich der schnelle Zugriff auf gespeichertes Wissen, die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten und moderne Analysefunktionen im Handumdrehen realisieren. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Flotte Integration und Harmonisierung heterogener Daten

  • Effiziente Datenverwaltung, höchste Datensicherheit und Datenqualität

  • Schnelle 360-Grad-Sicht auf alle Daten

Effektiv eingesetzt, kann eine vollumfängliche Sicht auf die Daten unbekannte Zusammenhänge und verborgene Muster in der medizinischen Forschung aufdecken. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können die Entwicklung neuer Produkte inspirieren, die Positionierung im Markt steuern und dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Die digitale Zukunft kann kommen

Mit einem solchen Technologie-Vorsprung sind Unternehmen auch für die Zukunft gerüstet. Die Digitalisierung schreitet schließlich nicht nur in der Pharmabranche voran, sondern hat den gesamten Gesundheitssektor erfasst: Jedes medizinische Gerät, jede Arztpraxis, jedes Labor und jedes Krankenhaus wird früher oder später vernetzt sein.

Noch schränken strenge Datenschutzvorschriften die Möglichkeiten stark ein - zum Beispiel, wenn es um die Verwendung von "echten" Daten (also Daten aus Laborwerten, radiologischen Untersuchungen und anderen klinischen Angaben) für die beschleunigte Zulassung von Arzneien geht. Dieses Vorgehen gilt derzeit als visionärer Ansatz, der auch in den USA kontrovers diskutiert wird. Die digitalen Systeme aus der klassischen Gesundheitsvorsorge, Medizintechnik und Forschung werden aber langfristig zum Wohle der Patienten mehr und mehr miteinander verknüpft werden. Und auch das rasant wachsende Fachwissen aus Studien und Experimenten wird in alle Prozesse - auch die der Pharmaunternehmen - integriert werden.

Die dabei entstehenden Datenmengen werden noch eklatanter ausfallen, als das heute der Fall ist. Den Datenschatz können dann nur jene Unternehmenden heben, die frühzeitig auf eine einheitliche und umfassende Datenverwaltung gesetzt haben.