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Weit reichende Kooperation von Philips und LG Electronics

28.11.2000
Bildröhren und vermutlich auch Handys

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Konzern Royal Philips Electronics legt seine Bildröhrenfertigung für Computermonitore und Fernseher mit der des koreanischen Anbieters LG Electronics zusammen. Beide Unternehmen hatten bereits zuvor bei der Produktion von Flachbildschirmen zusammengearbeitet. LG bringt seine Fertigung in ein 50/50-Joint-Venture ein und erhält dafür von Philips eine Ausgleichszahlung rund 1,1 Milliarden Dollar. Das resultierende Gemeinschaftsunternehmen dürfte rund ein Viertel des Marktes kontrollieren, dessen Volumen Experten allein für das Jahr 1999 auf über 20 Milliarden Dollar schätzen. Philips ist bereits der weltgrößte Hersteller von TV-Bildröhren (vor Thomson Multimedia und Sony). Durch die Zusammenarbeit überholen die Niederländer nun auch Samsung, bislang größter Anbieter von Röhren für Computerbildschirme.

Darüber hinaus verhandeln Philips und LG offenbar über eine weitere Kooperation bei der Entwicklung und Herstellung von Mobiltelefonen. Dies ließ der designierte Philips-Chef Gerard Kleisterlee im Rahmen der Pressekonferenz zum Bildröhren-Venture durchblicken. Die Niederländer kommen gegenwärtig mit ihren Handys auf sechs Prozent Anteil am GSM-Markt. Analysten sind der Ansicht, dass Philips dringend auf Akquisitionen oder Partnerschaften angewiesen ist, um seinen Marktanteil zu vergrößern. LG fertigt rund ein Zehntel aller Geräte für den Mobilfunkstandard CDMA (Code Division Multiple Access), der vor allem in den USA unterstützt wird.