Leser fragen, Experten antworten

Wer Karriere machen will, sollte im Unternehmen sichtbar sein

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Topmanagerin Susanne Denker betreute den Ratgeber Karriere der COMPUTERWOCHE und benannte ihre Anforderungen an (künftige) Mitarbeiter und gab Tipps – vom Einstieg bis zur Weiterbildung und dem Weiterkommen in einem dynamischen Markt.

Susanne Denker ist Geschäftsführerin bei dem IT-Unternehmen Worldline in Deutschland, einer Tochtergesellschaft von Atos. In dem international tätigen Unternehmen zeichnet sie unter anderem verantwortlich für die Personalstrategie und die Umsetzung zahlreicher nationaler und internationaler HR- und Strategieprojekte. Besondere Expertise hat sie in den Bereichen Change Management, Merger & Acquisitions sowie HR Transformation & Automation. In ihrer Rolle verknüpft die studierte Kauffrau die HR-Inhalte stark mit Strategiethemen und der Unternehmensentwicklung. Worldline sieht sich mit einem Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro und 8.600 Mitarbeitern in 20 Ländern als europäischer Marktführer und ein Global Player im schnell wachsenden Markt für Zahlungsverkehrs- und Transaktionsdienstleistungen.

Susanne Denker ist Geschäftsführerin Worldline und gab im Karriereratgeber Tipps.
Susanne Denker ist Geschäftsführerin Worldline und gab im Karriereratgeber Tipps.
Foto: Worldline

Mittleres Management

Ein Leser fragte:"Ich strebe eine Position im mittleren Management an. Reicht dafür der Bachelor-Abschluss, oder benötige ich einen Master? Inwieweit wird Berufserfahrung honoriert?

Susanne Denker empfiehlt: "Für die von Ihnen angestrebte Führungslauf­bahn halte ich einen Master-Abschluss für empfehlenswert. Des Weiteren spielt die Be­rufserfahrung eine wichtige Rolle. Generell gilt: Je mehr Praxiserfahrung Sie mitbringen, desto besser. Als Bachelor-Absolvent haben Sie verschiede­ne Möglichkeiten. Zum einen könnten Sie den Master-Studiengang anschließen und neben­her über Praktika erste Praxiserfahrungen sammeln. Das ist auch eine gute Möglichkeit, um Kontakte für die Jobsuche zu knüpfen. Zum an­deren können Sie sich mit Ihrem Bachelor-Ab­schluss bei Unternehmen bewerben, die parallel zum Arbeitsalltag ein Master-Studium anbie­ten oder unterstützen. Falls Sie sich um eine entsprechende Stelle bewerben, sollten Sie im Lebenslauf vor allem auf detaillierte Angaben zu Ihren beruflichen Stationen achten. Be­schreiben Sie alle Aufgaben, Projekte und vor allem Erfolge genau. So heben Sie sich von an­deren Bewerbern ab.

Sollten Sie eine Stelle unterhalb des mittleren Managements antreten, um innerhalb des Un­ternehmens die Karriereleiter hochzuklettern, ist es wichtig, dass Sie Ihre Kompetenzen im Unternehmen schärfen und stets "sichtbar" sind. Suchen Sie zudem das Gespräch mit Ih­rem Vorgesetzten und zeigen Sie, dass Sie sich weiterentwickeln möchten."

Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Zum Wiedereinstieg nach der Elternzeit fragt eine Leserin: "Die letzten zwei Jahre war ich in Eltern­zeit. Davor arbeitete ich als Abteilungsleiterin in einem IT-Unternehmen. Mein Arbeitgeber hat mir nun mitgeteilt, dass ich vorerst keine Position mit Personalverantwortung bekom­men könne, da ich erst wieder eingearbeitet werden müsse. Zudem sehe man es nicht gern, Führungspositionen an Teilzeitkräfte zu vergeben. Wenn ich mich jetzt bei einem anderen Unternehmen bewerben würde, hät­te ich dann bessere Chancen?"

Susanne Denker antwortet: "Natürlich sind Führungspositionen in Teilzeit möglich. Nur weil ein Arbeitnehmer in Teilzeit arbeitet, heißt das nicht, dass er keine Führungsposition wahrnehmen kann. Ganz im Gegenteil: Ich beobachte, dass Teilzeitbeschäftigte in verant­wortlichen Positionen besonders effizient und effektiv arbeiten. Dafür müssen aber die Rah­menbedingungen passen.

Wer eine solche Rolle einnehmen will, sollte ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen. Beispielsweise sollte er in dringenden Angele­genheiten oder Krisensituationen auch mal au­ßerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar sein. Im Gegenzug kann der Arbeitgeber flexib­le Regelungen anbieten: das Verschieben der arbeitsfreien Tage etwa oder auch Arbeiten von zu Hause aus, wenn zum Beispiel die Kin­der krank sind. Mit dieser Regelung haben wir bei uns im Unternehmen sehr gute Erfahrun­gen gemacht. Daher mein Tipp: Gehen Sie auf Ihren Arbeit­geber mit ihren konkreten Vorstellungen zu. Viele scheinbare Probleme lassen sich durch offene Kommunikation lösen. Natürlich müs­sen Sie nach der Elternzeit erst einmal wieder ins Geschehen zurückfinden." (hk)