Hands on AI

Wie Artificial Intelligence das Business verändert

02.11.2018
Von 
Martin Bayer ist Chefredakteur von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO. Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP.
Viele Unternehmen setzen bereits Techniken rund um Artificial intelligence (AI) ein – und erzielen damit konkrete Vorteile für ihr Business. Das zeigten die intensiven Diskussionen und Workshops auf dem IDG-Kongress Hands on AI in Köln.

"Die Vorstellung von Daten muss sich in den nächsten Jahren fundamental ändern." Mit dieser Feststellung eröffnete der bekannte Zukunftsforscher und Leiter des 2b AHEAD ThinkTank Gábor Jánszky den IDG-Kongress "Hands on AI" in Köln. Über 130 Vertreter aus Anwenderunternehmen, von namhaften Anbietern sowie Analysten und Marktbeobachter trafen sich am 25. Oktober im Wasserturm der Rheinmetropole, um über neue Technologien sowie konkrete Einsatzszenarien rund um das Thema Artificial Intelligence (AI) zu diskutieren.

Susanne Schöne führte die Teilnehmer durch das Programm von Hands on AI.
Susanne Schöne führte die Teilnehmer durch das Programm von Hands on AI.
Foto: IDG / Foto Vogt

Dabei wurde schon in der Eröffnungs-Keynote deutlich, welch tiefgreifenden Veränderungen durch AI möglich sein könnten. Jánszky räumte zwar an der einen oder anderen Stelle offen ein: "Ich weiß es nicht". Die Szenarien, die der Zukunftsforscher im Vorblick auf das Leben seines dreijährigen Sohnes Benneth entwarf, ließen jedoch keinen Zweifel daran, dass AI das Leben künftiger Generationen massiv beeinflussen wird.

"Was sich messen lässt, lässt sich prognostizieren. Was sich prognostizieren lässt, lässt sich optimieren", konstatierte Zukunftsforscher Gabor Janszky auf dem Kongress Hands on AI.
"Was sich messen lässt, lässt sich prognostizieren. Was sich prognostizieren lässt, lässt sich optimieren", konstatierte Zukunftsforscher Gabor Janszky auf dem Kongress Hands on AI.
Foto: IDG / Foto Vogt

Beispiel Verkehr: Jánszky berichtete von einem Pilotprojekt von Volkswagen in Peking. Dort lässt sich mit Hilfe eines Quantencomputers das Verkehrsaufkommen zwischen dem Flughafen und der City etwa 45 Minuten im Voraus prognostizieren. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse ließe sich schon heute der Verkehrsfluss so steuern, dass es keinen Stau mehr gebe. Wie groß die Rolle neuer Techniken dabei ist, macht ein Vergleich deutlich. So würde der derzeit schnellste herkömmliche Supercomputer 40 Minuten für eine solche Prognose benötigen. Die Quantentechnik schaffe das in wenige Sekunden. Jánszkys Quintessenz: "Was sich messen lässt, lässt sich prognostizieren. Was sich prognostizieren lässt, lässt sich auch optimieren."

Todesursache Datenschutz

Bis Quantencomputer, Datenanalysen in Echtzeit und AI-Techniken flächendeckend im Alltag zum Einsatz kommen, wird es nach Einschätzung des Zukunftsforschers allerdings noch viele Diskussionen geben. Die Menschen und Gesellschaften müssten für sich klären, welche Kriterien und Maßstäbe sie an die neuen Möglichkeiten anlegen wollen.

Dieser Diskurs werde mit darüber bestimmen, ob man den neuen Techniken eine Chance einräume oder Ängste eher zu Reglementierungen und mehr Kontrolle führten. Jánszky sieht an dieser Stelle sehr unterschiedliche Standpunkte und zitierte den Arzt Arkadiusz Miernik: "Die häufigste Todesursache in Deutschland ist der Datenschutz."

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Aktuell stehen viele Unternehmen jedoch erst Anfang ihrer AI-Initiativen. Das machte Joachim Hackmann, Principal Consultant von Pierre Audoin Consultants (PAC) deutlich. Der Anteil der Ausgaben für KI gemessen an den Gesamtbudgets für Software und Services sei derzeit noch sehr gering. In den kommenden Jahren könne man allerdings mit hohen Wachstumsraten rechnen. Der PAC-Analyst sieht AI als "Enabler" und treibende Basistechnik für die digitale Transformation in den Unternehmen. Die größten Mehrwerte würden die Verantwortlichen derzeit in der Automation von Prozessen sehen.