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Wie CIOs eine gute Datenkultur schaffen

14.08.2020
Anzeige  Wer echten Nutzen aus seinen Daten ziehen will, muss sich um Qualität und Integration kümmern. Ein Webcast der Computerwoche am zeigt, was eine gute Datenkultur ausmacht.
In einer guten Datenkultur können alle Mitarbeiter ihre Skills einbringen.
In einer guten Datenkultur können alle Mitarbeiter ihre Skills einbringen.
Foto: Jacob Lund - shutterstock.com

Ein gewinnbringendes Daten-Management fordert IT-Chefs Vorarbeiten ab. Welche das sind und wie sie gelingen, erklärt ein Webcast der Computerwoche. Dieser bietet auch Einblicke in die IDG-Marktstudie "Data Management / Data Quality 2020", an der rund 350 Entscheider teilgenommen haben. Deren Ergebnisse und weitere Insights diskutiert Steve Oluborode, Solution Engineer bei Tableau Software, mit Martin Bayer aus der Computerwoche-Redaktion.

Daten-Management - ein Thema mit vielen Aspekten. Den vielleicht sichtbarsten - und ärgerlichsten - erlebte Oluborode oft genug selbst: In seinen Anfangsjahren im Job hat er die Erfahrung gemacht, dass er mit zwei Vertretern aus unterschiedlichen Fachbereichen über denselben Daten gesessen ist. "Hinterher hatten wir drei unterschiedliche Umsatzzahlen", seufzt er.

Eine Umfrage unter den Webcast-Teilnehmern zeigt, dass sich mehr als jeder zweite (52 Prozent) eher mäßig auf künftige Herausforderungen vorbereitet sieht. 41 Prozent können nicht einschätzen, wie relevant Daten und ihre Auswertung für das eigene Business sind. Insgesamt schreiben sich noch nicht viele eine ausgereifte Datenkultur zu.

Hohe Datenqualität und Umsatzwachstum hängen zusammen

Doch auf die Unternehmen wird, zum Beispiel in Sachen Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning, einiges zukommen, so Oluborode. Seine Einschätzung: "Dass Daten immer wichtiger werden, haben die Unternehmen verstanden. Nur von der Umsetzung her hakt es noch ein bisschen!" Gleichzeitig lässt sich ein Zusammenhang zwischen hoher Datenqualität und Unternehmenswachstum feststellen.

Letztlich muss jedes Unternehmen festlegen, welche Kriterien wichtig sind. Dabei sind die Voraussetzungen in jedem Betrieb dieselben: Eine zentrale Plattform, End-to-End-Funktionen, intelligente Mechanismen. "Auffälligkeiten und Abhängigkeiten müssen dargestellt werden", betont Oluborode. Weiter nennt er Data Governance, Nutzungsanalysen, zentrale Quellen und Transparenz als Bedingungen. "Und ich brauche die Daten in einem gesamtheitlichen Kontext", betont er.

Vorbild ist sicherlich ein Unternehmen wie Amazon. "Die Top Five produzieren ja nichts, die basieren nur auf Daten", so Oluborode. Natürlich lässt sich das nicht einfach so auf Deutschland mit seiner Industrie und seinen Autobauern übertragen. Doch unabhängig von der Branche müssen alle Unternehmen Akzeptanz und Vertrauen im Umgang mit Daten schaffen und "eine gemeinsame Sprache sprechen". Das erreichen sie, indem sie ihre Daten an zentraler Stelle verifizieren und zertifizieren, um eine einzige "Version of truth" zu schaffen. "In der Analyse selber muss ich wissen: wann wurde diese Zahl aktualisiert? Wie setzt sie sich zusammen?", führt der Experte aus.

Erst 27 Prozent generieren neue Business-Modelle aus ihren Daten

Laut der IDG-Umfrage halten über 80 Prozent ihre Daten überwiegend oder komplett zentral. Allerdings werden dezentrale Daten von 42 Prozent der Teilnehmer noch immer manuell verknüpft. Meist werden die Daten zwecks Prozessoptimierung genutzt (47 Prozent). Erst 27 Prozent der Umfrageteilnehmer entwickeln daraus neue datenbasierte Geschäftsmodelle.

Einer der Zuschauer meldet sich zu Wort und will wissen, wie Edge-Computing zu bewerten ist. "Wir sehen immer mehr Datenquellen und -formate, es wird schwierig, den Überblick zu bewahren", sagt Oluborode. "Die Leute fragen sich, ob sie die richtige Quelle und die aktuellsten Daten verwenden." Sind Wirkungsanalyse, Datenermittlung und Datenverlauf sichtbar, schafft das Vertrauen. Denn es werden nicht nur mehr Daten, sondern sie gewinnen auch an Dynamik. Hierzu kennt Oluborode einen interessanten Use Case: ein Mobilfunkanbieter außerhalb der EU sammelte Daten und pflegte diese in eine Excel-Liste ein. "In der Tabelle hat man überhaupt nichts gesehen", erinnert sich der Experte, "erst, als die Daten sichtbar gemacht wurden, gewann man beispielsweise Erkenntnisse darüber, wann sich eine Person wo aufhielt."

Tableau Software hat einen Blueprint und Leitfäden für das Daten-Management entwickelt. Eine Datenkultur enthält fünf Merkmale: erstens Vertrauen, was eng mit dem Thema Sicherheit zusammenhängt. Zweitens geht es um Engagement, in diesem Fall das Bewusstsein für den Wert der Daten und drittens um den Knackpunkt Talent - was oft leider Fachkräftemangel heißt. Punkt vier regelt die Datenfreigabe und Punkt fünf umschreibt die Mentalität. Oluborode schließt: "Man muss die Daten als Katalysator sehen!"

Hier den Webcast ansehen