Nerd, Evangelist, Prozessberater

Wer sind die Spezialisten für Künstliche Intelligenz?

Dr. Monika Becker ist Leiterin Business Unit Software der Hager Unternehmensberatung. Mit ihrem Team besetzt sie anspruchsvolle Management- und Fachpositionen für Unternehmen aus den Branchen Software und Digitale Lösungen.  Die Hager Unternehmensberatung ist Partner von Horton Internationale und bietet ihren Kunden weltweit an über 40 Standorten in den global wichtigsten Wirtschaftsregionen Lösungen rund um den Arbeitslebenszyklus an.
Fach- und Führungskräfte für das Thema Künstliche Intelligenz (KI) sind rar gesät und nicht einfach zu finden. Große Unternehmen wie Google, Apple, Microsoft, Ebay und Cisco haben sich einfach kleine - auf KI spezialisierte - Unternehmen einverleibt, um sich deren Know-how zu sichern. Es gibt kein Schema F, nachdem passende Mitarbeiter rekrutiert werden können.

Es ist nicht der klassische Fach- und Führungskräftemangel, der hier seine Auswirkungen zeigt. KI ist ein attraktives Themengebiet, in das viele Fach- und Führungskräfte jetzt einsteigen wollen. Vielmehr liegt es an der Komplexität der KI-Themen und der damit einhergehenden Schwierigkeit bei der Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter. Eine erfolgreiche Tätigkeit setzt technologisches State-of-the Art-Wissen voraus und die betriebswirtschaftliche Kompetenz unterschiedlichste Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Vor allem aber braucht es die sprichwörtliche Fähigkeit, Themen neu zu denken.

War for KI-Talents

Ein Unternehmen, das bereits seit 1995 im Bereich der KI forscht und entwickelt, ist die Firma arago GmbH aus Frankfurt am Main, die sich als führendes KI-Unternehmen weltweit sieht. Auch sie kämpft um die hellsten Köpfe, um diese komplexe Technologie voranzutreiben. Insbesondere das geforderte umfangreiche technische Hintergrundwissen stellt die Rekrutierung häufig vor große Herausforderungen. Die Unternehmenskultur im KI-Bereich unterscheidet sich häufig zu den Arbeitsumfeldern, in denen die meisten Kandidaten beruflich ihre Erfahrungen gesammelt haben. Das Arbeiten ist sachorientiert und politikfrei, so dass die fachlichen Themen im Fokus stehen und keine anderen Sachverhalte ablenken oder belasten. Der typische Kandidat, der in ein KI-Umfeld wechselt, hat seinen beruflichen Background in klassischen IT-Häusern oder IT-Beratungen und hat in den meisten Fällen eine andere Arbeitsweise- und Arbeitskultur kennengelernt.

Kandidatenprofil für KI ist kein Standard

Es gibt kein standardisiertes Profil für Kandidaten im KI-Bereich, aber es gibt drei Hauptklassifizierungen, die einen KI-Spezialisten beschreiben und ausmachen. Typischerweise hat er ein bisschen vom klassischen Nerd, aber auch eine ausgeprägte Affinität zu neuen Themen und Trends. Außerdem ist er Technologie-Evangelist und bringt einen fachlichen Hintergrund aus der IT mit, kann aber auch aus dem Ingenieurwesen oder der Physik kommen. Auch nicht zu vernachlässigen sind die Prozessberatungskompetenzen, um komplexe BWL-Prozesse zu analysieren und auch maßgeblich voranzutreiben.

Der Chief Human Resources Officer der arago GmbH, Markus Leven, kommentiert das Thema Rekrutierung von KI-Spezialisten so: "Wir entwickeln eine spannende Technologie weiter und bieten unseren Kunden eine eigene KI-Plattform und liefern nicht nur Produkte, die durch KI-Technologie bereitgestellt oder unterstützt werden. Natürlich sind wir auf der Suche nach neuen Kollegen, die technisch und fachlich sehr qualifiziert sind. Dabei sollten diese auf jeden Fall leistungsorientiert sein und ein starkes Interesse mitbringen, sich ständig weiterzuentwickeln, Neues auszuprobieren und hergebrachte Methoden zu hinterfragen. Unsere Firmenkultur orientiert sich sehr an Robert Suttons ´No Asshole-Regel`; die Mitarbeiter müssen in unser Team passen".

KI-Spezialisten sind kommunikativ

Was alle Fach- und Führungskräfte um das Thema KI gemein haben: Sie sind kommunikativ, können präsentieren, vor Publikum reden und ihre Auftritte managen. Das setzt ein hohes Maß an Selbstorganisation voraus. Aber der typische KI-Spezialist benötigt von der Unternehmensseite jemanden, der ihn mitnimmt, um Themen aufzuzeigen und sie voranzutreiben.

Künstliche Intelligenz wird bald nicht mehr wegzudenken sein, es wird alle Unternehmen, Branchen und Bereiche betreffen. Neben einer ausgereiften Strategie, um diese Technologie erfolgreich einzusetzen und anzuwenden oder gar zu trainieren, sind kompetente Mitarbeiter erforderlich. Diese sollten jedoch nicht durch kurzfristigen Aktionismus rekrutiert werden oder gar in einem Rasterverfahren nach Schema F gesucht werden. Vielmehr gilt es, Kandidaten nach ihren Neigungen und Interesse zu beleuchten und die drei Hauptcluster zu hinterfragen: Nerd, Evangelist und Prozessberater. Natürlich gehört zu einer erfolgreichen Rekrutierung auch, dass kreative und technik-affine Köpfe auch die Soft Skills und die Persönlichkeit mitbringen, um in die jeweilig vorherrschende Firmenkultur einzufinden.

 

Jannick Mohn

In die jeweilig herrschende Firmenkultur einzufinden..., also Leute, die sich mehr mit Selbstdarstellung und Ellenbogen beschäftigen als mit fachlichen Entwicklungen. So wie Merkel. Kein Wunder dass aus Deutschland nichts mehr wird.

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