Digitale Infrastruktur

Werden Sie Herr Ihrer Daten!

06.04.2016
Von 
André Kiehne ist Sales Director Transformational Business IT Sales bei Dimension Data Germany.
Der Weg zum digitalen Unternehmen führt über die intelligente Nutzung von Daten. Diese vier Tipps zeigen, wie innovatives Datenmanagement funktioniert und wie Sie Herr über Ihre Daten werden.

Daten sind das Kernstück des digitalen Unternehmens. Nur mit der Erfassung, Speicherung und Verarbeitung der Daten ist es aber nicht getan. Wichtig ist auch, was man mit ihnen anfängt. Die Daten, auf die man heute zugreifen kann, können die Art, wie ein Unternehmen arbeitet, von Grund auf ändern und zum Erreichen der firmeninternen Ziele beitragen. Langfristige Kosten- und Zeiteinsparungen sind weitere Vorteile. Die folgenden Tipps helfen jenen Unternehmen, die mithilfe von innovativem Datenmanagement zu einem digitalen Unternehmen werden wollen.

Wissen Sie, was Sie mit Ihren Daten anfangen?
Wissen Sie, was Sie mit Ihren Daten anfangen?
Foto: Sergey Nivens - www.shutterstock.com

Tipp 1: Unternehmensdaten verstehen und strategisch nutzen

Die Rolle der Daten hat sich grundlegend geändert. Lange Zeit verwendeten Rechenzentrumsexperten einen Großteil ihrer Zeit und Energie für die Datenspeicherung und Backups. Danach konzentrierten sie sich darauf, die Kosten der Datenhaltung zu senken. Dies hat sich komplett gewandelt. Heute kommt es darauf an, Daten besser zu nutzen und Möglichkeiten zu entwickeln, aus ihnen einen Mehrwert für das Unternehmen zu ziehen.

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Die Menge an Informationen, die heute auf ein Unternehmen einströmen, hat in den letzten zehn Jahren exponentiell zugenommen. Unabhängig davon, ob man das Internet der Dinge betrachtet oder Big-Data-Möglichkeiten einsetzt, um frühzeitig Muster zu erkennen – der erste Schritt muss immer darin beruhen, die Daten wirklich zu verstehen. Die Informationsflut hat auch Folgen für die Konzeption der Infrastruktur: Wenn heute ein Rechenzentrum geplant wird, muss dabei vollkommen anders vorgegangen werden als noch vor einigen Jahren. Bisher hat man in der Regel zunächst entschieden, wie viele Server benötigt würden, und auf dieser Grundlage die Art und den Umfang der sonstigen erforderlichen Infrastruktur festgelegt.

Heute sind dagegen die Informationen der Ausgangspunkt. Man muss sich entscheiden, wie die Daten genutzt werden sollen und welche Art von Nutzen man damit erzielen will. Entscheidend sind dafür Kenntnisse über den Ursprung der Daten und die nötigen Netzwerkverbindungen für die Übertragung der Daten. Die IT-Verantwortlichen haben demnach strategische Rechenzentrumsentscheidungen zu treffen.

Tipp 2: Infrastrukturen zur Unterstützung des neuen Datenmodells schaffen

Auf die Entscheidung zu den datenbezogenen Zielen folgen die Schaffung der entsprechenden Infrastruktur und die Beschreibung der hierfür nötigen Veränderungen. Die Cloud und deren bestmögliche Nutzung sind hierbei ein wichtiger Aspekt: Wie groß soll der Anteil der IT-Präsenz des Unternehmens sein, der in die Cloud verlagert wird? Wohin gehören unterschiedliche Workloads und Datensätze und wie lange? Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang, dass die Daten während der Dauer ihrer Existenz vermutlich mehrmals aus der Cloud in das Rechenzentrum und wieder zurück übertragen werden müssen.

An diese Anforderungen muss die Infrastruktur angepasst werden, gegebenenfalls indem das Rechenzentrum näher an die Cloud herangebracht wird – Cloud Density genannt. Oftmals stellt sich jedoch die Frage, ob ein Unternehmen überhaupt noch ein eigenes Rechenzentrum besitzen und betreiben möchte. Falls nicht, bietet es sich an, während des laufenden oder des nächsten Modernisierungszyklus auf eine extern gehostete Lösung umzusteigen. Zu beachten sind dabei Fragen zur Netzwerkkapazität des Anbieters und zur Sicherheit der Cloud-Plattform. Für IT-Entscheider empfiehlt es sich frühzeitig die Fundamente für Infrastrukturen schaffen, die zum neuen Datenmodell passen. Sie sollten sich Gedanken machen, wie Netzwerke, Cloud und Sicherheit in einem hybriden IT-Umfeld zusammengeführt werden können.

Tipp 3: Die Unternehmensbedürfnisse bei IT-Entscheidungen beachten

Um ein digitales Unternehmen erfolgreich aufzubauen, reicht es nicht aus, allein die Infrastruktur zu betrachten. Auch die zukünftigen Entwicklungen der Infrastruktur und ihre Anpassung an die Bedürfnisse des Unternehmens gilt es zu betrachten. IT-Entscheider müssen sich jetzt genauer ansehen, welche Workloads sich beispielsweise am besten für eine Auslagerung in ein Cloud-basiertes Modell eignen – im Rahmen eines IT-as-a-Service-Angebots – und welche innerhalb eines virtualisierten Umfelds verbleiben sollten. Immer mehr Unternehmen haben die Vorteile der Auslagerung von Anwendungen in gehostete Modelle schon erkannt: Es entfällt der Entwicklungsaufwand für eine Migration in ein vollständiges Cloud-Modell und die Unternehmen können ihre IT-Kosten eindämmen. Entscheidungen bei der Gestaltung der Infrastruktur sollten dabei jedoch immer unternehmens und nicht mehr technologiezentriert getroffen werden.

Tipp 4: Den Wert der Technologie erkennen

Um ein Unternehmen zu einem digitalen Unternehmen zu machen, sind operative Entscheidungen bezüglich der geeigneten Technologie erforderlich. Grundsätzlich kann die richtige Technik zu greifbaren Erfolgen beitragen – auch wenn technische Neuerungen in Unternehmen bisher meist kritisch betrachtet wurden. Bei Digitalisierungsstrategien kann neue Technik in allen Bereichen – von der Gewinnung über die Speicherung bis zur Verwendung von Daten – Einzug in das Unternehmen erhalten – und so einen Mehrwert für jeden Bereich bringen.

Um eine gewinnbringende Entscheidung bei der Auswahl der Technologie zu treffen, müssen zunächst die Ziele des Unternehmens definiert werden. Denn nur so können Technologien ausgewählt werden, die dem Unternehmen wirklich einen konkreten Mehrwert bringen. Im Anschluss an diese Entscheidung muss überlegt werden, welche Technologien kurzfristig benötigt werden, um diese Ziele langfristig zu erreichen. So kann die passende Technik bereits von ihrer ersten Integration in die Entwicklungsumgebung an zum nutzbringenden Mittel für die Unternehmenszwecke werden. (sh)