Nachhaltige Rechenzentren

Wie IT grüne Schlüsseltechnologie werden kann: mit Ihrem Engagement

12.10.2021
Anzeige  Wenn die Pandemie abflaut, wird der Klimawandel wieder in den Fokus rücken. Hier kann die IT helfen, mittels digitalisierter Prozesse CO2 zu sparen. Dieser Wunsch geht jedoch nur auf, wenn alle dafür sorgen, dass auch IT-Infrastrukturen energieeffizienter arbeiten.
Bislang hat IT den Energieverbrauch gesteigert. Mittels nachhaltiger Ansätze und digitalisierter Prozesse kann IT jedoch helfen, den CO2-Verbrauch zu senken.
Bislang hat IT den Energieverbrauch gesteigert. Mittels nachhaltiger Ansätze und digitalisierter Prozesse kann IT jedoch helfen, den CO2-Verbrauch zu senken.
Foto: Timofeev Vladimir - shutterstock.com

2020 wurden am Internetknoten DE-CIX in Frankfurt neue Spitzenwerte erreicht: "Mit einem Durchsatz von 10 Terabit pro Sekunde zu Spitzenzeiten und mehr als 1000 verbundenen Kunden behauptet der DE-CIX in Frankfurt seine Position als einer der größten Internet Exchanges der Welt", heißt es in der Mitteilung von DE-CIX. 10 Terabits pro Sekunde entsprechen der gleichzeitigen Übertragung von 2,2 Millionen Videos in HD-Qualität oder 2,2 Milliarden DIN-A4-Seiten, einem 220 Kilometer hohen Papierstapel.

Laut dem französischen Think Tank verursachen digitale Technologien insgesamt einen Anteil von vier Prozent aller Treibhausgase und damit mehr als die zivile Luftfahrt.

Der Datendurchsatz in der gesamten ITK-Infrastruktur steigt weiter enorm, und damit letztendlich auch dessen CO2-Ausstoss. Jedoch kann die Digitalisierung helfen, deutlich zu sparen, wenn sich dadurch physische Aktivitäten einsparen lassen.

Wie IT hilft, CO2-Emissionen zu senken

Aktuell augenscheinlichstes Beispiel ist der Effekt von Videokonferenzen und Tools für die mobile Zusammenarbeit: Für ein Meeting mit vier Teilnehmern müssen vier Laptops mit rund 60 Watt versorgt werden, hinzu kommen die Verbräuche von Rechenzentren und Kommunikationsnetzwerken. In Summe verbraucht das pro Stunde etwa 0,6 Kilowattstunden (kWh). Laut Statista-Erhebung von 2019 entspricht dies in Deutschland einer Emission von etwa 0,4 kg CO2.

100g CO2 entstehen pro Person durch eine Stunde Video-Meeting.

Müssten vier Personen mit dem eigenen PKW sechs Kilometer zu diesem Meeting fahren, würde das eine Emission von ca. 10 kg CO2 bedeuten. Die Videokonferenz hat also einen um den Faktor 25 niedrigeren CO2-Ausstoß als das physische Meeting.

Digitalisierung bietet darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten, Prozesse so zu optimieren, dass sich CO2 einsparen lässt. Dazu zählen optimierte Routenplanung in der Logistik, Predictive Maintenance, um Wartungstermine besser planen zu können, oder innovative Strategien, mit denen sich Abfall vermeiden und besser entsorgen lässt.

Mehr Anreize, Energie im IT-Bereich zu sparen

Auf der anderen Seite erhöht sich mit fortschreitender Digitalisierung der Stromverbrauch durch Server, Storage- und Netzwerksystemen sowie durch Übertragungsnetze und Endgeräte. Außerdem ist damit zu rechnen, dass das Datenaufkommen getrieben durch die dezentrale und immer stärke digitalisierte Arbeitswelt weiter enorm wachsen wird. Daher sollten Unternehmen dringend an nachhaltigeren IT-Infrastrukturen arbeiten. Zumal der der Druck steigt:

- Der Handel mit Zertifikaten nimmt Fahrt auf. Damit werden CO2-Einsparungen für viele Unternehmen finanziell relevant.

- In ihrem Klimapaket hat die Bundesregierung die CO2-Bepreisung eingeführt. Sie steigt schrittweise von aktuell 55 auf 65 Euro pro Tonne im Jahr 2026.

- Auf Investorenseite spielt Nachhaltigkeit immer mehr eine Rolle, Unternehmen auf Kapitalsuche werden zunehmend an Ihrer Ökobilanz gemessen.

- Nachhaltigkeit wird zum Image-Faktor in der Außendarstellung, Zulieferer und Service Provider werden zunehmend von ihren Kunden gedrängt, nachhaltiger zu produzieren.

IT sollte beim eigenen Energieverbrauch ansetzen

Ein hohes Sparpotential liegt in der IT selbst: Nach Angaben des Borderstep Instituts hat sich in Deutschland der Energiebedarf von Rechenzentren seit 2010 um fast 60 Prozent erhöht. In Summe brauchten sie 2020 mit 16 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom als ganz Berlin. Damit liege der Anteil der Rechenzentren am Stromverbrauch in Deutschland mittlerweile bei fast 3 Prozent.

Vor allem der Betrieb veralteter Rechenzentren kostet viel Energie, u.a. wegen mangelnder Auslastung und durch den großen Bedarf an eigener Hardware und Klimatechnik.

Daher bietet sich eine Modernisierung der IT-Infrastruktur an durch einen Wechsel auf extern betriebene RZs. Anbieter von Cloud- oder Colocation-Services können deutlich effizienter arbeiten, nutzen Energie-Management Systeme und verfügen im Idealfall über Konzepte für die Nutzung ihrer Abwärme. Dies kann beispielsweise über die Einspeisung ins Fernwärmenetz der umliegenden Stadtgebiete erfolgen.

Mit der Nutzung externer RZ-Services wandert der CO2-Ausstoss zum Dienstleister, was die CO2-Bilanz des Kundenunternehmens entsprechend entlastet. Darüber hinaus hat der Dienstleister über Skaleneffekte seinerseits die Möglichkeit, viel nachhaltiger zu agieren, als das Kundenunternehmen könnten.

Der Axians Partner Equinix - der weltweit größte Provider von Rechenzentren und Colocation-Infrastruktur - beispielsweise investiert intensiv in die Energieeffizienz seiner Rechenzentren und hat seit 2011 mehr als 129 Millionen Dollar in Energieeffizienz-Upgrades, Nachrüstungen und Verbesserungen investiert. Eine bessere Auslastung der Server, die Virtualisierung hardwareintensiver Prozesse oder die Abschaltung alter und ineffizienter Standorte haben den Energiebedarf seit 2011 jährlich um 25.100 kW gesenkt. Energiebilanzen sind zudem heute bei Relocation, Migrations- oder Neuaufbauten von IT-Infrastrukturen ein immer gefragterer Service. In jüngster Zeit sind hier vermehrt Anfragen von mittelständischen und großen Unternehmen spürbar.

Ein weiteres Beispiel ist die Hartmann Gruppe aus Heidenheim an der Brenz. Der Hersteller von Wundpflastern, Verbänden, Windeln und Desinfektionsmittel für Krankenhäuser und Pflegeheime hat in einem groß angelegten Infrastrukturprojekt etliche eigene Rechenzentren aufgegeben und seine SAP-Systeme aus Deutschland, Tschechien, Spanien, Frankreich, Norwegen in einem vom Dienstleister Axians betriebenen Data Center zusammengelegt. Letzteres betreibt der weltweit operierende ICT-Dienstleister Axians, eine Marke der VINCI Energies Gruppe. Durch diese Konsolidierung erzielt Hartmann Gruppe erhebliche Einsparungen beim Hardwarebedarf, dem Stromverbrauch und der Energiebilanz.

Bei der Auswahl von Dienstleistern auf deren Ökobilanz achten

Besonders effektiv sind diese Maßnahmen, wenn der RZ-Betreiber auf Nachhaltigkeit achtet. Wie Rechenzentren sogar komplett CO2-neutral arbeiten können, zeigt das Beispiel Windcloud: Das RZ steht in Nordfriesland nahe der Küste und deckt 98 Prozent seines Strombedarfs mit grünem Windstrom aus dem nahegelegenen Windpark. Die restlichen zwei Prozent liefern Solarzellen und eine Bio-Gasanlage.

Windcloud erhöht seine Energieeffizienz durch eine automatisierte Ressourcen-Verwaltung von Axians. Die Plattform "Green ITC Lab" schaltet Ressourcen wie Ports von Switchen zur Netzwerkplanung für Unternehmen oder Carrier nur dann ein, wenn sie tatsächlich genutzt werden. Das senkt den Stromverbrauch um bis zu 30 Prozent. Zusätzlich kann durch das Green ITC Lab ein digitaler Zwilling von Wirknetzen aufgebaut werden, wodurch Endkunden keine eigene Testhardware vorhalten müssen und so zusätzlich Energie einsparen können. Auch mit ISO Zertifizierungen wie ISO 14001 können Dienstleister wie Axians ihr aktives Umweltmanagement prozessoral belegen.

Unternehmen auf dem richtigen Weg

Axians beobachtet zurzeit den Trend, dass kleine und mittlere Unternehmen im Rahmen von Konsolidierungsprojekten immer weniger neue Rechenzentren selbst bauen und veraltete RZs abschalten. Der Trend geht dagegen ganz klar zur Auslagerung neuer IT-Infrastrukturen in energieeffiziente Co-Location Rechenzentren, die Axians dann auf Basis von ISO-Prozessstandards betreibt. Wenn auch Sie über energiesparende IT-Infrastrukturen und nachhaltige Modernisierungskonzepte nachdenken, steht Ihnen Axians gerne als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.