BlackBerry Spark

Wie Blackberry End-to-End-Sicherheit in das Internet of Things bringen will



Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit der neu vorgestellten Plattform „Spark“ bündeln die Kanadier ihre Aktivitäten neu, um das gesamte „Enterprise of Things“ (EoT) mit seiner Vielzahl an „hyperconnected Devices“ – von Smartphones über Fahrzeuge bis hin zu Smart Cities - abzusichern.
Mit der Plattform Spark bringt BlackBerry verschiedene Software und Services unter ein Dach.
Mit der Plattform Spark bringt BlackBerry verschiedene Software und Services unter ein Dach.
Foto: BlackBerry

"Seit seiner Gründung wollte BlackBerry immer etwas Besonderes machen, das das Leben und die Gesellschaft verändert", begann BlackBerry-CEO John Chen seine Keynote auf dem diesjährigen BlackBerry Security Summit in London. Die Reise habe 1984 mit der Mobilisierung der Workforce begonnen, und sei dann weiter über Kommunikation in Echtzeit, sichere Konnektivität und Data-Privacy durch die NOCs gegangen. Angesichts der stetig wachsenden Menge an vernetzten Devices sei der nächste logische Schritt nun, mit BlackBerry Spark eine Plattform für ultrasichere Hyperkonnektivität im Internet of Things vom Kernel bis zum Edge anzubieten. "BlackBerry Spark kombiniert Hyperkonnektivität mit höchstmöglicher Sicherheit und Privatsphäre", erklärte Chen. "Die Plattform ist damit der unverzichtbare Bestandteil eines Paradigmenwechsels von einer 'Mobile-first' hin zu einer 'Things-first'-Welt, der unsere Gesellschaft stark verändern wird."

Die ab Ende 2018 verfügbare Plattform basiert auf dem Technologieportfolio von BlackBerry, bestehend aus Eigenentwicklungen und Zukäufen der vergangenen Jahre, darunter Good Technology, WatchDox, AtHoc und Encription. Unternehmen sollen damit in der Lage sein, ihre bestehende Infrastruktur zu skalieren, um Endpunkte - einschließlich der Anwendungen und der übertragenen Daten - sicher zu verwalten, zu verbinden und in Workflows zu nutzen. Außerdem soll BlackBerry Spark es OEMs ermöglichen, sichere IoT-Geräte auf den Markt zu bringen, darunter auch autonome Fahrzeuge und Industrieanlagen, die über ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit verfügen müssen.

Anwenderunternehmen wiederum verspricht BlackBerry mit Spark die Möglichkeit, KI zu nutzen und intelligente Endpunkte unabhängig vom Betriebssystem (z.B. Android, iOS, Linux, QNX und Windows) über eine einzige Plattform zu verwalten, sowie bestehende Plattformdienste wie Android Things, AWS, Azure und Watson zu integrieren. Und die Endnutzer könnten letztendlich mit Spark ihre Produktivität erheblich steigern - alles unter Einhaltung von strengen Sicherheitsvorschriften und gesetzlichen Regelungen. Vieles aus dem Portfolio dürfte BlackBerry-Kunden dabei bekannt vorkommen. So bedienten sich die Kanadier für Spark nicht nur bei dem vertrauten Stern-Icon des BlackBerry Messenger, sondern integrierten auch Lösungen wie BlackBerry UEM (Unified Endpoint Management) und Dynamics, die Krisenkommunikationslösung AtHoc, die Automotive-Plattform QNX oder das Asset-Tracking-System Radar.

Fertigungsservice für OEMs

Es gibt aber auch neue, beziehungsweise für BlackBerry Spark erweiterte Services und Funktionen. So ermöglicht es BlackBerry OEMs ab sofort mit dem BlackBerry Secure Manufacturing Service, einen BlackBerry Secure-Hardware-Root of Trust in ihre IoT-Geräte einzubauen - ähnlich wie derzeit für die von TCL in Lizenz gefertigten Blackberry-Smartphones. Dabei stellt BlackBerry unter anderem eine sichere Remote-Workstation zur Verfügung, die mit dem BlackBerry NOC (Network Operations Center) verbunden ist und sichere Tokens sowie Zertifikate bereitstellt und zuweist.

Zudem verknüpft BlackBerry die beiden Lösungen AtHoc und Radar, was dazu führt, dass Kunden des Asset-Tracking-Systems Echtzeit-Warnungen zu Faktoren wie Wetter, Hafenüberlastung und die genaue Position der Abholungen erhalten (BlackBerry Intelligent Transportation Service). Resultat soll unter anderem eine höhere Zufriedenheit der Fahrer sein. Da BlackBerry Spark technologieunabhängig ist, sollen sich in ähnlicher Weise auch andere Anwendungen und Anwendungsfälle zusammenfassen lassen. So könnten beispielsweise mit der BlackBerry Lösung AtHoc und IBM Watson über die Gesichtserkennung Notfallwarnungen ausgelöst werden.

Der neue Service Spark Intelligent Security wiederum bedient sich einer Reihe von kontextbezogener Faktoren wie geografische Lage, Biometrie, Zeit und Nutzung, um zu entscheiden, welche Zugangsberechtigung einem Mitarbeiter- oder Dienstleisterprofil zu einem bestimmten Zeitpunkt gewährt werden soll.

Mit dem neuen Service Spark Intelligent Security können Unternehmen kontextbezogen Sicherheitsstufen vorgeben.
Mit dem neuen Service Spark Intelligent Security können Unternehmen kontextbezogen Sicherheitsstufen vorgeben.

Was die Integration in IoT-Plattformen angeht, ist BlackBerry eigenen Angaben zufolge agnostisch, fokussiert sich jedoch zunächst auf die Lösungen AWS IoT, Microsoft Azure IoT und Google Cloud. Erstes Resultat ist ein kontextbezogenes Gerätemanagement für AWS IoT. Mit Hilfe dieser Lösung soll es Unternehmen leichter fallen,private und geschäftliche Geräte mit Hilfe von Richtlinien und Kontrollen in ein Unternehmensnetzwerk einzubinden. Durch die einheitliche Verwaltung könnten vernetzte "Dinge" effizienter in Workflows eingebunden und das Risiko von Cyberschwachstellen reduziert werden, verspricht BlackBerry. Die Kanadier verweisen unter anderem auf mit dem Sprachassistenten Amazon Alexa ausgestattete Geräte. Dank Spark könnte künftig auch mit diesen ultrasicher auf Informationen und Arbeitsabläufe zugegriffen werden.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Die Vereinheitlichung äußert sich laut Eagan auch in der Art und Weise, wie bestehende Kunden aus den verschiedenen Bereichen zu Spark geführt werden: So ist für alle Nutzer der Blackberry-UEM-Plattform ein Upgrade auf Spark möglich, um die Verwaltung auf IoT-Devices auszuweiten. QNX werde automatisch aktualisiert, ebenso der Bereich Embedded Software.

Wandel vom Mobility- zum Security-Anbieter abgeschlossen

Auch wenn BlackBerry nicht der einzige Anbieter ist, der die Absicherung des Internet of Things als sein neues Aufgabengebiet sieht, könnten die Bemühungen mittelfristig doch von Erfolg gekrönt sein. So werden die Kanadier zwar im Endkundenumfeld häufig noch mit technisch veralteten, aber besonders sicheren Business-Smartphones in Verbindung gebracht. Tatsächlich hat das Unternehmen das Hardwaregeschäft aber bereits seit Jahren aufgegeben und konzentriert sich unter der Führung von CEO John Chen auf Security-Software und Services. Auch hier genießt die Company einen guten Ruf: Unter anderem setzen die zehn größten globalen Banken sowie alle G7-Staaten und mehr als 60 Automobilhersteller sowie Technikkonzerne auf die Lösungen von BlackBerry. So sind bereits über 120 Millionen Fahrzeuge mit der BlackBerry-Software QNX ausgestattet.