Digital Female Leader Award

„Wer nicht sichtbar ist, findet nicht statt!“

11.12.2019
Von 

Florian Kurzmaier ist ein klassischer Quereinsteiger: Nach einem Studium der Geschichtswissenschaften in München landete er zunächst bei der Gamepro, dann als Volontär bei der Macwelt. Inzwischen verantwortet er als Editorial Lead – Events, Platforms and Innovation alle inhaltlichen Aspekte der IDG-Veranstaltungen – beispielsweise auch den Wettbewerb des Digital Leader Award. Sportlich gehört sein Herz dem FC Bayern und den Green Bay Packers.

Diversität und Vielfalt sind ohne Sichtbarkeit kaum vorstellbar. Umso wichtiger ist es, den mutigen und disruptiven weiblichen Leadern in Deutschland eine gut sichtbare Bühne zu geben – etwas, das dem Netzwerk Global Digital Women rund um Initiatorin Tijen Onaran mit dem DFLA gelungen ist.

Alleine schon die Zahlen des Digital Female Leader Award 2019 (kurz DFLA) sprechen für sich: 740 Bewerbungen aus 19 Ländern, 51 Finalistinnen, 40.000 Votes für den Audience Award, 370 Gäste. In der Zentrale der Deutschen Telekom kamen Ende November hunderte Digital Leaderinnen zusammen, um sich zu vernetzten, sich auszutauschen und natürlich die Preisträgerinnen des Digital Female Leader Award ausgiebig zu feiern.

Eingeleitet von kurzen Grußworten der Gastgeber - Telekom-CHRO Birgit Bohle und Initiatorin Tijen Onaran - begann der Award-Abend mit einem Appell: Männer wie Frauen müssten sich gemeinsam für mehr Diversität einsetzen: "Ohne Diversität keine Digitalisierung", rief Onaran den Gästen zu. Zur Mission ihrer Initiative Global Digital Women, die den DFLA veranstaltet, sagte die Gründerin in diesem Kontext, dass Sichtbarkeit für die reichlich vorhandenen Female Role Models alles sei, denn: "Wer nicht sichtbar ist, findet nicht statt." Umso wichtiger sei es dann auch, dass die herausragenden Leistungen der Preisträgerinnen und Bewerberinnen des DFLA weithin sichtbar werden und zeigen: Die Zukunft ist divers.

Moderatorin Linda Zervakis führte durch den Abend in der Bonner Telekom-Zentrale.
Moderatorin Linda Zervakis führte durch den Abend in der Bonner Telekom-Zentrale.
Foto: Jörg Heupel

Das unterstrich auch Dr. Andreas Pinkwart, der nordrhein-westfälische Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, in einem lockeren Interview auf der Bühne. Er warb nicht nur für den Standort Nordrhein-Westfalen, sondern unterstrich auch, dass es mehr Mut, brauche, um den digitalen Status Quo in Deutschland in Frage zu stellen. "Machen ist Gold", schob Pinkwart dazu nach und ergänzte, dass die meisten erfolgreichen Digitalprojekte in seinem Ministerium von Frauen gesteuert werden. Die Bedeutung von Vorbildern, speziell für Mädchen und Frauen, markierte dann auch eine der Kernaussagen des Ministers: "Es ist großer Mut erforderlich, auch gegen Widerstände an einem Projekt festzuhalten, von dem man überzeugt ist. Der Digital Female Leader Award zeichnet genau diese Frauen der Digitalwirtschaft aus, die für ihre Projekte brennen und immer fest daran geglaubt haben. Wir brauchen genau solche Vorbilder, um junge Menschen - und vor allem Mädchen - für die große Herausforderung der digitalen Transformation zu begeistern."

Die restliche Stage Time gehörte dann aber zuvorderst den inspirierenden Preisträgerinnen, die in ihren Kategorien die 31-köpfige Jury, in der beispielsweise Brigitte Zypries, ehemalige Bundeswirtschaftsministerin, Ann-Kristin Achleitner, die den Lehrstuhl für Entrepreneurial Finance der TU München innehat, Janina Kugel, CHRO von Siemens oder Sylvia List von der NTT Group sitzen, überzeugen konnten. Und das sind die Preisträgerinnen:

  • Innovation: Anna Franziska Michel, Gründerin und CEO, Yoona Tech

  • IT-Tech: Anna Iarotska, Co-Gründerin und CEO, Robo Wunderkind

  • Digital Transformation: Claudia Hobohm, Managing Director und Geschäftsführerin, Rhenus Archiv Services (RAS)

  • Science: Corinna Sas, Professorin für Human-Computer Interaction and Digital Health, Lancaster University, UK

  • Social Hero: Dagmar Hirche, Vorstandsvorsitzende, Wege aus der Einsamkeit

  • Mobility: Angelika Kneidl, Geschäftsführerin, accu:rate

  • Fintech/Money: Carolin Gabor, CEO bei Joonko & Partner bei Finleap

  • Health: Mona Späth und Hanna Jakob, Geschäftsführer, neolexon UG

  • Sustainability: Eva Neugebauer und Juliane Willing, Co-Gründerinnen, Geschäftsführerinnen, Frischepost

  • Lifestyle: Jennifer Baum-Minkus, Gründerin und Geschäftsführerin, gitti

  • Global Hero: Jessica Espinoza, Senior Investment Manager und Global Gender Finance Lead, DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft

  • New Work: Katharina Krentz, Senior Consultant New Work & Digital Collaboration und Lead Working Out Loud Initiative, Robert Bosch

  • Audience Award: Lena Immel, Seniorexpertin Digitalisierung Wholesale, Deutsche Telekom

  • Education: Lindiwe Matlali, Gründerin und CEO, Africa Teen Geeks and Apodytes

  • Entrepreneurship: Michelle Skodowski, Chief Operating Officer, BOTfriends

  • Diversity: Patrizia Laeri, Wirtschaftsjournalistin, SRF

  • Career: Stephanie Züllig, CEO und Verwaltungsrätin, MindScale

  • Sonderpreis Voice by F10: Janina Kugel, Chief Human Resources Officer und Vorstandsmitglied, Siemens

Das sind die 21 Siegerinnen, die sich aus über 700 Bewerberinnen die begehrten Awards sichern konnten.
Das sind die 21 Siegerinnen, die sich aus über 700 Bewerberinnen die begehrten Awards sichern konnten.
Foto: Jörg Heupel

Nachdem der letzte Preis verliehen war, die Siegerinnen und Gäste sich gegenseitig und ausgiebig selbst feierten und die Gruppe sich langsam in der Bonner Nacht zerstreute, wurde deutlich: Gut sichtbar waren die Preisträgerinnen nicht nur wegen der unübersehbaren, goldenen Trophäen des DFLA, sondern ganz besonders durch ihre herausragenden Leistungen in ihren jeweiligen Organisationen. Allen Preisträgerinnen herzlichen Glückwunsch!

Weitere Informationen zum Digital Female Leader Award gibt es auf der Website zum Event, kurze Profile der Siegerinnen beim Portal FemaleOneZero. Der Digital Female Leader Award 2020 findet am 28. November 2020 statt, der Ort steht noch nicht fest.