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Weltweite Halbleiter-Branche in "gesunder Verfassung"

02.03.2006
Die Halbleiter-Branche hat im Januar mit 19,66 Milliarden US-Dollar weltweit sieben Prozent mehr umgesetzt als im Jahr zuvor.

"Die Branche ist gut ins neue Jahr gestartet mit einem starken Wachstum in einem traditionell schwachen Monat", sagte der Chef des Branchenverbandes SIA, George Scalise, am Donnerstag in San Jose.

"Die Einzelhandelsumsätze inklusive der Unterhaltungselektronik-Produkte waren im Januar relativ stark. Dadurch halfen sie, den erwarteten saisonalen Rückgang der Halbleiter-Erlöse gegenüber dem Vormonat abzufedern", sagte Scalise. Verglichen mit Dezember sanken die weltweiten Chiperlöse nach Verbandsangaben um 1,5 Prozent. Damit hat sich die Branche besser geschlagen als im langjährigen Mittel (minus 2,2 Prozent).

Die Branche befinde sich in einer "gesunden Verfassung". "Es gibt keine überschüssigen Lagerbestände, die Nachfrage der Endverbraucher bleibt stark und die Kapazitätsauslastungen sind relativ hoch", sagte Scalise. Im vierten Quartal 2005 stieg die Auslastung laut der SIA von 90 auf 92 Prozent. Scalise machte weitere positive Tendenzen aus. "Es gibt Anzeichen, dass sich der Markt für Netzausrüstung erholt", sagte er. "Und die Berichte der Hersteller von Personal Computern (PCs) und Handys klingen weiterhin optimistisch."

Die Branche habe sich bei Investitionen im vergangenen Jahr zurückgehalten, diese hätten stagniert. Im laufenden Jahr dürften die Unternehmen aber zwischen vier und sechs Prozent mehr investieren. "Wir erwarten weiterhin im laufenden Quartal eine Veränderung gegenüber dem Vormonat um plus oder minus ein Prozent", sagte der Präsident der Semiconductor Industry Association.

Auf dem europäischen Markt schrumpften die Umsätze im Januar indes gegenüber dem Vormonat und verglichen mit dem Vorjahr, wie der Verband mitteilte. Weltweit stiegen die Halbleiter-Erlöse im Januar zwar im Jahresvergleich, sanken aber gegenüber Dezember. In Europa betrugen die Halbleiter-Umsätze im Januar 3,188 Milliarden Dollar. Damit sanken sie um 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Jahresvergleich schwanden die Erlöse um 8,2 Prozent.

In den vergangenen Monaten lastete der Euro-Dollar-Wechselkurs laut den Experten zunehmend auf den Erlösen: In Euro betrugen die Umsätze in Europa 2,676 Milliarden Euro - dies sind vier Prozent weniger als im Dezember, aber 1,4 Prozent mehr als noch im Januar vergangenen Jahres. (dpa/tc)