(Nicht nur) Bewerbungs-Tipps

Wie Du besser mit Ablehnung umgehst

06.07.2020
Von   IDG ExpertenNetzwerk

Ich bin Anita - ein Coach mit Leib und Seele – und engagierte Beraterin. Als gebürtige Kroatin, die in Deutschland aufgewachsen ist, lebe ich seit sieben Jahren in Dubai. Geschäftlich bin ich international tätig und pendle zwischen den Emiraten, Deutschland/Europa und Asien. Früher war ich als Event Managerin und Profi Tänzerin international tätig, und heute lege ich meinen Fokus mit Leidenschaft auf Women Empowerment und Corporate Stress Management.

Niemand erfährt gerne Ablehnung - weder beruflich, noch privat. Dabei setzt uns Zurückweisung in unseren privaten Beziehungen regelmäßig am meisten zu. Ein guter Anknüpfungspunkt, um Parallelen zum Arbeitsleben zu ziehen.
Ablehnung kennt viele Formen. Die Kunst ist, mit Zurückweisung richtig umzugehen.
Ablehnung kennt viele Formen. Die Kunst ist, mit Zurückweisung richtig umzugehen.
Foto: Antonio Guillem - shutterstock.com

In unserer Single-Zeit können wir alle ein Lied davon singen: Wir lernen jemanden kennen, alles scheint toll zu laufen. Bis dann der Zeitpunkt kommt, an dem eine Person Dir sagt, wie toll sie Dich findet - derzeit aber leider keine Beziehung eingehen will oder kann. Das fühlt sich an wie ein Schlag in die Magengegend, weil wir nicht rational begreifen können, was gerade passiert. Unser Ego ist verletzt, das Geschehene macht keinen Sinn - schließlich lief doch alles so gut. Zumindest in der eigenen Wahrnehmung. Passiert das mehr als einmal, kann das richtig frustrierend sein. Vor allem, wenn im Familien- und Freundeskreis jeder glücklich liiert ist - nur selbst fällt man immer wieder auf die Schnauze. Glaub mir, ich weiß wie "toll" sich das anfühlt.

Unsere Reaktion ist für gewöhnlich, erst einmal sauer zu werden, enttäuscht und verletzt zu sein. Das ist auch nur logisch, schließlich nagt Ablehnung an unserem Selbstwert und Selbstbewusstsein. Das ist keine schöne Erfahrung und man fragt sich selbst: Warum muss mir das passieren? Was stimmt nicht mit mir? Was habe ich verkehrt gemacht? Und selbst wenn diese Zweifel nicht an Dir nagen, drückt Zurückweisung zumindest die Laune. Dieser Artikel soll Ihnen drei effektive Tipps an die Hand geben, um künftig besser mit Ablehnung umgehen zu können.

Sich zu verstellen ist keine Lösung!

Du kannst deine schlechtesten Seiten zeigen und die richtige Person wird sich trotzdem für Dich entscheiden. Du kannst perfekt sein und die falsche Person wird Dich nach wie vor ablehnen. Bestimmt hast auch Du schon oft gehört, dass Menschen aus einem gewissen Grund in unser Leben treten. Glaubt man daran, lernen wir niemanden durch Zufall kennen. Aber - nicht jeder kommt, um auch zu bleiben: Auch die sogenannten "falschen Personen" begegnen uns, damit wir lernen und wachsen können. Trotzdem kommen wir nicht damit zurecht, wenn jemand unsere Gefühle nicht erwidert. Wenn wir dazu noch unsicher sind, schieben wir es auf unser Aussehen, überlegen, was wir denn Falsches getan oder gesagt haben, das zur Zurückweisung geführt hat. Ein weiteres, gängiges Phänomen in dieser Situation: Wir machen den Menschen schlecht der uns abgelehnt hat.

Fakt ist aber: Du hast nichts falsch gemacht und die anderen sind keine Bösewichte, die Dich mit Absicht verletzen wollten. Es ist auch normal, dass Du verletzt bist, da das Geschehene Dein Grundbedürnis nach Anerkennenung und Zuneigung angreift. Ich bin der festen Überzeugung: wenn jemand "für dich ist", kann nichts und niemand ihn oder sie davon abbringen, mit Dir etwas aufzubauen. Jeden anderen Menschen kannst du als Zwischenschritt betrachten. Damit meine ich nicht, dass es für jeden Menschen den einen Traumpartner gibt. Ich glaube nicht an romantische Hollywood-Geschichten. Viele von uns haben einige tolle Partner und Beziehungen in unserem Leben. Vielmehr spreche ich von den vielen Menschen, die wir dazwischen kennenlernen.

Diese drei Schritte haben mir dabei geholfen, mit diesen "Zwischenerfahrungen" umzugehen:

  1. Empfinde - Erlaube Dir zu fühlen was du fühlst! Das ist der allerwichtigste Schritt! Wenn der Kummer eintritt, versuchen wir ihn so schnell wie möglich zu unterdrücken oder mit anderen Erfahrungen und Menschen zu betäuben. Das ist unser Überlebensinstinkt. Langfristig, wird das den Schmerz aber nicht lindern, sondern ihn nur tiefer in Deinem Unterbewusstsein begraben, wo er bei jeder ähnlichen Erfahrung wieder aufkommt. Das ist der sogenannte "Trigger Effekt". Die jahrelange Unterdrückung von Emotionen kann Krankheiten hervorrufen. Daher sollte alles Gefühlte auch "sein" dürfen: Deine Emotionen, vor allem die negativen, haben einen Grund und eine Berechtigung zu bestehen, denn sie sind ein Teil von Dir. Erlaube Dir, wirklich tief in Deinen Schmerz hineinzugehen, fühle ihn, horche, was er Dir zu sagen hat. Was kannst Du aus dieser Erfahrung lernen? Wenn Dir das klar ist, kannst Du sie mit Liebe füllen, loslassen und in positive Gedanken umwandeln.

  2. Akzeptiere - Es ist, was es ist! Oft wiederholen oder hängen wir an schmerzhaften Erfahrungen, weil wir sie nicht akzeptieren können oder wollen. Wenn Du aber erkennst, dass es ist wie es ist und der Mensch, der Dich abgelehnt hat einfach ist wer er oder sie ist, werden die Dinge in Deinem Leben leichter. Nichts ist wirklich gut oder schlecht, bis Du ihm eine Bedeutung gibst. Der Mensch ist nicht schlecht, weil er sich nicht für Dich entschieden hat, er ist einfach nur in einer anderen Phase des Lebens als Du, hat eventuell andere Vorstellungen, Werte und Ziele. Akzeptanz hilft Dir dabei, die Situation und die Person mit Abstand und Logik zu betrachten, ohne dass Emotionen überhandnehmen. Wir müssen nicht immer verstehen, warum etwas passiert - manchmal ist es besser stattdessen einfach zu akzeptieren.

  3. Reflektiere - Deine Wahrnehmung kreiert dein Resonanzfeld! Unsere Gedanken erschaffen die Realität in der wir leben. Die meisten davon sind unterbewusst. Wenn Du jedoch einen Gedankengang regelmäßig wiederholst, kreiert dieser ein Feld der Resonanz um Dich herum, der Menschen und Erfahrungen in Dein Leben bringt, die die Frequenz dieses Feldes reflektieren. Du fragst dich dann: "Warum passiert mir das, ich wollte das doch gar nicht?" Bewusst sicherlich nicht, aber unser Unterbewusstsein regiert 97 Prozent unserer Verhaltens- und Gedankenmuster. Es ist sehr wichtig, sich über die eigenen Gedanken bewusst zu werden. Vor allem die, die sich wiederholen, da sie ein Muster bilden. Diese lösen die Emotionen aus, die wir dann als negativ oder positiv empfinden. Ablehnung kreiert einen ganzen Kreislauf an negativen Überlegungen und Emotionen. Versuche deshalb Dich dabei zu beobachten, ohne Dich zu verurteilen. Unterbrich die Kette dieser negativen Selbstgespräche in dem Moment, in dem sie auftauchen und leite sie um in Akzeptanz und positive Affirmation.

Ich habe im Laufe meines Lebens viele schmerzhafte Erfahrungen mit Ablehnung gemacht und musste erst wieder lernen, mich für die Liebe zu öffnen - vor allem energetisch. Das dauerte seine Zeit und bedurfte kontinuierlicher und bewusster Arbeit am eigenen Ich. Zurückweisung wird Dir zwar auch in Zukunft nicht erspart bleiben - aber mit Hilfe dieser Tipps kannst Du die "Qualität" der Menschen, die in Dein Umfeld kommen verbessern. Und wenn es zur nächsten Ablehnung kommt, wirst Du wesentlich besser damit umzugehen wissen.

Rufe Dir immer wieder ins Bewusstsein, dass jede Zurückweisung eine Chance für Dich darstellt, zu erkennen, was Du wirklich willst und was Du nicht tolerierst. Das ist Dein Ruf zur inneren Transformation und er beginnt mit Dir! Du kannst Dich vom Schmerz der Ablehnung runterziehen lassen, in Selbstmitleid verfallen, Dich klein fühlen und anderen absichtlich weh tun. Oder Du wandelst diese Emotionen wie ein Alchemist um in ein Triebwerk, das Dich zu Wachstum und Selbstliebe anspornt. Ablehnung gehört zu unserer Entwicklung. Ohne sie würden wir niemals erkennen, was für tolle, starke und liebevolle Wesen wir wirklich sind. Es ist ein Paradox des Lebens, das ein wahrer Befreiungsschlag sein kann - wenn Du verstanden hast, damit umzugehen. (fm)