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SAP Leonardo

Was ist SAP Leonardo?

11.05.2017
Von Andreas  Schmitz
Speziell für das Internet of Things (IoT) hat die SAP kürzlich ihr IoT-Lösungsportfolio unter dem Begriff SAP Leonardo gebündelt. Was steckt dahinter? 6 Fragen und 6 Antworten von SAP.

1. Warum heißt das Programm SAP Leonardo?

Es wurde in Anlehnung an Leonardo da Vinci so genannt. Als Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Philosoph besaß das vor knapp 500 Jahren verstorbene Universaltalent mit einem geschätzten Intelligenzquotienten von über 220 diverse Fähigkeiten. Da Vinci konzipierte Hubschrauber, baute ein U-Boot, entwickelte ein Klärwerk und malte unter anderem die Mona Lisa. Er besaß Innovationskraft über diverse Disziplinen hinweg. Auch für IoT ist eine übergreifende, interdisziplinäre Herangehensweise erforderlich, in der Informationen aus diversen Bereichen eines Unternehmens herangezogen und auf dieser Basis neue Lösungen und Geschäftsmodelle entwickelt werden.

2. Was versteht man unter SAP Leonardo?

SAP Leonardo heißt das IoT-Lösungsportfolio von SAP. Es enthält diverse moderne Anwendungen wie das SAP Asset Intelligence Network, SAP Predictive Maintenance, SAP Customer Acticity Repository und SAP Vehicle Insights, die zu einem Geschäftsmodell für das Internet of Things (IoT) passen können. Ziel von SAP Leonardo ist es, potenzielle Kunden bei ihrer IoT-Strategie zu unterstützen und im zweiten Schritt eine Auswahl zu treffen, welche Lösungen in dem individuellen Kontext Sinn machen. Denn die eine Software für das Internet der Dinge gibt es nicht. Es ist oft ein Zusammenspiel aus vielen innovativen Anwendungen. Das "Jump-Start"-Programm von SAP erleichtert Unternehmen zudem den Weg zum Internet of Things, indem zusammen mit SAP innerhalb von drei Monaten ein Pilotprojekt realisiert wird.

3. Wie ist das Jump-Start-Programm aufgebaut?

Das Jump-Start-Programm der SAP dient vor allem dazu, Unternehmen die Angst vor dem Einstieg in IoT zu nehmen. IoT ist kein Produkt "von der Stange", sondern ein Zusammenspiel vieler Einzellösungen, die in sechs generischen Themenbereichen eingesetzt werden. Das sind die Sektionen Produkte, Anlagen, Fuhrparks, Infrastruktur, Märkte und Menschen, in denen spezifische Geschäftsmodelle jeweils den Einsatz unterschiedlicher Software erfordern. Das Jump-Start-Programm ist dafür da, zu ermitteln, welche branchenspezifischen Ziele zusammen mit IoT im Unternehmen realisiert werden können und welche Software dafür erforderlich ist. Der Ablauf: In einem Kickoff werden zusammen mit Beratern von SAP die Ziele definiert. Im Idealfall steht nach einer weiteren Woche schon ein IoT-Prototyp, ehe nach drei Monaten der erste IoT-Pilot im Unternehmen im Einsatz ist. Das Programm bietet SAP zu einem festen Preis für Software, Service und einem vordefiniertem Zeitrahmen, damit sind die Kosten wie auch das angestrebte Ziel, klar definiert.

4. In welchen Bereichen im Unternehmen lässt sich SAP Leonardo einsetzen?

Wir haben Dachthemen identifiziert. "Alles was sich bewegt" lässt sich etwa über die "vernetzte Flotte" abbilden, Überlegungen zu Smart Grids im Bereich "vernetzte Infrastruktur" und Ansätze zur Smart City im Bereich "Vernetzte Märkte". Die Bereiche im Einzelnen:

  • Vernetzte Produkte für eine neue Sicht auf den Lebenszyklus von Produkten, Bezugsquellenfindung, Reaktion auf Nachfrage und digitale Lieferantennetzwerke; sowie das Design, die Herstellung und Lieferung von intelligenten, vernetzten Produkten für alle Branchen.

  • Vernetzte Anlagen zur Überwachung und Analyse des Anlagevermögens einschließlich der Herstellungs- und Wartungsprozesse, um die Kosten zu senken und die Anlagen länger produktiv nutzen zu können.

  • Vernetzte Flotte für Unternehmen des privaten und öffentlichen Sektors, die mobile Vermögenswerte (wie Fahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge und alle bewegten Produkte) besitzen. Sie helfen, die Qualität von Services und Dienstleistungen zu verbessern, die Sicherheit zu erhöhen und die Logistik transparenter zu machen.

  • Vernetzte Infrastruktur für neue digitale operationale Intelligenz in physikalischen Infrastruktur-Systemen wie Energienetzwerken, Pipelines, Straßen, Kanalisationen und weiteren großen Infrastrukturobjekten ermöglichen besseren Service, effiziente Betriebsabläufe sowie zuverlässige Compliance und Risikominderung.

  • Vernetzte Märkte zur Unterstützung lokaler Regionen, von Städten und ländlichen Gebieten, die vernetzt neue Dienstleistungen ermöglichen. Dazu gehören Informationen über den Zustand der Stadt, einer Region oder eines landwirtschaftlichen Geländes. Dies sind u.a. die Voraussetzungen für eine digitale Landwirtschaft sowie intelligente Häfen und Städte.

  • Vernetzte Menschen für bessere Dienstleistungen für den Menschen, das Arbeits- oder Privatumfeld wie das intelligente Haus. All dies verbindet Menschen und Gemeinschaften und ermöglicht ihnen einen besseren, persönlichen Lebensstil.

5. Wo ist SAP Leonardo in der Organisation von SAP verankert?

Im Rahmen des 2 Milliarden Euro starken Investitionsprogramms für IoT wurde eine globale Einheit für SAP Leonardo geschaffen, die die Themen IOT und Geschäftslösungen für Engineering, Manufacturing, Service und Logistik vorantreibt. Global verantwortlich für SAP Leonardo ist Tanja Rückert, sowohl für die Entwicklung der Produkte als auch deren Markteinführung. Der Hauptfokus der Entwickler liegt derzeit auf Lösungen rund um den Produktlebenszyklus, die digitalisierte Fertigung und Service sowie die digitale Lieferkette.

6. Was sind SAP Leonardo Labs/Center?

Derzeit sind SAP Leonardo Labs in Berlin, Palo Alto, New York, Paris, Sao Leopoldo in Brasilien und Johannesburg geplant. Weitere werden hinzukommen. Es geht uns darum, Unternehmen vor Ort, die an IoT Interesse haben, eine lokale Anlaufstelle zu bieten. Wer IoT-Applikationen gebaut werden können, sowie Prototypen und Piloten auf den Weg gebracht werden können. Natürlich lässt sich hier optional auch das Jump-Start-Programm gemeinsam aufsetzen.

Weitere Informationen

Auf der Veranstaltung “SAP Leonardo Live – IoT for Business” am 11. und 12. Juli 2017 im Kap Europa Kongress Center in Frankfurt erfahren Sie alles Wichtige über das neue IoT-Portfolio der SAP.