Gulp-Studie Arbeitsleben 2021

Was macht Unternehmen attraktiv?

22.10.2021
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Was muss ein Unternehmen bieten, um als Projekt- beziehungsweise Arbeitgeber attraktiv zu sein? Darauf haben Festangestellte, Arbeitgeber und Freiberufler unterschiedliche Sichtweisen und ihre eigenen Präferenzen, wie eine aktuelle Gulp-Studie zeigt.
Geld ist nicht alles - und doch spielt das Gehalt in Sachen Arbeitgeberattraktivität eine wichtige Rolle.
Geld ist nicht alles - und doch spielt das Gehalt in Sachen Arbeitgeberattraktivität eine wichtige Rolle.
Foto: Mix and Match Studio - shutterstock.com

Aus Sicht der Arbeitgeber waren die drei wichtigsten Aspekte für ihre Attraktivität die "Flexibilität für mobiles und remotes Arbeiten" (70,3 Prozent), "Interesse an langjährigen Verbindungen" (64,9 Prozent) und "Sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten" (56,8 Prozent).

Darüber hinaus schafften es auch "Moderne Arbeitsausstattung" und "Moderne Arbeitsplatzkonzepte" in die Top fünf (Mehrfachnennungen waren möglich). Diese Antworten lassen darauf schließen, dass New-Work-Konzepte nicht mehr nur für große Tech-Konzerne ein Thema sind.

Gehalt entscheidet (mit)

Wenig überraschend treffen Unternehmen mit ihren Angeboten den Geschmack von Festangestellten besser. So gibt es zwei Überschneidungen in den jeweiligen Top fünf Antworten: Platz zwei bei den Wünschen der Festangestellten (technologischer Standard des Unternehmens) passt gut zum Angebot einer modernen Arbeitsausstattung (Platz vier bei Unternehmen). Und auch mit ihrem Interesse an langjährigen Verbindungen (Platz zwei) zeigen Arbeitgeber, dass sie den Wunsch der Jobsuchenden nach einem unbefristeten Anstellungsverhältnis (Platz vier) kennen. Dennoch bleibt der wichtigste Punkt von Jobsuchenden auf der Suche nach einer Festanstellung unbeantwortet: Das Gehalt ist das Topkriterium bei der Wahl des Arbeitgebers.

Anhand der Ergebnisse wird deutlich, dass auch bei Freelancern das Gehalt, respektive der Stundensatz (Platz eins), höchste Priorität genießt. Darüber hinaus waren die fachliche Herausforderung (Platz zwei) sowie Auslastung (Platz drei) wichtig, doch diese Kriterien finden sich in keiner "Angebotsliste" der Firmen wieder. Immerhin: Der auf Platz vier liegende Wunsch nach einem hohen Remote-Anteil, durchschnittlich mit 3,7 von 5 Punkten bewertet, wird von Unternehmen gemäß deren Angaben häufig erfüllt.

Corona verändert die Prioritäten

Vergleicht man die neuesten Angaben zu den wichtigsten Kriterien für die Projektauswahl mit denen des Gulp New-Work-Kompendiums von 2019, lässt sich eine klare Prioritätenverschiebung durch die Corona-Pandemie feststellen. Damals war der Punkt "Moderne technische Infrastruktur und Arbeitsmittel" noch auf Platz 14 der Antworten, jetzt ist der inhaltlich sehr ähnliche Punkt "Technologischer Standard des Unternehmens" auf Platz sechs vorgerückt.

Der Punkt "Nähe zum Wohnort" hingegen, ist von Platz zwei auf Platz sieben abgestiegen. Dies lässt sich wohl vor allem damit begründen, dass sich die Sicht auf Home-Office und Remote Work in den letzten beiden Jahren drastisch veränderte und heute als echte Alternative zum Büroarbeitsplatz angesehen wird.

Hinweis: Die Daten stammen aus der seit Juni 2021 - und aktuell noch laufenden - Gulp Arbeitsleben-Studie. Für die Zwischenauswertung wurden die Antworten von 428 Teilnehmerinnen und Teilnehmern analysiert.

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