Digital Leader Award 2017

Wie Hoyer Gefahrgüter dank IoT weltweit im Griff hat

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Der Hamburger Logistiker ist auf den weltweiten Transport von Flüssigkeiten wie Chemikalien, Treibstoff, Gas, aber auch Lebensmittel spezialisiert. In einem Internet-of-Things-Projekt hat Hoyer eine lückenlose Überwachung seiner Tankcontainer rund um den Globus eingeführt.
Hoyer überwacht seine Tankcontainer rund um den Globus.
Hoyer überwacht seine Tankcontainer rund um den Globus.
Foto: Hoyer GmbH

Dabei können die Kunden ihre Flüssigware in den 37.000 genutzten Containern orten und auch den Zustand des Transportguts durchgängig überwachen lassen. Parameter wie Druck, Temperatur, Füllstand und Dichte geben Hinweise auf Leckagen oder chemische Veränderungen gefährlicher Güter.

Für seine Kunden stellt Hoyer auf einer Web-Plattform neben den Auftragsdaten auch die Sensordaten für die interaktive Analyse bereit. So erkennt der Kunde früh Auffälligkeiten und Abweichungen, er kann schnell eingreifen. Bislang sind bereits 5000 Container mit den Sensoren ausgestattet. In der chemischen Industrie ist Hoyer mit seinem Projekt auf großes Interesse gestoßen. Kunden des Logistikers erwarten deutliche Spareffekte, da sie ihre interne Überwachung von Transportgütern und -aufträgen viel effizienter gestalten können. Zudem sinken die Instandhaltungs- und Finanzierungskosten, die Umlaufzeiten werden kürzer.

"Zahlen zum Projekt"

  • 37.000 Tankcontainer sollen Sensoren erhalten.

  • 20 Experten arbeiten im Projektteam.

  • 1 Patent für eine neue Methode der Füllstandsmessung.

Sourcing Day

Sourcing Day

Die Hanseaten haben für das Projekt ein 20-köpfiges Team zusammengestellt, das sich aus Ingenieuren der hauseigenen Digitaltochter Netlog, der Konzern-IT und dem niederländischen Startup Intermodal Telematics zusammensetzt. Eine Herausforderung lag in der Entwicklung eines robusten Sensors, der schwierigen Umgebungsfaktoren standhält und möglichst langlebig ist. Auch die zeitnahe Verarbeitung großer Mengen von Sensordaten erwies sich als nicht trivial. Zudem stand das Team unter Zeitdruck: Die Ausrüstung der Tankcontainer-Flotte sollte in einem engen Zeitrahmen erfolgen.

Kühlung über das Smartphone steuern

Ein Vorteil der Lösung besteht auch darin, dass auf die Ladung remote Einfluss genommen werden kann. So entwickelte das Team für die Telematik-Einheit ein digitales Thermometer mit Memory-Funktion, das über einen Funkempfänger mit dem Communication- und Location-Terminal in Verbindung steht. Neben der Überwachung ist damit auch die entfernte Steuerung von Heizung und Kühlung möglich, indem Temperaturen über ein Smartphone eingestellt werden können. Außerdem wurde eine besonders genaue Methode für die nichtinvasive Füllstandsmessung entwickelt, für die Hoyer ein Patent angemeldet hat.

Der Logistiker selbst kann mit der Lösung seine Tankcontainer-Flotte besser zusammensetzen und so Vorteile bezüglich Investitions- und Finanzierungskosten erzielen. Auch die Lager- und Depotkosten sinken. Die Hamburger hoffen, mit Abschluss des Projekts ihre Auslastung um ein Prozent verbessern zu können, in gleichem Umfang soll die Profitabilität steigen.

Transparenz in der Logistikkette ist bei Gefahrgütern auch aus sicherheits- und umwelttechnischen Gründen hochrelevant. Mit einer größtmöglichen Absicherung der Transporte lassen sich Unregelmäßigkeiten erkennen und somit Umweltkatastrophen vermeiden.

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