Messenger im Unternehmenseinsatz

WhatsApp, Datenschutz?

Dr. Michael Rath ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Informationstechnologie-Recht und Partner der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit Sitz in Köln. Zudem ist er Certified ISO/IEC 27001 Lead Auditor. Seine Beratungsschwerpunkte sind das IT-Recht, Datenschutzrecht und der Gewerbliche Rechtsschutz. Dr. Michael Rath ist u.a. Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Recht und Informatik e.V. (DGRI) und akkreditierter Schlichter für IT-Streitigkeiten bei der Schlichtungsstelle der DGRI.
Kaum ein Smartphone wird nicht für WhatsApp genutzt. Im Unternehmensumfeld gibt es für den Messenger allerdings noch zahlreiche Hürden zu überwinden.

Der Messenger-Dienst WhatsApp ist aus der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken. Über eine Milliarde Menschen weltweit nutzen WhatsApp zum mobilen Nachrichtenaustausch auf ihrem Smartphone. In der Unternehmenswelt steckt WhatsApp dagegen noch in den Kinderschuhen. Es gibt auch datenschutzrechtliche Hürden, die übersprungen werden müssen, damit dieser Riese auch in Unternehmen laufen lernen kann.

WhatsApp im Unternehmen nutzen? Zuvor müssen einige rechtliche Hürden genommen werden.
WhatsApp im Unternehmen nutzen? Zuvor müssen einige rechtliche Hürden genommen werden.
Foto: Chonlachai - shutterstock.com

News & Support per Messenger?

Schon heute bekommen viele Menschen ihre Nachrichten über Messenger-Dienste wie WhatsApp. Das könnte bedeuten, dass wir immer seltener nach Informationen auf Webseiten im Internet suchen, sondern uns häufiger mit Bots unterhalten, deren künstliche Intelligenz uns weiter hilft. Dies haben auch immer mehr Unternehmen erkannt, die in einem ersten Schritt weiter auf ihre Kunden zugehen und für sie einen Nachrichten- oder Support-Channel anbieten.

In einigen Firmen nutzen die Mitarbeiter Messenger-Dienste auch auf ihren Business-Smartphones. Dies bietet vor allem in multinationalen Unternehmen Vorteile. Über WhatsApp können zum Beispiel kostenlos Text- und Sprachnachrichten ausgetauscht werden. Auch Gruppenchat- und Videotelefonie-Funktionen sind vorhanden. Dabei fallen weltweite Roaming-Gebühren weg, weil nur eine gewisse Internet-Datengeschwindigkeit benötigt wird.

Handlungsbedarf bei Nutzung im Unternehmen

Es spricht viel dafür, dass sich Unternehmen selbst den Schuh anziehen und den Umgang mit WhatsApp in die Hand nehmen sollten. Denn, wer sich über eine mögliche Nutzung von WhatsApp im Unternehmen keine Gedanken macht, verschließt seine Augen eventuell auch vor rechtlichen Konsequenzen und Kostenfallen. Unternehmen müssen zum Beispiel gewährleisten, dass bestimmte Arten von Geschäftsunterlagen für einen Zeitraum von sechs, beziehungsweise zehn Jahren ordnungsgemäß gespeichert bleiben (§ 257 Abs. 1 HGB, § 147 Abs. 1 AO). WhatsApp bietet jedenfalls die Möglichkeit, Chats per E-Mail zu versenden. Außerdem müssen Nutzungsbedingungen und datenschutzrechtliche Hürden genommen werden.

Das sagen die Nutzungsbedingungen

In den Nutzungsbedingungen von WhatsApp steht, dass "irgendeine nicht-private Nutzung" ("es sei denn, dies wurde genehmigt") unzulässig ist. Teilweise wird diese Bestimmung in den AGB so verstanden, dass jede nicht persönliche Nutzung unzulässig sein soll ("involve any non-personal use"), die also nach Art und Umfang das Maß überschreitet, das zwischen Menschen üblich ist. Dies wird auch damit begründet, dass die Bestimmung auf einer Stufe mit "Massennachrichten…und dergleichen" steht. Tatsächlich sind in Deutschland schon WhatsApp-Konten gesperrt worden, weil sie durch zu viele Kontakte oder zu viele Nachrichten auffielen. Soweit ersichtlich, wurden aber noch keine Ansprüche gegen Unternehmen etwa aus dem Urheberrecht geltend gemacht (vgl. § 99 UrhG). (fm)

 

Mark Zimmermann

Bevor sich auch Ihre Kunden nun per Whatsapp an Sie richten dürfen, werfen Sie noch einen Blick auf Ihre Pflichten nach dem Telemediengesetz und schützen Sie Ihre Kontakte mit SecureContact für iOS (und bald für Android).

Eleftherios Hatziioannou

Auf das Thema Datenschutz und Sicherheit beim Thema Messaging als Business-Tool hat sich im Übrigen auch die smoope GmbH spezialisiert. Unternehmen haben die Möglichkeit unterschiedliche Module zu nutzen - je nach Use case und Bedarf. Das geht sogar soweit, dass eine Firma komplett losgelöst von bestehenden Messengern agieren kann mit einem firmeneigenen Messenger aus der Cloud oder On Premise. Gerade für sensitive Branche ein wichtiges Thema...

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