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Werden aus Microsoft drei Baby-Bills?

13.01.2000
Gerüchte über die Aufspaltung von Microsoft

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Kartellverfahren gegen Microsoft gibt es erneut Spekulationen, dass das US-Justizministerium die Aufspaltung des Software-Riesen in zwei bis drei kleinere Unternehmen befürwortet. Angeheizt wurden die Gerüchte durch einen Bericht der Zeitung "USA Today“, die als erste über die angeblich bevorstehende Zerschlagung von Microsoft in zwei "Baby-Bills“, eines für Betriebssysteme und eines für Applikationen, berichtete. Inzwischen hat sich auch das Justizministerium zu Wort gemeldet. Der Bericht gebe nicht die Sicht der Behörde wieder und enthalte schwerwiegende Ungenauigkeiten. Mehr wurde nicht verraten.

Bereits seit Monaten wird über den Ausgang des Kartellverfahrens spekuliert, nachdem Richter Thomas Jackson im November bei der Zusammenfassung der Beweisaufnahme festgestellt hatte, daß Microsoft seine Quasi-Monopolstellung missbraucht habe, um unerwünschte Konkurrenten vom Markt zu drängen. Das Urteil soll voraussichtlich im Frühjahr verkündet werden. Inzwischen gibt es allerdings Stimmen, die in einer Aufteilung des Konzerns einen Vorteil für Microsoft sehen. Die Zerschlagung von AT&T beispielsweise habe gezeigt, dass kleine Firmen oft besser am Markt agieren können. Außerdem seien die meisten der damals entstandenen "Baby Bells" heute mehr wert als AT&T zum Zeitpunkt der Aufspaltung. Zudem ändere sich durch eine pure Unternehmensaufspaltung von Microsoft wenig an der Vormachtstellung beispielsweise im Betriebssystembereich.