Gartner Symposium in Barcelona

Wie CIOs die dritte Ära der IT meistern

09.11.2018
Von 
Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Prioritäten der CEOs verändern sich - was CIOs wissen müssen

Der Wandel in den Köpfen wird auch an den Prioritäten der CEOs deutlich. Einer aktuellen Gartner-Befragung zufolge steht Wachstum für die meisten Vorstände nach wie vor an erster Stelle. Doch das Thema "strukturelle Weiterentwicklung" des Unternehmens habe im Vergleich zum Vorjahr erheblich zugelegt, wie Gartner-Analyst Mark Raskino erläuterte. Dahinter stecke nicht weniger als der Wunsch, Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern und das Unternehmen insgesamt neu auszurichten und zu strukturieren.

CEOs beschäftigen sich viel stärker mit digitalen Themen als noch vor wenigen Jahren, sagt Gartner-Analyst Mark Raskino. Der CIO sollte sich als „Digital Business Strategist“ verstehen.
CEOs beschäftigen sich viel stärker mit digitalen Themen als noch vor wenigen Jahren, sagt Gartner-Analyst Mark Raskino. Der CIO sollte sich als „Digital Business Strategist“ verstehen.
Foto: Gartner

62 Prozent der befragten CEOs haben eigenen Angaben zufolge bereits eine Management-Initiative oder ein Transformationsprogramm angestoßen, um ihr Geschäft auf Digitalisierung zu trimmen. Generell beschäftigten sich die Topmanager viel stärker mit digitalen Themen als noch vor wenigen Jahren, so Raskino. Der CIO sollte sich dabei als "Digital Business Strategist" verstehen, der den CEO und andere C-Level-Manager dabei unterstützt, mit digitalen Technologien einen strukturellen Wandel herbeizuführen.

IT-Ausgaben 2019 - Services weiter auf dem Vormarsch

Auch die Entwicklung der weltweiten IT-Ausgaben zeigt, wohin die Reise geht. Für 2019 prognostiziert Gartner ein Wachstum von 3,2 Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr. Schwankende Wechselkurse und die Gefahr von Handelskriegen spielten zwar immer noch eine Rolle, wenn es um künftige IT-Ausgaben gehe, erläuterte John-David Lovelock, Research Vice President bei Gartner. Die größten Auswirkungen habe jedoch die Verschiebung vom Besitzen hin zum Mieten, die in allen Segmenten zu beobachten sei.

Sichtbar werde die Entwicklung beispielsweise in einem verstärkten Einsatz von Cloud-Services. Statt neue Server anzuschaffen, setzten die IT-Chefs immer häufiger auf Cloud-Ressourcen. Mit den vielfältigen Initiativen für eine digitale Transformation werde sich die Verschiebung hin zu einem "Pay-for-Use"-Modell weiter fortsetzen.

Mit 8,3 Prozent erwarten die Marktforscher 2019 die höchsten Umsatzzuwächse im Bereich Enterprise Software. Ausschlaggebend dafür sei das Segment Software as a Service (SaaS). Getrieben von dem Wunsch, die Customer Experience zu verbessern, setzten die Unternehmen dabei vor allem auf Customer Relationship Management (CRM) in Form von Cloud-Services. Im Bereich Data Center Systems rechnet Gartner dagegen mit einem verlangsamten Wachstum und innerhalb der kommenden fünf Jahre sogar mit Umsatzrückgängen.

CIOs rechnen mit weiter wachsenden Budgets

Auch die CIOs selbst rechnen mit weiter steigenden Budgets. Wie Gartner in einer Umfrage herausfand, erwarten sie für 2019 weltweit ein Wachstum um 2,9 Prozent. Die Zunahme würde damit fast auf dem Niveau des laufenden Jahres liegen.

IT-Chefs im Raum Emea kalkulieren demnach mit einem Zuwachs von 3,3 Prozent; in Nordamerika liegt der Wert bei 2,4 Prozent. Mit 3,5 Prozent legen die Budgets in der Region Asien / Pazifik zwar am stärksten zu. Der Vorjahreswert lag allerdings noch bei 5,1 Prozent. Auch in Lateinamerika rechnen die CIOs mit einem verlangsamten Wachstum von nur noch zwei Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent).