Umsatzrückgang

Wie Personalberater die Krise meistern wollen

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Sie rechnen mit einem zweistelligen Umsatzrückgang, sind aber dennoch zuversichtlich, dass sie zum Beispiel mit Zusatzgeschäften die Krise gut überstehen werden.

Bei der Jahrestagung der Personalberater im Mai dieses Jahres auf dem Petersberg bei Bonn hatte der Verbandsvorsitzende Wolfgang Lichius zwar gute Nachrichten mitgebracht, was die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres betraf - der Umsatz stieg um 8,5 Prozent auf 1,49 Milliarden Euro. Beim Ausblick allerdings war Lichius nicht mehr so optimistisch. Er rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzeinbruch von rund 20 Prozent.

Weniger dramatisch fällt die Stellenauswertung des Karriereportals Placement 24 aus, das von März bis Juli einen Rückgang der Anzeigen für Fach- und Führungskräfte von 16,5 Prozent errechnet hat. 10,6 Prozent der Anzeigen richteten sich an IT-Manager, womit sie Platz eins belegen vor den Unternehmensberatern (7,9 Prozent) und Machinenbauern und Bankern (je 5,7 Prozent). Placement-24-Geschäftsführer Fabiano Maturi beobachtet, dass "die Suche nach guten IT-Profis auch in der Krise nicht abgenommen hat". Er ist überzeugt, dass in die IT und damit in ihre Mitarbeiter investiert wird, weil sie helfen, Kosten zu senken.

Abwärtstrend zeichnete sich früh ab

In solchen Zeiten ist also Kreativität gefragt. Nach wie vor verdienen die Berater das meiste Geld mit der Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften. Immerhin 88,4 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen auf das Kerngeschäft. Zu beobachten ist indes, dass die Berater ihr Geschäft auf den Prüfstand stellen. Einige geben auf, andere konzentrieren sich noch stärker, sei es auf eine Branche oder auf eine Zielgruppe, und andere wieder überlegen sich Zusatzangebote, die sich mit ihrem klassischen Vermittlungsgeschäft gut verbinden lassen.

Harald Sabin zum Beispiel, geschäftsführender Gesellschafter von HSC in Berlin, erzählt, dass seine Berater ihm bereits Ende vergangenen Jahres signalisierten, dass es mit dem Geschäft abwärtsgehe, obwohl sich auf der CeBIT "noch jeder optimistisch gab".